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Kapillare Versorgung

Foto: Claudia Corrent/lpa

Gemeinschaftshäuser, Apotheken und Allgemeinmedizini: Wie die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in Südtirol zukünftig aussehen soll.

Patientinnen und Patienten näher am Wohnort versorgen, um die Krankenhäuser zu entlasten. Darauf zielt ein Beschluss der Landesregierung ab.

Dies soll durch eine engere Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und den wohnortnahen Gesundheitsdiensten, die Errichtung von neuen Gesundheitsstrukturen, die Vernetzung von Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern, Krankenhäusern sowie Apotheken möglich werden.

Für die Umsetzung der Projekte im Bereich Gesundheit, die über mit den Aufbauplan (PNRR) finanziert werden, wurde von der Landesregierung ein Dokument mit Richtlinien genehmigt.

„Ähnlich wie in vielen anderen westlichen Ländern, wird unser Gesundheitssystem in den kommenden Jahren eine immer älter werdende Bevölkerung und eine wachsende Anzahl an Menschen mit chronischen Erkrankungen betreuen müssen“, führt Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher aus.

„In Südtirol sind bereits heute 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Zudem leiden mehr als 160.000 Personen an einer chronischen Erkrankung, knapp die Hälfte davon sind Senioren. Um all diese Patientinnen und Patienten auch in Zukunft bestmöglich zu versorgen, bedarf es einer Neuorganisation der Gesundheitsversorgung. Dies bedeutet: Eine Betreuung näher am Wohnort und in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialen, den Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin und den Apotheken.“

Ausbau der Hausbetreuung und engere Betreuung von chronisch Kranken

Das genehmigte Dokument enthält die grundlegenden Vorgaben, nach denen die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden soll.

Unter anderem wird darin der Ausbau der Hausbetreuung vorgesehen: Innerhalb 2026 sollen bis zu zehn Prozent der über 65-Jährigen zu Hause erreicht werden. Ein weiterer Punkt betrifft die Betreuung von Personen mit chronischen Erkrankungen.

Dafür werden sogenannte diagnostisch-therapeutische Betreuungspfade (kurz DTBP) für die vier am häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen in Südtirol erarbeitet.

In diesen DTBP ist von der Diagnose bis zur Therapie jede einzelne Phase der Behandlung definiert, um das Zusammenspiel von verschiedenen Fachpersonen optimal zu koordinieren.

Zu Beginn wird der Fokus auf die Betreuung von 30.000 Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz, Atemwegserkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen, gelegt. Ein weiterer relevanter Punkt für den Ausbau der wohnortnahen Versorgung ist die Telemedizin.

So sollen in Südtirol innerhalb 2025 bis zu 1800 Patientinnen und Patienten telemedizinisch behandelt werden.

Rolle der Allgemeinmedizin stärken

Im Netzwerk mit den lokalen Gesundheitsdiensten spielen die Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin eine wichtige Rolle.

In Zukunft soll deren Vernetzung und die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten in abgelegenen Gebieten gefördert werden. „In Südtirol funktioniert die kapillare Gesundheitsversorgung bereits sehr gut“, betont Landeshauptmann Kompatscher.

„Diese soll in den nächsten Jahren mit der Einrichtung von Gemeinschaftshäusern und Gemeinschaftskrankenhäusern ausgebaut werden. Auch Praxen für Allgemeinmedizin in der heutigen Form werden in diesem Netzwerk bestehen bleiben. Den Patientinnen und Patienten kann dadurch eine engmaschige Betreuung zu Hause oder nahe am Wohnort garantiert werden.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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