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Die Pampasgras-Gefahren

Pampasgras an der Falschauer

Neophyten, also fremde Pflanzen, die heimische Arten in Südtirol verdrängen, können die Ökosysteme verändern. Das Landesamt für Natur ruft die Bevölkerung auf, Beobachtungen zu melden.

Auch in Südtirol gibt es eingeschleppte Pflanzen, die bei zunehmender Ausbreitung die einheimische Vegetation aus ihrem Lebensraum verdrängen und die Biodiversität gefährden können. „Manchmal können diese Neubürger auch ein gesundheitliches Risiko darstellen. Es ist daher wichtig, ihre Verbreitung vorsorglich durch aktives Entfernen einzudämmen und die Bevölkerung für das Thema der invasiven Neophyten zu sensibilisieren“, unterstreicht Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer.

Entlang der Falschauer in der Gemeinde Lana hat sich das Südamerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) breit gemacht. Diese Art gilt als invasiver Neophyt und verwildert gerne aus Gärten oder Parkanlagen. „Um eine eventuelle Etablierung des Pampasgrases in Südtirol zu verhindern, war es nötig, schnell zu reagieren“, erklärt Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur. „Mitarbeiter unseres Amtes haben daher die Exemplare des Pampasgrases an der Falschauer entfernt.“

Die massive Ausbreitung dieser Art kann nämlich zu Schäden führen, weil die trockenen Blätter und Stängel des Pampasgrases leicht entzündlich sind. Außerdem kann das Pampasgras durch seine späte Blütezeit bis in den Sommer hinein ein zusätzliches Problem für Graspollenallergiker darstellen.

Beobachtungen dem Landesamt für Natur melden

Wie das Landesamt für Natur informiert, werden laufend neue Arten eingeschleppt, aber nur ein Prozent davon habe das Potential, invasiv zu werden. „Oft breiten sich Neophyten erst nach Jahren aus“, berichtet Koordinator Joachim Mulser vom Landesamt für Natur. „Während der Phase der Invasion erfolgt die Verbreitung in einem Gebiet jedoch rasant.“

Besonders wichtig sei es daher, neue als problematisch bekannte Arten zu beobachten. „Will man diese erfolgreich und kostengünstig bekämpfen, darf man nicht zu lange warten“, weiß Ulrike Gamper, die die Arbeiten an der Falschauer begleitet hat: „Denn was sich einmal großräumig verbreitet hat, ist kaum mehr zu entfernen, es kann höchstens noch eingedämmt werden, und auch dies ist mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden.“

Prinzipiell sollten derartige Arten möglichst nicht eingeschleppt und nicht angepflanzt werden. Das Landesamt für Natur ruft die Bevölkerung auf, Beobachtungen weiterer Vorkommen des Pampasgrases dem Amt zu melden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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