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Gedenken an Bischof Golser

Am 25. Dezember 2016 ist der emeritierte Bischof Karl Golser in Brixen verstorben. Heute (30. Dezember 2021) hat Golsers Nachfolger als Diözesanbischof, Ivo Muser, im Brixner Dom einen Gedächtnisgottesdienst für seinen Vorgänger gefeiert. Dabei hat er die Begleitung kranker und sterbender Menschen – ein besonderes und prägendes Anliegen von Bischof Golser – in seiner Predigt zum Thema gemacht und zur Sterbehilfe klar Stellung bezogen.

Karl Golser wurde am 16. Mai 1943 in Tscherms geboren und am 10. Oktober 1968 zum Priester geweiht. Von 1977 bis 1982 arbeitete Golser an der Glaubenskongregation in Rom und als er 1982 zurück in die Diözese Bozen-Brixen kam, wirkte er als Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen.

Am 5. Dezember 2008 wurde Golser zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen ernannt und am 8. März 2009 im Dom von Brixen zum Bischof geweiht. 2010 erkrankte Golser an einem atypischen Parkinsonsyndrom.

Sein Rücktritt aus Gesundheitsgründen erfolgte im Rahmen jener Pressekonferenz am 27. Juli 2011, bei der Bischof Golser selbst den Namen seines Nachfolgers, Ivo Muser, bekannt gab. Am 25. Dezember 2016, mitten in der Heiligen Nacht, ist der emeritierte Bischof in seiner Wohnung in Brixen verstorben.

Zum 5. Jahrtag des Todes von Bischof Karl ist heute im Brixner Dom ein Gedächtnisgottesdienst gefeiert worden, dem Diözesanbischof Ivo Muser vorstand. In seiner Predigt griff Bischof Muser ein Thema auf, das seinen Vorgänger im Hirtenamt als Moraltheologen beschäftigt und das ihn dann ganz persönlich in den letzten und schweren Jahren seines Lebens geprägt hat: die Begleitung kranker und sterbender Menschen.

„Für dieses Thema hat uns die Corona-Pandemie noch einmal stark sensibilisiert, die Begleitung sterbender Menschen ist aber auch ein Thema, das durch die aktuellen Debatten um die Euthanasie und den assistierten Suizid eine ganz neue Dimension bekommt. Überdeutlich haben wir in der Pandemie erlebt, was fehlt, wenn am Ende des Lebens die menschliche Nähe fehlt. Über jede medizinische Maßnahme hinaus brauchen wir den Zuspruch und den Trost, jemanden, der uns sagt: ‚Ich bin bei dir und steh dir bei, komme, was wolle‘. Als Christinnen und Christen erfüllt uns die Hoffnung, dass das Leben auch durch Leid und Krankheit nicht seinen Sinn verliert. Von dieser Hoffnung geben wir Zeugnis, indem wir kranken und sterbenden Menschen nahe sind. Sie sollen an der Hand, nicht durch die Hand eines anderen Menschen sterben dürfen.“

Bischof Muser gab dann ein eine klare Stellungnahme zur Sterbehilfe ab:

„In den aktuellen Debatten über Euthanasie und Sterbehilfe müssen wir uns für das Leben entscheiden! Ich wünsche mir, dass wir als Kirche eine klare Position beziehen, auch in politischer Hinsicht. Aber vor allem durch die bedingungslose Entscheidung, Nähe zu schaffen. Kein Mensch darf allein gelassen werden, kein Hilfeschrei ungehört bleiben. Es ist unsere Aufgabe als Christen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um körperliches und seelisches Leid zu lindern und um Menschen in das Netz der Gesellschaft einzubinden. Wir müssen aber auch die Grenzen der Medizin akzeptieren.“

 

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