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„Streik als Ultima Ratio“

ASGB-Gewerkschafter Alex Piras

Alex Piras, der Sekretär der Fachgewerkschaft Handel im Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB), ruft alle Handelsangestellten in Südtirol auf, am Freitag, den 22. Dezember, geschlossen am programmierten Streik teilzunehmen.

Dieser Aufruf folgt auf gescheiterte Kollektivvertragsverhandlungen und markiert einen kritischen Punkt im Kampf um gerechte Arbeitsbedingungen und angemessene Entlohnung.

Alex Piras, der Sekretär der Fachgewerkschaft Handel im ASGB, unterstreicht die Dringlichkeit der Situation:

„Wir stehen an einem Wendepunkt. Unsere Forderungen sind keineswegs trivial: Es geht um deutliche Lohnerhöhungen und den Erhalt hart erkämpfter Rechte. Wir sehen uns mit Vorschlägen konfrontiert, die das Personal verhöhnen – eine marginale Lohnerhöhung gegen die Kürzung des 14. Monatsgehalts, die drastische Reduzierung der Freistunden und Einfrierung bzw. zukünftige Nichtgewährung von Dienstalterszulagen. Das ist ein inakzeptabler Versuch, uns das Wenige, was angeboten wird, durch die Hintertür wieder wegzunehmen. Wir brauchen uns nichts vorzumachen – sollte der nächste Kollektivvertrag arbeitsrechtliche Rückschritte beinhalten, werden die Betriebe nicht zögern, diese ungeniert umzusetzen. Dies lehrt uns die Erfahrung aus der Vergangenheit.“

Seit dem Ablauf des nationalen Kollektivvertrags im Jahr 2019 habe sich die Lage im Handelssektor dramatisch verschärft.

Die steigende Inflation fresse die ohnehin knappen Löhne auf, und ein würdiges Leben seifür viele im Handel Beschäftigte nicht mehr realisierbar. „Der Streik, als Ultima Ratio, spiegelt die Notwendigkeit wider, den Arbeitgeberverbänden unmissverständlich zu signalisieren, dass die Geduld der Angestellten am Ende ist“, so Piras.

Alarmierende Praktiken: Einschüchterungsversuche gegen Streikwillige im Handel

Besonders besorgniserregend sind immer laut dem ASGB Berichte über Einschüchterungsversuche gegenüber streikwilligen Angestellten. Piras erklärt dazu:

„Wir erhalten vermehrt Meldungen über direkte Drohungen gegen das Personal, die darauf abzielen, sie vom Streik abzuhalten. Dies reicht von subtilen Hinweisen auf Nichtgewährung zukünftiger Lohnerhöhungen bis hin zur Nichtberücksichtigung bei versprochenen Beförderungen. Wir möchten betonen, dass das Streikrecht ein fundamentales, nicht sanktionierbares Recht ist. Der ASGB wird mit aller Kraft das Recht auf Streik verteidigen.“

Mit diesem Streik nehmen die Handelsangestellten in Südtirol ihr Recht wahr, für faire Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung einzustehen.

Ihre Teilnahme ist essenziell, um ein starkes und eindeutiges Signal zu setzen. Es geht hier nicht nur um Löhne und Rechte – es geht um die Würde der Arbeit und die Achtung der Menschen, die tagtäglich im Handelssektor tätig sind, so Piras.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

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  • olle3xgscheid

    So ist’s richtig !

  • paul1

    Löhne rauf und Lohnnebenkosten runter, nur so kann es funktionieren, alles weitere bedeutet wiederum Preissteigerung und am Ende zahlt immer nur der Endverbraucher drauf und das sind die Lohnabhängigen!!!

  • wichtigmacher

    Bravo, wird sicher vom „Arbeitnehmerflügel“ in der Sammelpartei voll unterstützt, oder etwa nicht???

  • robby

    Endlich können sich die SVP- Arbeitnehmer für ihre Wähler einsetzen, nicht wahr Frau Deeg und Kolleginnen?

  • userhs

    Jahrelang haben die Gewerkschaften seit der Regierung Berlusconi geschlafen und zugelassen, dass die Vertraege auf einmal jaehrlich auslaufen…… Diese Schlafmuetzen damals….. Zusaetzlich haben sie sich jaehrlich bei den Versammlungen in Rom die Maeuler vollgestopft…… Diese Forderungen jetzt sind laecherlich ……………… Italien ist wohl eines der Laender in Europa, wo die Loehne seit 1993 am wenigsten grossartig gestiegen sind……… Auch Dank der Gewerkschaftsheinis,…… wenn ich sie so nennen darf heute………. Wozu ist meine kollektivrechtliche Gewerkschaft denn da heute? Allein fuer die Steuererklaerung heute und die par Meldungen uber welche Errungenschaften sie Verhandeln……… Ehrlich? Ich haette schon laengst austreten sollen!!!!!! Laecherliche Verhandlunge ueber Privacy der Angestellten und heroische Erfolgsmeldungen darueber koennen die sich sparen……… Alles Augenauswischerei………

    • meintag

      Aber wichtig erscheint es den linken Ex Parlamentariern bei den letzthin gemachten abendlichen Demos in Bozen mitzulaufen. Eine der „Damen“ war mal Gewerkschafterin der CGIL. Auch der Ex Bürgermeister von Bozen soll sich schämen und sich eher seiner Fehler annehmen als die derzeitige Koalitionsgespräche negativ belasten.
      Im übrigen haben gerade die Linksregierungen die Schulden Italiens hochgetrieben weil Sie sich untereinander zu Wenig zutrauten.
      Dazu eine kurze Frage: seit wann gibt es in Italien Renten für das Volk und Wer hat dafür gesorgt??
      Antworten erwünscht.

  • tirolersepp

    Alles pullshit !!

    Lohn rauf oder kündigen. !

    Einziges wirksame Mittel !!!

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