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Schutz vor Hochwasser

Die Bevölkerung von Sexten und Innichen wird bei zwei Online-Veranstaltungen am 28. Juli und am 5. August über ein Vorprojekt zum Hochwasserschutz informiert und kann darüber diskutieren.

Am Mittwoch, 28. Juli, wird die Bevölkerung von Sexten um 20 Uhr bei einer Podiumsdiskussion über die Online-Plattform der Gemeinde über das Vorprojekt zum Hochwasserschutz informiert und kann darüber diskutieren.

In Innichen werden die Bürgerinnen und Bürger am Abend des Donnerstags, 5. August, von der Gemeinde über den aktuellsten Stand der Arbeiten zum Vorprojekt für den Hochwasserschutz informiert. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden werden das Projekt gemeinsam mit den Experten und zuständigen Landesämtern vorstellen, um die weiteren Schritte abzustimmen.

Tunnel als Umfahrungsstraße und Entlastungsstollen

Zur Diskussion steht eine Lösung mit einem neuen Tunnel, der etwas mehr als 500 Meter lang sein soll und in normalen Zeiten als neue Umfahrungsstraße von Innichen dient. Bei Hochwassergefahr wird er zu einem wichtigen Entlastungsstollen. Damit können mit einem Bau zwei Probleme gleichzeitig gelöst werden, erklärt der Innichner Bürgermeister Klaus Rainer.

Der Gemeinderat von Innichen hat sich für diese umweltschonende Variante entschieden, nachdem hydrologische Berechnungen nach dem letzten Hochwasserereignis im November 2018 dies ergeben hatten. Im vergangenen Winter wurden weitere geotechnische und seismologische Untersuchungen durchgeführt, um die Beschaffenheit des Gesteins beim Tunnelvortrieb zu erfassen. Zudem wurde die Freie Universität Bozen damit beauftragt, ein physisches Modell zu erstellen, das die Wasserentnahme und Wasserrückgabe plastisch darstellen soll.

Voruntersuchungen zur Erstellung der Studie Pro Drau sowie erste Schritte der Planung des Hochwasserschutzes am Sextnerbach lassen die Errichtung zweier Stahlbetonsperren mit Rückhaltebecken ab dem Recyclinghof flussaufwärts als sinnvoll erscheinen. Nach Ansicht der Experten sei dies die beste Lösung, erläutert der Bürgermeister von Sexten Thomas Summerer. Am ersten Staubecken – im Bereich der Signaue/des Oltls  – soll bei Hochwasser das Geschiebe, also Material und Wildholz aufgefangen werden. Das zweite Bauwerk, das am Recyclinghof bei der bestehenden Sperre entstehen soll, dient dazu, die Wassermassen aufzufangen, kontrolliert an den Sextnerbach abzugeben und somit eine Hochwasserwelle für Moos zu verhindern. Das Wasser wird dann über den neuen Stollen durch den Berg östlich von Innichen geführt und kontrolliert in die Drau eingelassen. Dieser Hochwasserschutz wird nur dann aktiviert, wenn der Sextnerbach mehr als 40 Kubikmeter pro Sekunde Wasser führt.

Projekt ist Ergebnis langjähriger Studien

Derzeit werden im Auftrag der Wildbachverbauung der Agentur für Bevölkerungsschutz die beiden Standorte für die Sperren von Experten überprüft, ob sie aus hydrotechnischer und geophysischer Sicht dafür geeignet sind. Oberstes Ziel des Projektes ist es, die Hochwasserschutzbauten außerhalb der Ortschaften zu errichten, um die Bevölkerung so wenig als möglich zu belasten. „Das vorliegende Projekt ist das Ergebnis einer intensiven, langjährigen Auseinandersetzung aller in dieser Materie involvierten Experten und Disziplinen,“ unterstreicht der verantwortliche Projektleiter Sandro Gius, Direktor im Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost in der Agentur für Bevölkerungsschutz.

Das Projekt zur Reduzierung der Hochwassergefahr in den Gemeinden Sexten und Innichen, das vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost in der Agentur für Bevölkerungsschutz vorangetrieben wird, wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE, dem Land Südtirol und den betroffenen Gemeinden finanziert.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • ahaa

    In und auf den Lahnen ist es am schönsten zu wohnen.
    Lahnen waren früher, sowie rote Zonen.
    Wenn man dann oberhalb noch mit Kahlschlag provoziert, steht man vermutlich in St. Georgen, bei Pfalzen….. Und nicht nur dort.
    Hoffentlich bleibts obm!

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