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„Das wird ein Problem“

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Weil seit Donnerstag auch in den Fitnessstudios die 2G-Pflicht gilt, befürchten die Betreiber, dass weitere Kunden wegbleiben könnten – und die Situation sei bereits jetzt mehr als schwierig.

von Lisi Lang

In Italien wurden die Corona-Regeln zu Weihnachten erneut verschärft und auch Südtirol hat diese neuen Regeln mittels Verordnung des Landeshauptmannes übernommen. So gilt bereits eine erweiterte Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken, Discos mussten erneut schließen und auch große Feiern im Freien sind bis zum 31. Jänner untersagt. Mit dem 30. Dezember wurde aber auch die 2G-Regel auf weitere Bereiche und Aktivitäten ausgedehnt und das trifft neben Museen und kulturellen Einrichtungen auch die Fitnessstudios.

„Diese erneuten Einschränkungen werden in unserer Branche sicher Einschnitte bringen“, sagt Armin Bonamico, Sprecher der Fitnessstudio-Betreiber im hds. Als zuletzt die 2G-Pflicht auf weitere Bereiche ausgedehnt wurde, waren die Fitnessstudios froh, nicht zu diesen zu gehören. Seit Donnerstag gelten nun aber auch für Fitnessstudios die neuen Covid-Regeln – und die Betreiber rechnen damit, dass dadurch wieder Kunden wegfallen dürften. „Wir wissen zwar nicht offiziell, ob jemand genesen, geimpft oder getestet ist, aber einige reden offen darüber und deswegen denke ich, dass diese neue Regelung schon noch einmal ein Problem wird“, erklärt Bonamico. Er schätzt, dass zuletzt rund 15-20 Prozent der Kunden mit einem negativen Test in die Fitnessstudios gekommen sind. „Es gibt sicher Unterschiede zwischen den verschiedenen Studios, aber wenn man schon so tief unten ist wie wir, dann schmerzt auch dieser Verlust“, schüttelt der Sprecher der Fitnessstudio-Betreiber den Kopf.

Denn vergleicht man den Umsatz der Fitnessstudios von 2019 mit 2020/2021, so haben die meisten Betriebe in Südtirol mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes verloren, erklärt Armin Bonamico. Und auch der Ausblick ist nicht besonders rosig. „Wir können nur auf Sicht navigieren, haben aber auch keinen Einfluss auf Entscheidungen“, bedauert Bonamico.

Dass diese neue Regelung genau jetzt mit Jahresbeginn greift, schmerzt die Fitnessstudios doppelt. Denn die Monate Jänner und Februar gehören mit Oktober und November zur Hauptsaison. „In diesen vier Monaten schließen viele Betriebe rund 50 Prozent ihrer Mitgliedschaften ab – einige sogar noch mehr“, unterstreicht der Sprecher der Fitnessstudio-Betreiber, der betonen möchte, dass Yoga- und Pilatesstudios aber auch Tanzstudios, die ebenfalls zur Fachgruppe gehören, sich in einer ebenfalls sehr schwierigen Situation befinden. „Alle arbeiten auf Sparflamme und es haben wirklich viele ein Überlebensproblem“, betont Armin Bonamico. Viele Mitarbeiter würden sich nach wie vor zumindest teilweise im Lohnausgleich befinden, mancherorts können die Betriebe aber auch keine Mitarbeiter mehr einstellen, weiß Bonamico. „Sie schaffen es einfach nicht mehr und das ist schon traurig, weil wir hier ja von Betrieben sprechen“.

Der Sprecher der Fitnessstudio-Betreiber vermisst in dieser Corona-Pandemie aber auch die Diskussion über die Wichtigkeit und gesundheitsfördernde Wirkung von gezielter und begleiteter Bewegung. „Es scheint niemanden zu interessieren, wie wichtig und gesund Bewegung und Sport für uns sind“, so Bonamico. Studien würden genau diese Argumente untermauern, „von den Entscheidungsträgern werden diese aber nicht berücksichtigt“, bedauert Bonamico. Und diese ständige Verunsicherung und die immer wieder neuen Regeln würden nur dazu führen, dass die Menschen Sport und Bewegung aufschieben. „Wir hören sehr häufig von Kunden, die sich für eine Mitgliedschaft interessieren, dann aber sagen, dass sie doch erst noch abwarten möchten, wie sich alles entwickelt“, ärgert sich der Sprecher der Fitnessstudio-Betreiber im hds.

Armin Bonamico sieht den Start der 2G-Regel also mehr als schwierig, zudem wisse man einfach nicht, wie es weitergeht. „Wir haben im Sommer alle gedacht, dass wir nie mehr eine Situation wie im Frühjahr oder im letzten Herbst haben werden, aber es ist dann doch anders gekommen“, so Bonamico. Prognosen abzugeben, sei deswegen einfach nur schwierig.

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