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Südtirols Fratelli

Giorgia Meloni

Wie die Landesregierung gemeinsam mit Giorgia Melonis Fratelli d’Italia die Südtirol-Autonomie ausbauen will.

von Matthias Kofler

Seit Oktober 2022 ist die Mitte-Rechts-Regierung im Amt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat in ihrer Regierungserklärung einen für die SVP wichtigen Satz zur Südtirol-Autonomie ausgesprochen: „In Bezug auf die Provinz Bozen werden wir uns mit der Wiederherstellung der autonomen Standards befassen, die 1992 zur Streitbeilegung vor der UNO geführt haben.“ Worauf sich die SVP-Parlamentarier bei der Wahl der Regierung wohlwollend ihrer Stimme enthalten hatten.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Welche Kompetenzen wurden seither wiederhergestellt? Welche parlamentarischen Initiativen zum Ausbau der Südtirol-Autonomie wurden seitens Meloni oder anderer Vertreter ihrer Partei Fratelli d‘Italia eingebracht? Dies wollte der Freiheitliche Andreas Leiter Reber in einer Anfrage mit dem provokanten Titel „Fratelli Südtirols“ in Erfahrung bringen.

Die bisherige Bilanz kann sich laut Landeshauptmann Arno Kompatscher durchaus sehen lassen. Im angesprochenen Zeitraum seien von den paritätischen Kommissionen wichtige Durchführungsbestimmungen im Bereich Personal und Urbanistik ausgearbeitet worden, die derzeit aber noch vom Ministerrat genehmigt werden müssten. Ministerpräsidentin Meloni habe im Anschluss an ihre Regierungserklärung mehrmals betont, dass sie für einen umfassenden Austausch mit dem Land Südtirol und den anderen Regionen mit Sonderstatut zur Wiederherstellung ihrer Zuständigkeiten zur Verfügung stehe. Kompatscher erklärt weiters, dass von Vertretern der als föderalistisch geltenden Parteien Lega und PD bislang keine diesbezüglichen Initiativen eingereicht worden seien.

LH Arno Kompatscher und SVP-Chef Philipp Achammer haben am 02. Februar 2023 mit Ministerpräsidentin Meloni vereinbart, einen Arbeitstisch für die Wiederherstellung der primären Zuständigkeit der Autonomen Provinz Bozen einzurichten. Mittlerweile sind sieben Monate vergangen. „Seit Februar finden bereits Arbeiten zwischen den Regionen mit Sonderstatut statt, um einen gemeinsamen Verfassungsgesetzentwurf auszuarbeiten“, erläutert Kompatscher. Bislang habe es drei Arbeitstreffen gegeben, die detailierten Ergebnisse würden „demnächst“ mitgeteilt. Er selbst habe dabei die Rolle des Koordinators der Untergruppe der Regionen mit Sonderstatut im Rahmen der Kommission für institutionelle Angelegenheiten der Staat-Regionen Konferenz inne, so Kompatscher. Nach Abschluss der Arbeiten werde der Gesetzentwurf der Regierung vorgelegt.

Laut dem LH wird voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober ein diesbezügliches Treffen zwischen den Regionen mit Sonderstatut und Ministerpräsidentin Meloni stattfinden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (29)

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  • erstklassler

    Die Karte ist im Wahlkampf der Unter. Den Obern haben die jetzigen Partner. Den König hat die Opposition und die Ass zieht die Wählerlobby.

    • tiroler

      In der SVP weiß die linke Hand anscheinend nicht was die rechte tut.
      Alleswisserin Unterberger hat gestern in der TZ Meloni als gefährliche Frau bezeichnet. Was nun? Soll man jetzt die SVP wählen die mit Meloni koalieren wird in Südtirol oder soll man auf der Senatrice DDR hören?

      • artimar

        Ein unwürdiges Schauspiel. Wir leben offenbar in einem Land der Komplizenschaft und der vorauseilenden Andienerei, wo ideologisches Gift des Nationalismus (als chemisch emittierte Gas am Himmel) selbst von sog. „Grünen“ ohne Protest eingeatmet und nicht mal eine Zusammenarbeit/Koalition mit den national-rechtsextremen Brüdern Italiens ausgechlossen wird. Macht- und Lobbyinteressen zählen mehr als Land und rechte Brandmauer.
        J. Unterberger ist hier die Ausnahme und stimmt nicht in die Lobeshymne für Meloni des LH ein. Das ist kohärent.
        Es stellt sich die berechtigte Frage: Wie glaubwürdig ist LH Kompatschers Politik der Beliebigkeit, der 2013 für 2023 seinen Politikrückzug ankündigte und Achammer, die die national-rechtsextremen Brüder Italiens vor kurzem noch als bes. Gefahr für Italien und Südtirol bezeichneten, aber diese in vorauseilender Andienerei nicht nur gleich normalisierten, sondern für die aus dem Widerstand 1945 entstandene SVP kurzerhand sogar als besonders anschluss- und koalitionsfähig erklärten?

  • franz19

    Eigentlich muss sich die SVP schämen, vor einen Jahr wurde über die Meloni hergezogen wie selten bei einen Politiker und jetzt sind Sie fast Busenfreunde weil Sie wissen dass Sie einiges an Stimmen verlieren…Die SVP hat immer das gleiche System, am Anfang schimpfen und dann schmusen…

    • leser

      Franz
      Du hast aber die kniefälle der SVP schon verstanden
      Sie rechnet damit dass sie bei den Wahlen 15 sitze hat
      Und die fehlenden 3 wird sie mit der fratellikoalition haben
      Denn eins ist so gut wie sicher
      Fratelli werden mindestens 3 Mandate holen
      Also so schwer ist die SVP nicht einzuschätzen
      Und die wahlschafe sind treu

      • franz19

        15 Sitze wäre über 40 Prozent…Die SVP bringt ein Skandal nach den anderen, ich frage mich wer Sie noch wählt…Achja die Bauern, die mit Beiträge vollgestopft werden…

        • rumer

          @franz
          ich bin Bauer, kriege weniger Beiträge als jeder in Nordtirol oder Sizilien und ich wähle seit 20 Jahren keine SVP.
          Wieviele Bauern gibt es denn in Südtirol? 100.000 Bauern?

          • leser

            Rumer
            Meines Wissens hat südtirol etwa 20.000 offizielle Bauern
            Davon sind etwa ein Drittel hiteliere und scheinbauern
            Bleiben etwa um die 14.000
            Du hast recht
            Das problem sind nicht die Bauern
            Das grosse problem sind die Verbände wie SBB ,hotel und gastwirteverband Kaufleuteverband die ganzen Genossenschaften
            Alle diese mit öffentlichen Geldern aufgezogenen Lobbyisten übertrumpfen sich mit mehr oder weniger Drohungen als königsmacher
            Mittlerweile traut such kein einziger Politiker gegen diesen Filz aufzustehen weil sie letztendlich über diese Strukturen auf den politsessel gehievt werden
            Tja und die Schafe sind von diesen strukturen schon soweit in die Ecke gedrängt dass nahezu kein Widerstand hochkommt
            Aber offensichtlich will es die Mehrheit dass sie von 5 handeln vorgeführt wird
            Anders ist dieser mehr oder weniger sich in allen Belangen übervorteilende Haufen nicht zu erklären

  • ummagumma

    Der Hera…Klotz, Sumperle/ HermannH, usw. wird dir schon erklären was moralisch richtig ist und was nicht. Lol

  • pingoballino1955

    Seit Februar 3 Sitzungen? ……vom Ministerrat genehmigt werden MÜSSTEN. Wenn ich hätte Fahrradkette???? Alles sehr vage Feststellungen,heisse SVP Wahlwerbung Luft,wer denken kann,wird das bestätigen müssen.

  • andreas69

    Immer mit Voraussicht regieren. Der Erfolg rechtfertigt nicht jeden Pakt. Es gibt auch Grenzen. Wo diese liegen, müssen die Politiker erkennen, dafür wählen wir sie (oder nicht). Was hätte Dr. Sulvius Magnago damals über einen Pakt der SVP mit dem ehem. MSI gesagt?

  • robby

    Bemerkt denn jemand wie wohltuend es ist keine saudummen Kommentare von Summer1 und hermannh mehr lesen zu müssen?

  • bananajoe

    Nur ein kurzer Satz der zum denken anregen sollte: Der Strom für den geschützten Markt in Südtirol wird ab Januar und teils auch jetzt schon über eine Firma aus Imola geliefert, sofern man nicht selbstständig Anbieter wechselt. Ich glaube das sagt einiges über die Politik aus, die das Früchtchen aus Völs betreibt und was er aus unserer Autonomie macht.

  • placeboeffekt

    Hauptsache der Rubel… Pardon Euro rollt.

    Dann arrangiert man sich mit allen und jedem.

    Ob das jetzt der Kaiser Josef, Napoleon , Benito oder sonst wer sein möge:

    Die Geschäftswelt in Südtirol war schon immer gut im sich andienen und jedem Mächtigen in den Allerwertesten zu kriechen.

    Und dieses kriechertum und Charakterlosigkeit pflanzt sich ja schön fort.

  • heinz

    Bei einem Wahlergebnis gleichsam der Stimmungslage in der neuesten Umfrage der SWZ geht sich ein Dreierbündnis aus SVP, FDI und Lega nicht aus…

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