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„Kein banales Kompliment“

Die Grünen fordern, dass das Phänomen „Catcalling“ als Form verbaler sexueller Gewalt anerkannt werden soll.

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bringt die Grüne Fraktion das Phänomen des „Catcalling“ mit einem Beschlussantrag in den Landtag. „Man fragt sich oft, wann die Gewalt beginnt: Fängt es schon mit einem vermeintlichen Kompliment an? Einem Nachpfeifen auf offener Straße? Einer „Wertschätzung“ für Beine, Hintern und Brüste? Wir denken ja“, ist die Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags, Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa, überzeugt.

Der Begriff „Catcalling“ definiert eine Form der sexuellen Belästigung im öffentlichen Raum durch anzügliches Anreden, Nachrufen, Nachpfeifen oder sonstige Geräusche. „Catcalling wird oft als banales Kompliment abgetan. In Wirklichkeit fühlen sich viele Frauen und Mädchen dadurch eingeschüchtert und sind in ihren täglichen Bewegungen eingeschränkt“, erklärt Foppa. „Eine Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen etwa ergab, dass eine große Mehrheit der Betroffenen nach Catcalling-Vorfällen ängstlicher wurde. So mieden 40 Prozent der Befragten danach bestimmte öffentliche Orte, während 8 Prozent sogar ihren Kleidungsstil änderten“.

Die Istanbul-Konvention ordnet verbale sexuelle Gewalt als geschlechtsspezifische Gewalt ein. „Catcalling ist eine Form der verbalen sexuellen Gewalt. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten wurde dieser Art der sexuellen Gewalt jedoch in Italien bisher noch nicht in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Dennoch wäre es wichtig, dies zu tun“, so Foppa.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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