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„Wege aus der Gewalt“

Am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen wurde am Mazziniplatz in Bozen eine rote Parkbank angebracht.

Mit dieser Aktion wollen die Ratskommission für Chancengleichheit und die Frauenschutzorganisationen auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam machen.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen stellte die Kommission für Chancengleichheit der Stadtgemeinde Bozen am Freitagvormittag ormittag gemeinsam mit Mitgliedern des Stadtviertelrats Gries-Quirein in der Parkanlage am Mazziniplatz eine weitere rote Parkbank vor.

Diese soll , wie weitere vier rote Parkbänke, die in den letzten Jahren angebracht wurden, an all jene Frauen erinnern, die Opfer von häuslicher Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner geworden sind.

Die Initiative wurde gemeinsam mit dem Verein GEA, der auch die Frauenhäuser führt, mit den Verantwortlichen des Hauses der geschützten Wohnungen und der Familienberatungsstelle AIED auf den Weg gebracht.

Mit der Anbringung einer roten Parkbank an stark belebten Orten der Stadt will die Stadt Bozen, die sich seit vielen Jahren aktiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt engagiert, gerade auch die jungen Menschen auf das Thema Gewalt im häuslichen Umfeld aufmerksam machen.

Mit dem Mazziniplatz in Gries wurde nun ein weiterer beliebter und gut besuchter Treffpunkt als Standort für eine rote Parkbank auserkoren, damit möglichst viele Menschen mit diesem oft tabuisierten Thema in Berührung kommen.

An der Vorstellung der roten Parkbank am Mazziniplatz nahmen neben Gleichstellungsstadträtin Chiara Rabini, die auch Vorsitzende der Ratskommission für Chancengleichheit ist, auch Wirtschaftsstadträtin Johanna Ramoser, die Gemeinderatsvorsitzende Monica Franch, die Gemeinderätinnen Stefania Baronceli und Monica Bonomini, der Vorsitzende des Stadtviertelrates Gries-Quirein Diego Laratta und seine Stellvertreterin Cornelia Brugger, zwei externe Mitglieder der Kommission für Chancengleichheit und die Verantwortlichen von GEA, AIED und Haus der geschützten Wohnungen teil.

„Diese rote Parkbank“, so Rabini, „soll uns immer vor Augen führen, dass viel zu viele Frauen von geschlechtsspezifischer Gewalt in der Familie betroffen sind, und das Problem wird nicht kleiner, wie wir leider immer wieder feststellen müssen. In diesem Jahr wurden bisher bereits 104 Frauen getötet.“

In 88 Fällen sei der Täter aus dem familiären Umfeld gekommen, in 52 Fällen war der Täter der Partner oder Expartner. „Das zeigt uns, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein sollten, und dass noch viel Sensibilisierungsarbeit vor uns liegt, so Rabini.

63% der getöteten Frauen hatten sich zuvor noch nie an eine Hilfseinrichtung gewandt, der ihnen hätte helfen, sie unterstützen und ihr Leben retten können. Dabei gibt es sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene ein engmaschiges Hilfsnetz, gab Rabini zu bedenken.

Der Gedenktag sei deshalb ein guter Anlass, um die Mitbürgerinnen darauf aufmerksam zu machen, dass es auch in Bozen zahlreiche Hilfseinrichtung gibt, die ganz konkret Unterstützung leisten.

Abschließend wandte sich Stadträtin Rabini an alle Bürgerinnen und Bürger mit der Bitte, hinzuschauen und nicht die Augen zu verschließen, wenn sie von häuslicher Gewalt erfahren. „Es ist wichtig, dass wir Frauen unsere Hilfe anbieten, dass wir sie nicht alleine lassen und ihnen mögliche Wege aus der Gewalt aufzeigen, denn wir müssen und wir dürfen Gewalt nicht hinnehmen.“

Am Beginn der Veranstaltung sprach Stadträtin Rabini den Angehörigen der Frau, die am Donnerstagnachmittag unweit der Stelle, an der heute die rote Parkbankank eingeweiht wurde, von einem Schwerfahrzeug erfasst wurde und zu Tode gekommen ist, im Namen aller Anwesenden ihr Beileid und ihre Anteilnahme aus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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