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Die Steuerreform

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Die Vermögenssteuer ist in Italien wieder vom Tisch. Allerdings sollen die anderen Steuern für Betriebe und Arbeitnehmer geändert werden.

von Heinrich Schwarz

Eigentlich sind sich seit Jahren alle einig: Die Steuern sind in Italien zu hoch. Doch die letzten Regierungen blieben eine Steuerreform trotz zahlreicher Ankündigungen stets schuldig, sieht man einmal vom Renzi-Bonus und dessen Neugestaltung durch die Regierung Conte ab.

Jetzt will es die Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi richten. Die Steuerreform soll eine der zentralen Reformen sein, um dem Stiefelstaat mehr Erfolg, Effizienz und Wohlstand zu bringen. Womit können die Bürger rechnen?

„Wir haben die Anhörungen beendet und ein Abschlussdokument genehmigt, das der Regierung gewisse Vorgaben gibt, die aber relativ allgemein gehalten sind“, erklärt der SVP-Senator Dieter Steger, der Mitglied der Finanzkommission im Senat ist.

Eine der klaren Vorgaben ist laut Steger die Abschaffung der Wertschöpfungssteuer IRAP, die für gewerbliche Tätigkeiten eingehoben wird. „Und die Körperschaftssteuer IRES wird umgestaltet, damit sie neutraler wird“, so Steger.

Zu den klaren Vorgaben gehört auch die Senkung der Steuern auf Arbeit, sprich der Einkommensteuer IRPEF. Das Wie ist aber noch weitgehend offen. Auf jeden Fall soll weiter das progressive Steuerprinzip gelten, wonach Besserverdiener höhere Steuern zahlen.

Dieter Steger

Allerdings sollen die hohen Sprünge der IRPEF-Steuersätze beseitigt werden. Derzeit werden fünf Steuersätze zwischen 23 und 43 Prozent angewandt, wobei es bei Einkommen ab 28.000 Euro einen enormen Sprung von 27 auf 38 Prozent gibt. „Wer von einer Kategorie in die andere hüpft, muss sofort viel mehr Steuern zahlen und fällt aus Sicherungssystemen heraus, weshalb eine Lohnerhöhung oft gar nicht attraktiv ist“, erklärt Dieter Steger das Problem.

Die Regierung fasse nun zwei Möglichkeiten ins Auge: „Entweder die verschiedenen Steuerstufen werden neu definiert oder man wendet das deutsche Modell an. In Deutschland steigt der Steuersatz linear zur Höhe des Einkommens an“, erläutert Steger den Vorteil gegenüber dem italienischen Stufenmodell.

Die „Flat Tax“ für Selbständige soll laut Abschlussdokument der Finanzkommission bestehen bleiben. Demnach wird bei Einkommen bis 65.000 Euro nur eine Einheitssteuer von 15 Prozent fällig. „Dabei wurde eine zusätzliche Flexibilisierung vorgeschlagen, wonach man im Falle einer zehnprozentigen Überschreitung immer noch im System der 65.000 Euro bleibt. Denn es gibt das Problem, dass man mit einem Euro zu viel schon draußen ist“, begründet der SVP-Politiker.

Bei der Mehrwertsteuer lasse man der Regierung Draghi hingegen freie Hand.

Eine umstrittene Steuer ist indes wieder vom Tisch: die Vermögenssteuer. Sie hätte bedeutet, dass Vermögen ab einer bestimmten Höhe mit einem Steuersatz zwischen 0,2 und zwei Prozent besteuert werden.

„Die Vermögenssteuer soll nicht eingeführt werden. Das steht im Dokument klar drinnen“, sagt Dieter Steger. Für ihn geht das in Ordnung. Die Debatte um die Vermögenssteuer werde sehr ideologisch geführt. Der Ansatz von Mario Draghi, eine pragmatische Lösung zu finden, sei der richtige Weg.

Grundsätzlich, so Steger, werde Vermögen bereits besteuert – durch die Immobiliensteuer und die Kapitalertragssteuer. „Ich bin dafür, dass derjenige, der mehr hat, mehr zahlt. Aber eine Vermögensbesteuerung kann dazu führen, dass Kapital abwandert. Deshalb muss man besonders vorsichtig sein“, meint der Senator.

Er rechnet damit, dass die italienische Regierung die Steuerreform im Spätherbst beschließen wird.

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Kommentare (10)

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  • pingoballino1955

    Und was ist mit den Rentnern/innen-Pensionisten/innen „0“ ???? Die im Verhältnis am meisten besteuerten DUMMEN!???? ab 23% +?????

    • hallihallo

      wieso die am meisten besteuerten ….?? alle zahlen mindestens 23%.
      und außerdem sind viele rentner seit jahrzehnten in rente und haben bei weitem nicht so viel eingezahlt , wie sie jetzt kassieren. viele haben überhaupt nichts eingezahlt. Also kann man darüber diskutieren , ob die derzeitigen renter die „dummen “ oder die „schlauen „sind. die richtig „dummen“ werden die rentner der nächsten generation sein.

      • leser

        Hallihallo
        Auf jedenfall sind die grossen gewinner die politiker, die ihre pensionskasse bezahlt bekommen und im voraus ausbezahlt auch noch

      • pingoballino1955

        hallihallo-die Rentner/innen Pensionisten/innen sollten überhaupt kene Steuern bezahlen,da die Renten ohnehin für OTTONORMALBÜRGER viel zu niedrig sind.Würden sie gerne mit 550 Euro NETTO im Monat leben?? Die Gewinner sind tatsächlich die POLITSCHMAROTZER!

  • exodus

    Was heißt Vermögenssteuer, die gibt es bereits, die Banken verrechnen doch schon 0,20% des Anlagekapitals und ziehen das vom Vermögen ab!! Also der Staat kassiert schon seit Jahren Vermögenssteuer………

    • leser

      Exodus
      Wenn der grössye hotelier bzw. Bauer im dorf ein versteuerbares einkommen von knapp über dem lebensminimum angibt, wieso redest du dann von vermògenssteuer
      Zahlt doch eh kein einziger

  • exodus

    @leser Da muss ich SIE, (WIESO DU ICH KENNE SIE DOCH GAR NICHT), widersprechen, auf Kapital-Bankeinlagen wird die Vermögenssteuer von 0,20% abgezogen. Der von Ihnen genannte Hotelier-Bauer wird vor lauter Abschreibungen keine Steuern mehr zu bezahlen haben. Auch ein Anlagesystem vieler……

  • sorgenfrei

    @leser: 0.20 % kann man doch nicht ernsthaft als steuer bezeichnen… wenn alleinerziehende/r mit einem verdienst von 10000 € (weil teilzeitarbeitend wegen kind) 500 € dazuverdient, bezahlt sie/er bei einem mindeststeuersatz von 23 % 115 €…. wenn ich richtig gerechnet habe, sind 0.2 % von 57500 € 115 €… will heißen wenn millionenerbes papi seinem sprößling 575000 € veranlagt, wofür dieser 10 % gewinn (also 57500 €, das 4fache jahresgehalt von alleinerzieheder), macht, zahlt er dieselbe summe an steuer? Und macht er gar verlust, kann er den meines wissens steuerlich abschreiben…

    Irap ires sind unternehmenssteuern, bei der mwst lässt man draghi freie hand… vermögenssteuern träfen hochverdienende, aber die mwst. trifft wieder mal lohnabhängige und geringverdiener… also man kann absehen, wohin die reise geht… und die wirtschaftspartei südtirols stimmt in den chor voll mit ein…

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