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Europa lockert – und Italien?

Foto: SABES/ 123rf.com

Viele europäische Länder heben die Corona-Maßnahmen nahezu vollständig auf. Der Überblick. Und der vorsichtige Weg Italiens.

von Heinrich Schwarz

Immer mehr europäische Länder sehen keine Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems mehr und heben die Corona-Maßnahmen fast gänzlich auf. Die Rückkehr zur Normalität sieht in den einzelnen Staaten aber sehr unterschiedlich aus: Die einen lockern sofort stark, die anderen in einigen Wochen – und wieder andere bleiben sehr vorsichtig.

Die TAGESZEITUNG macht den Länder-Vergleich.

Österreich:

Die österreichische Bundesregierung hat eine Rückkehr zur Fast-Normalität in mehreren Schritten beschlossen. Am heutigen Samstag wird in bisherigen 2G-Bereichen auf 3G umgestellt, womit auch ein negativer Corona-Test für den Zutritt zu Bereichen wie Gastronomie, körpernahen Dienstleistungen und Sportstätten reicht. In Krankenhäusern und Pflegeheimen bleibt 2G plus Test.

Bei der Einreise nach Österreich wird am 22. Februar auf 3G umgestellt.

Am 5. März werden dann die G-Regeln aufgehoben, die derzeit etwa auch am Arbeitsplatz gelten. Die Sperrstunde zu Mitternacht fällt. Die FFP2-Maskenpflicht bleibt in öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegeheimen, Spitälern sowie im lebensnotwendigen Handel (Supermarkt, Post, Bank, Apotheke).

Noch offen ist das Thema der allgemeinen Impfpflicht mit einer saftigen Geldstrafe für Ungeimpfte. Eine Kommission soll darüber befinden, ob die Pflicht sinnvoll ist oder nicht.

Deutschland:

Auch Deutschland hat ein Ende der meisten Corona-Maßnahmen in drei Schritten beschlossen. Seit einigen Tagen gibt es im Einzelhandel keine Zugangsbeschränkungen mehr statt bisher 2G.

Ab dem 4. März wird in Gastronomie und Beherbergung auf 3G umgestellt. Diskos öffnen mit 2G plus Test.

Und ab dem 20. März sollen dann fast alle Maßnahmen wie die Zugangsbeschränkungen fallen, auch 3G am Arbeitsplatz. Übrig bleiben soll nur mehr die Maskenpflicht in Innenräumen und Öffis.

Schweiz:

Die Schweiz hat bereits mit vergangenem Donnerstag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Geschäfte, Restaurants, Kulturbetriebe usw. sind wieder ohne Maske und G-Regeln zugänglich. Eine G-Pflicht am Arbeitsplatz oder eine teilweise Impfpflicht hat es in der Schweiz nie gegeben. Es galten Maskenpflicht am Arbeitsplatz und Homeoffice-Empfehlung. Weiters gibt es keine Einreise-Beschränkungen mehr.

Was in der Schweiz vorerst bleibt, ist die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen.

Frankreich und Großbritannien:

In Frankreich werden die Corona-Maßnahmen nur sehr vorsichtig gelockert. Inzwischen können etwa Diskos öffnen und Ende Februar soll die Maskenpflicht in bestimmten Innenräumen mit 2G-Pflicht verschwinden. Ein generelles Ende der G-Regeln und Maskenpflicht wurde für Ende März/Anfang April in Aussicht gestellt.

In Großbritannien fielen bereits Ende Jänner die letzten (ohnehin relativ lockeren) Corona-Maßnahmen, darunter die Maskenpflicht in den allermeisten Innenräumen und die übrig gebliebenen G-Regeln.

Italien:

In Italien deutet wenig auf schnelle Lockerungen hin. Zuletzt konnten zwar Diskos wieder öffnen und die Maskenpflicht im Freien fiel, aber gleichzeitig wurde mit der 2G-Pflicht für über 50-Jährige am Arbeitsplatz auch verschärft.

In der Regierungsmehrheit drängen besonders die Lega und Teile der 5-Sterne-Bewegung auf eine baldige Abschaffung des Green Pass, allerdings erst am 31. März.

Die Mehrheit in der Regierung um Mario Draghi denkt aus aktueller Sicht eher daran, den Green Pass ab April für Aktivitäten im Freien zu streichen und in Innenräumen von 2G auf 3G umzusteigen. Von einem Wegfall der G-Regeln und der Maskenpflicht ist derzeit keine Rede.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (14)

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  • vinsch

    und wieder einmal sind wir das Schlusslicht…Wir haben die meisten Toten zu beklagen, ein Gesundheitssystem am Kollaps, jede Menge Skandale, aber die Demokraten in diesem Land sperren ihr Volk weiterhin ein … Wir werden es bei den nächsten Wahlen hoffentlich nicht vergessen ….

    • gorgo

      Plärrer. Mit dem ital. Gesundheitssystem ist es vielleicht besser zuzuwarten, zudem hat die Omicron Welle hat in jedem Land einen unterschiedlichen Gipfelpunkt und unterschiedlichen Immunisierungsrad der Bevölkerung.
      Die paar Wochen machen keinen Unterschied, Italien ist für den Rest auf einem guten Weg.
      Eingesperrt fühle ich mich eigentlich auch nicht.

  • artimar

    Die Beispiele hier zeigt es wieder einmal mehr ganz deutlich. Wir haben es einfach mit völlig unterschiedlichen politischen Grundverständnis im Umgang mit Grund- und Freiheitsrechten zu tun. Dass die freiheitsliebenden Tiroler-innen da eher wie die Schweizer-innen ticken als die zentralistische röm. Regierung, die wie bereits letztes Jahr, nur die Sommersaison in Blick hat, ist ja mehr als verständlich.

  • artimar

    Die Beispiele hier zeigen es wieder einmal mehr ganz deutlich. Wir haben es einfach mit einem völlig unterschiedlichen politischen Grundverständnis im Umgang mit Grund- und Freiheitsrechten zu tun. Dass die freiheitsliebenden Tiroler-innen da eher wie die Schweizer-innen ticken als wie die zentralistische röm. Regierung, die wie bereits letztes Jahr, nur die Sommersaison in Blick hat, ist ja mehr als verständlich.

  • heinz

    Ein vorsichtiges Vorgehen ist in jedem Fall zu bevorzugen.
    Diejenigen, von denen man während des Höchststandes der Infektions- und Hospitalisierungszahlen nie nichts gehört hatte, kriechen plötzlich aus ihren Löchern und überbieten sich gegenseitig mit kecken Öffnungsfantasien.
    Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere italienische Regierung bisher in der Pandemie so viel Weitsichtigkeit bewiesen hat, im Unterschied zum populistischen Zickzackkurs der Schweizer, Briten und Dänen.

  • foerschtna

    Italien erkennt als einziges Land der Welt ungeimpften Arbeitnehmern das Recht auf Arbeit ab. In bester faschistischer Tradition. Was will man sich da noch erwarten ? Die Linken inklusive der Fünf Sterne haben längst ihre Maske fallen lassen, und darunter ist ihre hässliche faschistische Fratze hervorgetreten. Einzig die knallharte ökonomische Realität wird möglicherweise dafür sorgen, daß solche Negativauslesen bald von der Bildfläche verschwinden und zur Rechenschaft gezogen werden.

    • treter

      @foerschtna
      Sie sprechen mir von der Seele! Selten so einen suuuper Kommentar gelesen!
      Apropo: auch mich hat es seehr gewundert dass die Linken diese ganzen Covid-Repressalien von Draghi und Co. mittragen?! Ich beziehe mich dabei in erster Linie auf das Arbeitsverbot bei nicht Vorhandensein des 2G Passes! Eine total miese Erpressung unterster Schublade denn ganze Familien landen damit im finanziellen Ruin!! Von den psychischen Schäden ganz zu schweigen! Dafür müssen die politischen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden!!! Aber ich sehe schon wie sich diese dann davonschleichen werden….

      • silberfuxx

        Weshalb alle italienischen Parteien von rechts nach links diese übertriebenen Restriktionen mittragen ist einfach erklärt. 90 Prozent der Italiener heißen diese übertriebenen massnahmen gut, also will sich keine Partei die Wähler vergraehmen……

  • eierkopf

    Was in Europa auffällig,ist ist die Tatsache,dass die alten faschistischen Axenmächte Deutschland-Österreich und Italien sich sehr schwer tun die zu unrecht erlangte Macht wieder her zu geben.

    • treter

      Genau! Und solange ein von weiß Gott was besessener Draghi in Rom und seine ebenbürtigen österreichischen Kollegen Nehammer und Mückstein das Sagen haben wird sich leider wenig ändern!!!
      Frage mich wie lange das Volk sich solche Schikanen noch gefallen lässt?!

  • sukram

    Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit existiert bekanntlich nur in aufgeklärten Ländern. China zählt definitiv dazu, Italien ist in diesem Punkt halt nur ein Schwellenland.

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