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Silbernagls Rettungsversuch

Ingemar Gatterer und Markus Silbernagl

Wie Ingemar Gatterer ist auch Markus Silbernagl nicht mehr Geschäftsführer. Er hat aber sein ganzes Unternehmen umstrukturiert – und das frühzeitig.

von Heinrich Schwarz

Nicht nur Ingemar Gatterer hat Schritte gesetzt, um einen Ausschluss seines Unternehmens von öffentlichen Wettbewerben zu verhindern, sofern das überhaupt noch möglich ist.

Wie berichtet, ist Gatterer von seinen Ämtern als Geschäftsführer und Verwaltungsrat der SAD zurückgetreten, nachdem die SAD von der Schülertransport-Ausschreibung wegen Gatterers Verhalten in den letzten Jahren ausgeschlossen wurde.

Durch den Rücktritt will der streitbare Pfalzner Unternehmer verhindern, dass die SAD auch vom laufenden Wettbewerbsverfahren für die außerstädtischen Busdienste ausgeschlossen wird.

In einer ähnlichen Situation wie Ingemar Gatterer befindet sich Markus Silbernagl.

Wie der Besitzer des nach der SAD wohl zweitgrößten Südtiroler Busunternehmens gegenüber der TAGESZEITUNG bestätigt, hat auch er sich als Geschäftsführer der Firma Silbernagl zurückgezogen.

Gegen Markus Silbernagl läuft ein Verfahren infolge der annullierten Buslinien-Ausschreibung vor drei Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft Silbernagl Wettbewerbsverzerrung wegen seiner damaligen Interventionen beim Land vor.

Silbernagl erklärt: „Im Zuge der Ermittlungen leiteten wir unverzüglich und rechtzeitig die notwendigen Schritte ein, die sicherstellen, dass wir an der Ausschreibung der außerstädtischen Busdienste teilnehmen und mein Unternehmen und meine Mitarbeiter weiterhin arbeiten können.“

Konkret sei das Seiser Unternehmen Silbernagl umstrukturiert worden. Aus der Silbernagl KG ist die SiMobil GmbH geworden. „An dieser bin ich nur noch Teilhaber – es sind weitere Gesellschafter dazugekommen. Zudem wurde ein externer Geschäftsführer mit weitgehenden Befugnissen eingesetzt“, erläutert Markus Silbernagl.

Er betont, dass dieser Umstrukturierungsprozess schon frühzeitig, vor der Ausschreibung der außerstädtischen Buslinien, erfolgt sei. Der Rücktritt von Ingemar Gatterer erfolgte hingegen erst lange nach Ende der Angebotsfrist.

Die SiMobil GmbH hat für vier der zehn Ausschreibungslose ein Angebot eingereicht und kann maximal drei davon gewinnen (siehe eigenen Artikel unten). Letztendlich obliegt es der Vergabestelle zu beurteilen, ob die Silbernagl-Firma ausgeschlossen werden muss oder ob die Umstrukturierungsmaßnahmen ausreichend waren.

Ein separates Kapitel ist die Rolle des Konsortiums Libus, das bislang neben der SAD die außerstädtischen Busdienste durchgeführt hat und dem 19 Busfirmen angeschlossen sind. Es stellt sich die Frage, ob die von der italienischen Wettbewerbsbehörde festgestellten (aber nicht umgesetzten) Absprachen zwischen SAD und Libus in Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol noch Folgen haben. Markus Silbernagl, der Präsident von Libus ist, geht nicht davon aus: „Das Verfahren wurde von der Behörde damals nicht weiter verfolgt und bis dato hat es keine Beanstandungen gegeben.“ Es seien deshalb auch keine präventiven Schritte gesetzt worden.

Ohnehin hat Libus selbst nicht an der Neuausschreibung teilgenommen.

Die Mitglieder des Konsortiums haben entweder alleine, in Bietergemeinschaften oder gar keine Angebote abgegeben.

LESEN SIE MORGEN:

  • Welche Busunternehmen sich für die zehn Ausschreibungs-Lose beworben haben.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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