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Das Blut der Opfer

Foto: FF Luttach

Das technische Beweissicherungsverfahren zum Horror-Unfall von Luttach ist fertig. Wie es aussieht, war Stefan Lechners Audi beim ersten Aufprall 75 Stundenkilometer schnell. Nun wird das Blut der Opfer auf Alkohol untersucht.

von Thomas Vikoler

Die Verteidiger von Stefan Lechner verließen am Donnerstag ziemlich zufrieden den Bozner Gerichtspalast. Die Analyse des Boardcomputers des Audi TT ihres Mandanten, die sie selbst beantragt hatten, brachte ein für sie günstiges Ergebnis.

Gerichtsgutachter Luigi Cipriani aus Verona teilte in der Schlussverhandlung des technischen Beweissicherungsverfahrens Folgendes mit: Die letzte Anzeige der Black Box des Fahrzeugs weist eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern an. Nachdem laut Cipriani zwischen dem Auslösen des Sensors an der sogenannten Drosselklappe im Ansaugtrakt des Motors und der Aufzeichnung auf dem Computer rund eine halbe Sekunde vergeht, muss der Unfallwagen – zurückgerechnet – beim Aufprall mit 75 bis 80 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein.

Das entspricht der Geschwindigkeit, welche der Sachverständige der Verteidigung von Anfang an angegeben hatte. Der Sachverständige der Zivilparteien kommt auf über hundert Stundenkilometer Aufprallgeschwindigkeit, Gerichtsgutachter Cipriani kam bis zur Auswertung der Daten der Blackbox auf Tempo 90.

Die Frage der Geschwindigkeit ist in der Hinsicht relevant, ob das geltende Tempolimit von 50 um das Doppelte überschritten wurde oder nicht. Wäre dies der Fall, könnte gegen Lechner ein weiterer erschwerender Umstand – neben dem Alkoholkonsum – geltend gemacht werden. Die Rechnung Ciprianis zur Black Box wurde am Donnerstag von einem Sachverständigen ernsthaft bestritten, unklar blieb lediglich, ob mit dem Aufprall das erste erfasste Opfer gemeint ist oder das zweite oder dritte.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (14)

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  • andreas

    Jeder hat ein Recht auf Verteidigung.
    Doch bei ca. 2 Promille, 7 Tote und erhöhter Geschwindigkeit, unabhängig davon wieviel, wäre es angebracht die juristischen Spitzfindigkeiten und Plänkeleien zu unterlassen und ohne wenn und aber die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.
    Sein Anwalt bzw. er, möchten wohl eine Teilschuld auf die Opfer abwälzen, kann man machen, muss man aber nicht.

    • ahaa

      Trunkenheit in der Öffentlichkeit ist strafbar. Mit dem Auto oder zu Fuß!
      Meinem Bekannten erging es so, Alkoholisiert von einem Alklenker auf dem Zebrastreifen überfahren. Insgesamt 5 Monate im Krankenhaus, zusätzlich 8 Monate Krankenstand.
      Mehr als Anwaltsspesen und eine Strafe wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit hat er nicht bekommen.
      Wie du schreibst.. Bei 2 Promille….
      Kennst du den Wert der Opfer?
      Hier hörte man das der Lenker bei weitem nicht am meisten Intus hatte…… Vermutlich macht nur die Presse einen neuen Artikel. Die leben ja davon.

    • markp.

      @andreas

      Das ist doch die Aufgabe des Verteidigers, alle Register zu ziehen. Moral ist in Gerichsgebäuden doch nicht gefragt. Da geht es doch nicht um Gerechtigkeit, sondern wer am Ende bessere Argumente hat. Wie heisst es doch: „Recht haben ist eines, Recht bekommen etwas anderes“.

  • andi182

    Der Alkwert der Opfer ist nicht wichtig die des Täters zählen .
    Lebens lang bei 7 Toten .

    • yannis

      Oh, doch !
      Auch der ist wichtig, denn nüchtern wäre möglicherweise, keiner oder nicht alle aus dem am Strassenrand entgegen der Fahrtrichtung geparkten Bus auf die Straße getorkelt.

  • watschi

    vorausgeschickt, es war ein schrecklicher, trauriger unfall. ich muss aber yannis recht geben, bei einem unfall gibt es nur selten einen schuldigen.ausserdem, glaube ich, dass wohl jeder versuchen würde sich so weit wie möglich aus der alleinigen verantwortung zu ziehen. da es jeden von uns passieren könnte (wie auch immer), sollten wir imstande sein uns in die lage des angeklagten zu versetzen. das ist gesunder egoismus, der jedem zusteht

  • andreas

    @watschi
    Mit 2 Promille 7 tot fahren, kann nicht jedem passieren und statt 100%, 78,36% Schuld am Tod von 7 Jugendlichen zu haben, ändert nicht wirklich etwas.
    Und nebenbei, sauf weniger, wenn noch fährst.

    • watschi

      andreas, deswegen in klammer (wie auch immer). soll heissen, auch unter anderen umständen: zu schnell gefahren, handy am ohr, zigarette auf den boden gefallen, zu laute musik, durch etwas abgelenkt, fahrzeug im schlechtem
      zustand, zu wenig fahrpraxis, müdigkeit, schechte sicht usw.

    • diplomat

      Schalt doch mal dein Hirn ein! Wenn du um 2 Uhr nachts dort an der Bushaltestelle die Straße überquerst, wirst wohl schauen ob eine Auto kommt wenn du nicht vollgesoffen bist. Vor allem bei einer 500 m langen Geraden??? Da sieht man doch ob ein Auto daherkommt. Wenn du natürlich vollbesoffen bist und nichts mehr wahrnimmst, dann wirst du über die Straße torkeln und platt gefahren.

  • diplomat

    mein voriger Kommentar war an Andreas gerichtet …

  • goggile

    was für eine welt! ein 7enfachmõrder läuft frei herum!

    L E B E N S L A N G !

  • kaspartanner

    Nur fürs Verständnis…warum hält der Bus so dass die Fahrgäste direkt zur Fahrbahn aussteigen? Würde ich das hier tun…jesses!

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