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YES

Wortskulpturen von Leander Schwazer

Leander Schwazer und Yaron Guerrero Santos zeigen in der Gefängnisgalerie in Kaltern Malerei und Skulptur.

 Im Herbst des Jahres 1966 malte die Konzeptkünstlerin Yoko Ono drei Buchstaben an die Decke einer Galerie. Die Buchstaben waren so klein, dass die Besucher  gezwungen waren,  auf eine Leiter zu steigen, um das Wort mit einer Lupe lesen zu können. An der Decke stand in schwarzen Lettern geschrieben: Yes.

Yaron Guerrero Santos und Leander Schwazer sind sich vor zehn Jahren als Studenten am California Institute of Arts in Los Angeles begegnet, und seither verbindet die beiden eine besondere Freundschaft. Die Schule in Kalifornien ist bekannt für ihre rigorose konzeptuelle Ausrichtung. Konzeptuelles Denken und Handeln jedoch nicht als trockene oder spröde Sprache, sondern als Spiel.

So wie Yoko Ono ihr kleines affirmatives Wort an die Decke gemalt hat, so zeigen Santos und Schwazer Bilder und Skulpturen, die auf Sprache fußen. Sie sind eine Einladung, sich die eigene Sprache im Mund zergehen zu lassen, sie lutschend und kauend zu verdauen, so lange bis man schwerelos ist. Es geht darum der Sprache mit Sprache zu begegnen und sie so zu überwinden. Schwerelosigkeit ist die Sprache, nicht die Botschaft.

 

Yaron Guerrero Santos befasst sich mit neokolonialen Strukturen in Wissenschaft und Kunst.

Leander Schwazer wurde 1982 in Sterzing geboren.  In seinen Werken beginnt etwas zu sprechen, was vor oder vielleicht nach dem Menschen liegt. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Museion, Museum für zeitgenössische Kunst Bozen, im Kunstraum B Kiel, am California Institute of the Arts in Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Tübingen, im Kunstverein München und der Greene Gallery in Los Angeles gezeigt.

Yaron Guerrero Santos wurde in Bogota, Kolumbien geboren und emigrierte später in die USA. Heute lebt und arbeitet er in Deutschland. Unter der Verwendung der 3D Modell Software ZBrush kreiert Yaron ein Kompendium von Bildern, die als Vorlage für sowohl analoge als auch digitale Werken dienen. Konzeptuell beschäftigt er sich mit den Darstellungen neokolonialer Strukturen in Wissenschaft und Kunst. Yaron Guerrero Santos Arbeiten wurden in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt – darunter dem California Institute of the Arts, der UCLA Biennale USA und dem Philips Young Talents Price at Galleria Marta Traba als Teil der Sao Paulo Biennale, Brasilien. Seine Arbeiten sind Teil permanenter Sammlungen: u.a. dem Internationalen Roten Kreuz, der Universität San Fernando und der Villa Merkel, Deutschland.

Termin: Eröffnung am 13. April um 19.00 Uhr in der Galerie Gefängnis Le Carceri, Kaltern. Es sprechen: Brigitte Matthias, Irene Hell . Bis 14. Mai.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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