Du befindest dich hier: Home » Chronik » „Wir haben zu kämpfen“

„Wir haben zu kämpfen“

Krankenhaus Sterzing (Foto: LPA)

Die Sorge um das Krankenhaus Sterzing: Die Bürgermeister des Wipptals haben eine Aussprache mit der Führung des Gesundheitsbezirkes Brixen geführt.

von Erna Egger 

Die Befürchtungen rund um das Krankenhaus Sterzing haben die Bürgermeister der Wipptaler Gemeinden dazu veranlasst, um eine Aussprache mit dem Sanitätsbezirk anzusuchen. Am Dienstag trafen die Bürgermeister und der Ausschuss der Bezirksgemeinschaft Wipptal mit Christine Zelger, Direktorin des Gesundheitsbezirkes Brixen, und Michael Engl, ärztlicher Leiter des Krankenhauses Sterzing, zusammen. Peter Volgger, Bürgermeister von Sterzing, über das Ergebnis.

Tageszeitung: Herr Volgger, haben Sie beruhigt oder mit noch größerer Sorge die Aussprache verlassen?

Peter Volgger: In gewissen Bereichen konnte man uns beruhigen, in anderen ist die Situation akut. Aber man ist sehr bemüht, diese vakanten Stellen zu besetzen. Die Situation im Krankenhaus ist dieselbe wie in ganz Europa: Es herrscht Personalmangel.

Welche positiven Mitteilungen haben Sie erhalten? 

Der Primar der Anästhesie und Schmerztherapie, Peter Bacca, könnte jetzt in Ruhestand treten. Er hat aber zugesagt, bis Frühjahr, bis ein Ersatz gefunden wurde, weiterzuarbeiten. Gerade daran merkt man, wie sehr die Pfleger und Ärzte am Sterzinger Krankenhaus hängen und dass sie sich sehr für das Spital einsetzen. Herausragend war, dass uns zugesagt wurde, dass es in Zukunft periodische Treffen zwischen der Sanitätseinheit und den Bürgermeistern geben wird. Wir werden somit laufend Informationen über das Krankenhaus Sterzing und der aktuellen Situation erhalten. Das ist einmalig. Diese Treffen haben auch das Ziel, um auszuloten, ob die Bürgermeister etwas zu Verbesserung der Situation beitragen können.

In Ihrer Fragestellung vorab haben Sie einige Befürchtungen angebracht. Wie ist es um die Situation in der Neuroreha bestellt? 

Die Betten in der Neuroreha wurden jetzt wieder auf 16 aufgestockt, auf 21 Betten wird wieder aufgestockt, sobald das Personal zur Verfügung steht. Im 5. Stock der Neuroreha wird ein Therapieraum errichtet, der noch vor Weihnachten fertiggestellt wird. Das Primariat wird im Jahr 2024 besetzt.

Wie wird sich die Pensionierung von Primar Markus Markart auf Sterzing auswirken? 

Diese wird auf Sterzing keine Auswirkungen haben.

Zur Ersten Hilfe? 

Dieser Dienst wird aufrechterhalten. In den Nachtstunden wird dieser zu 50 Prozent von den internen Ärzten übernommen, der Rest von Auszubildenden.

Zur Kardiologie, Urologie, Memory Clinic und Apotheke?

Die Urologie befindet sich in Brixen, die Memory Clinic ebenfalls. Die Apotheke in Brixen beliefert Sterzing zweimal wöchentlich und bei Dringlichkeit sofort. Die Kardiologie hingegen befindet sich wieder im Aufbau.

Zum versprochenen Eltern-Kind-Zentrum?

Die Pandemie kam dazwischen. Der erste Stock des Krankenhauses ist im Umbau, dann kann das Zentrum angesiedelt werden.

Trifft es zu, dass die Betten der Gynäkologie auf die Chirurgie umgewälzt wurden und dass die Pädiatrie über keine Betten mehr verfügt?

Die Betten der Pädiatrie und Gynäkologie befinden sich derzeit auf der Chirurgie und werden mitversorgt. Im Bezirk muss ein pädiatrischer Dienst gewährleistet werden.

Wie haben die Volksvertreter die Aussprache verlassen?

Wir haben zu kämpfen, vor allem wegen des Personalmangels. Aber man versucht sehr wohl, die Dienste aufrechtzuerhalten und die Stellen neu zu besetzen. Das dies aber nicht von heute auf morgen geht, ist klar. Sehr positiv haben wir festgestellt, dass sich das Personal – Ärzte und Pfleger – mit Herzblut für das Krankenhaus und die Patienten einsetzt. Zum Pflegekräftemangel muss die Landesregierung Bedingungen verändern, damit unsere Leute auch im Land bleiben. Ich bin der Meinung, dass wir alle daran arbeiten müssen, dass das Krankenhaus Sterzing nicht ausgehöhlt wird.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (15)

Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen

  • hermannh

    Der Zustand von Sterzing ist dem jahrelangen Primariat von Team K Ploner geschuldet, wenn es der “ Manager vor Ort“ nicht drauf hat… 🙁

    Seit er privat ordiniert, ist er plötzlich kompetent…

    • asterix

      Schreib keinen Bödsinn, du SVP Troll. Jeder der dabei war weis, dass sich Prim. Dr. Ploner, Dr. Pfitscher, aber auch alle anderen mit Händen und Füssen gegen die politisch gewollte Schliessung gewehrt haben. Am Ruder was die LR Stocker mit deiner SVP. Am Ende ist das herausgeklmmen was jetzt halt ist. Klar dass kein Arzt Lust auf Sterzing hat. Also Kläff hier nicht herum, SVP Köter.

  • ummagumma

    @hermelineH, jeder der sich mit dieser Materie auskennt ( du sicher nicht) weiß daß es nicht so ist. Deine billigen Anti TeamK Parolen ziehen Null.

  • pingoballino1955

    Auch mit dem Schlanderser Krankenhaus,müssen wir aufpassen. Es wird uns Honig um den Mund geschmiert,im Hintergrund laufen ganz andere Verhandlungen. VORSICHT!

  • asterix

    Übrigens, die Wipptaler Bürgermeister hätten sich die Fahrt nach Brixen ersparen können. Die Brixner „Führung“ entscheidet garnix, die darf nur umsetzen was in BZ entschieden wird. Und da liegt der Hund begraben.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2024 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Privacy Policy | Netiquette & Nutzerbedingungen | AGB | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen