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Bodenversiegelung verschärft Hitzeproblem

© Cipra Mathieu Gontier (Wagon Landscaping)

Ganz Europa stöhnt derzeit unter der Hitze, immer mehr zubetonierte Flächen heizen die Umgebung zusätzlich auf. Das Projekt Flächen:sparen setzt sich für eine Trendwende im Umgang mit Grund und Boden ein. In einem Hintergrundbericht werden aktuelle Strategien der Alpenländer zusammengefasst und gute Beispiele und Lösungen für Kommunen aufgezeigt.

Heiss, heisser, Mitteleuropa: Europa erlebt eine Hitzewelle nach der anderen, der Alpenraum ist davon ebenso betroffen.

Besonders Städte und Ballungsräume, die als «Hitzeinseln» bezeichnet werden, sind betroffen. Wo Glas- sowie Metalloberflächen die Wärme lange speichern und Beton oder Asphalt den Boden versiegeln, verdunstet durch fehlende Vegetation weniger kühlendes Wasser.

Steigender Bodenverbrauch

Versiegelter oder durch Erosion und Schadstoffbelastung geschädigter Boden kann seine Funktionen nur eingeschränkt oder gar nicht erfüllen: Wasser versickert nicht mehr, der Boden bindet kein CO2 aus der Atmosphäre, immer weniger Nahrungsmittel können produziert werden, schreibt CIPRA International in einer Aussendung.

Die Folgen: Wärmere Luft, Hochwasser, Überschwemmungen und immer mehr Aufwand für trinkbares Wasser. Oftmals sind die Schäden irreversibel.

Dennoch versiegeln die Alpenländer täglich Flächen, vor allem in stadtnahen Gebieten.

Zusätzlich nehmen vermehrt Wind-, Wasserkraft-, Biomasse- und Solar-Anlagen Flächen in Anspruch – Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert. Der sparsame Umgang mit Grund und Boden ist daher wichtiger denn je, so CIPRA International.

Flächen sparen

Mit dem Projekt «Flächen:sparen – für eine Trendwende im Umgang mit Grund und Boden in peri-urbanen Gebieten» zeigt die CIPRA auf, welche strategischen Ansätze auf regionaler, nationaler und transnationaler Ebene existieren und wie sie lokal umgesetzt werden. «Die Sicherung gesunder Böden für die Zukunft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb sind öffentliche Institutionen, aber auch private Unternehmen, land- und forstwirtschaftliche Betriebe und letztendlich alle Grundeigentümer:innen dringend gefordert, sich des Themas Flächensparen rasch und umfassend anzunehmen», fordert Manon Wallenberger, Projektleiterin bei CIPRA International.

Lösungen und gute Beispiele

Seit einigen Jahren werden von der europäischen bis hin zur regionalen Ebene verschiedene Lösungen und Strategien zum Schutz und zur Aufwertung von Böden entwickelt. Politische Entscheidungsträger:innen haben die Dringlichkeit des Problem erkannt.

In einem Hintergrundbericht zeigt Flächen:sparen, welche Strategien in den Alpenländern derzeit angewendet werden und welche Vor- und Nachteile diese haben. Darüber hinaus zeigen praktische Beispiele aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz, wie und wo Flächensparen funktioniert. Das Bundesland Kärnten/A setzt auf Entsiegelung: So verschmälerte das Strassenbauamt kilometerweise Bundesstrassen um drei Meter. Nun sind sie von Grünstreifen und Radwegen flankiert. Die ehemaligen Asphaltwüsten nehmen  wieder mehr Wasser auf und dienen sogar als Lebensraum. Niedrigere Tempolimits ermöglichen schmälere Fahrspuren und damit Platz für Entsiegelung, ohne die Kapazität einzuschränken.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • dn

    Neben der „Überhitzung“ fördert die Bodenversiegelung auch Überschwemmungen bei Starkregen. Soviel grün wie möglich in Siedlungsgebieten wäre gefragt. Die Städteplaner sollten dies eigentlich wissen.

    • treter

      Wie recht Sie haben! Und in Brixen will man immer mehr Boden versiegeln! Aktuelles Beispiel der Auwald in der Industriezone! Dieser große CO2 Speicher und Temperatursenker soll einem 3D-BETON-Druckergebäude der Firma Progress weichen!
      PS. In der Bischofsstadt scheint Klimaschutz noch kein Thema zu sein?

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