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Uraufführung von Hubert Stuppner

Hubert Stuppner: Wer war Salome?

Das deutsch-türkische Klavierduo (und Ehepaar) Herbert Schuch & Gülru Ensari gibt bei den Gustav Mahler Musikwochen in Toblach u.a. eine Uraufführung von Hubert Stuppner zum Besten: Salomes Schleier-Tänze für 2 Klaviere.

Kaum eine Frauengestalt der christlichen Mythologie hat die Kunst so sehr fasziniert wie Salome. So hat sich der Komponist Hubert Stuppner in mehreren, materialmäßig teilweise aufeinander Bezug nehmenden Werken mit der Gestalt der Salome auseinandergesetzt. Inspirationsquellen für alle „Salome-Kompositionen“ bildeten hierbei zwar auch bildliche Deutungen des Salome-Stoffes, wie etwa das wegweisende Salome Gemälde von Gustave Moreau, an erster Stelle standen jedoch literarische Quel­len. Bei Flaubert verkörpert Salome den ägyptischen und nubischen Tanzstil, „Elle dansa comme les prêtresses des Indes, comme les Nubiennes des cataractes, commes les bacchantes de Lydie.“ Dieser intensiv gesteigerten Dynamik in der Erzählung wird in der Musik Stuppners in jedem letzten Satz  entsprochen, der ebenso wie der Text Flauberts eine nahezu rauschhafte Steigerung erfährt (…) In seinem kompositorischen Werdegang hat Stuppner eine Reihe von Wand­lungen vollzogen, der bei Helmut La­chenmann seinen Ausgang genommen hat. Er verwendet in sämtlichen seiner Salome-Rezeptionen keine bestimmten Tänze bzw. Tanzformen, sondern greift in seiner Arbeit mit kurzen Motiven und ostinaten Formeln auf so genannte asymmetrische Aksak-Rhythmen zu­rück, wie sie in Osteuropa, der Südtürkei und im Vorderen Orient zu finden sind und in Anatolien u. a. durch Bêla Bartok und Ahmed Adnan Saygun aufgearbei­tet wurden (…) Was Stuppner in dieser Musik interessiert, ist die sinnliche Erre­gungskurve und der sanguinische Impuls, was somit exakt der literarischen Vor­lage der Tanzszene bei Flaubert entspricht. Die ostinaten, asymmetrischen Rhythmen — von 5/s über 7/s, 9/s, n/s zu 13/g und sogar zu 15/s gesteigert, wird das „außer Atem Geraten“ physisch nachvollziehbar. (Der Klang der Edelsteine. Zu Hubert Stuppners Salome-Rezeption von Univ.Prof. Monika Fink)

Außerdem stehen auf dem Programm: W. A. Mozart Sonate C-Dur, Tänze von Johannes Brahms und Antonin Dvorák 4 händig und Peter Iljitsch Tschaikowsky Nussknacker-Suite (Fassung für 2 Klaviere von Nicolas Economou)

Termin: Mittwoch 21. Juli, um18.00 Uhr im Euregio Kulturzentrum – Gustav Mahler Saal; In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Künstlerbund.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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