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Flüchtiger stellt sich

Ein 52-jähriger Münchner, der nach dem Bootsunfall auf dem Gardasee gesucht wurde, hat sich in Sterzing der Polizei gestellt.

Er kam Sonntagfrüh in Begleitung seines Anwalts in die Polizeistation von Sterzing. Sein Name: Patrick Kassen, 52, aus München. Er teilte den Beamten mit, dass er es sei, nach dem seit Tagen per europäischem Haftbefehl gesucht wird.

Es handelt sich um jenen Mann, der für den tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee am 19. Juni verantwortlich sein soll. Dabei starb ein Paar aus der Gegend, Umberto Garzarella und Greta Nedrotti.

Der Vorwurf gegen Kassen, der am Sonntag nach Brescia gebracht wurde, lautet auf fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung. Laut Ermittlern war sein Motorboot mit überhöhter Geschwindigkeit mit einem Kahn zusammengestoßen. Das Landgericht München hatte vergangene Woche den europäischen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Brescia bestätigt (tom).

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (12)

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  • watschi

    bei aller tragik des falles. nach einem unfall wird man verhaftet, nach tödlichen, absichtlichen messerstichen an mehreren menschen wird man als verrückt erklärt und kommt in psychiatrische behandlung und alle müssen einsehen, dass der täter krank ist und ihn bemitleiden und seine tat verstehen. kriegstrauma. kann man nach einem unfall nicht einfach einmal die ermittlungen und das dazu ergehende urteil abwarten, bevor man jemand verhaftet?

    • meintag

      Der hier Erwähnte ist aber zurück nach Deutschland abgehauen und erst auf Druck eines vom Gericht in Brescia ausgestellten europäischen Haftbefehls wieder auf italienischen Staatsgebiets aufgetaucht.
      Man sollte auch nicht vergessen wie sich der Herr seiner Schuld anfangs überhaupt nicht bewusst schien und das touchierte Boot mit Treibholz verglich. Arroganter gehts nicht oder? Hoffentlich bekommt Er nicht nur die italienische Justiz sondern auch den Knast zu spüren.

  • paul1

    @ watschi, ein Messerstecher hatte halt eine schwere Kindheit… hahah

  • andreas

    @meintag
    Er ist nicht „abgehaut“, sondern nach geltendem Recht zurück nach München.
    Die Gesetzeslage gab es wohl nicht her, ihn am Tag nach der Tat einzusperren.
    Er hat sich nebenbei freiwillig gestellt. Hätte er nicht gewollt, hätte die Staatsanwaltschaft in München entscheiden müssen, was mit ihm passiert.

    • meintag

      Der Herr ist meines Wissens im Sektor Gesundheit unterwegs. Ein europäischer Haftbefehl wird sicher sein Umdenken bewirkt haben und es sich bei Einigen seiner Kunden schlecht ausgewirkt haben.
      Die Übersetzungen für die Münchner Staatsanwaltschaft hätten sicher lange gedauert sodass Er selbst mit Anwalt den Grenzübertritt wagte.

      • andreas

        Laut seinem Anwalt hat er aus den Medien erfahren, dass seit Freitag ein internationaler Haftbefehl existiert.
        Vielleicht hätte es gereicht, wenn der Staatsanwalt ihn angerufen und aufgefordert hätte, nach Italien zu kommen.
        Hätte er deiner Meinung nach in Salo bleiben und darauf bestehen sollen, dass er inhaftiert wird, auch wenn er freigelassen wurde?

        Die Gesetzeslage ist wie sie ist, einem Verdächtigen bzw. Täter deren Lücken negativ anzurechnen, ist wohl etwas weltfremd.
        Auch standen sie für Ermittlungen laut ihren Aussagen jederzeit zur Verfügung, was dieser nun auch belegt hat.

        • meintag

          @Andreas
          Der Staatsanwalt hätte Ihn nur anrufen brauchen. Das Dies Nie passiert wäre sollte auch Dir einleuchten.
          Solange Er auf italienischem Staatsgebiet war, hätte man entscheidende Massnahmen ergreifen müssen. Allein die schäbige schriftliche Entschuldigung welche man den Eltern der Toten zukommen hat lassen zeigt welcher Charakter hier das Boot steuerte.

          • andreas

            Die Staatsanwaltschaft hat keine moralischen Urteile zu fällen, sondern nach der Gesetzeslage zu handeln.
            Wenn diese keine sofortige Untersuchungshaft vorsieht und einem Verdächtigen erlaubt, das Land zu verlassen, müsste man die Gesetze ändern.

            So wie ich es verstanden habe, ist bei so einem Unfall auf dem Wasser nur der sofortige Entzug des Bootsführerscheins vorgesehen.
            Welche Rolle die Geschwindigkeit, Alkohol und Fahrerflucht beim Urteil spielen, muss ein Gericht entscheiden. Jedenfalls ist die Gesetzeslage auf dem Wasser weit weniger streng, als die der Straße.

  • 2xnachgedacht

    er hat sich gestellt= in ordnung! aber die ausreise aus deutschland? = einreise nach österreich und durchfahrt… ausreise aus österreich? = einreise nach italien…und dann noch unbehelligt bis zur polizeistation nach sterzing? wer das glaubt- glaubt noch viel mehr…

  • hilti

    Hat er sicherlich auf Anraten seines Anwaltes gemacht, um so den Eindruck einer Reue zu erwecken.
    Hätte weniger saufen müssen, und nicht noch mit dem Boot über den See zu sausen, als ob alles auf der Welt nur ihm gehört

  • exodus

    Zwei junge, lebenslustige Menschen, die ihren Tag am Gardasee verbringen wollten, im Suff zu töten und ganz unbesorgt nach Hause zu fahren, finde ich respektlos und unerhört.

  • tirolersepp

    Das Gesetz gilt für alle – auch für besoffene Deutsche am Gardasee – keine Gnade bitte !!!

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