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Begleitende „Engel“

Foto: lpa

 

Mit 2. Juli 2021 begann im Südtiroler Sanitätsbetrieb ein Pilotprojekt, bei dem die Wartenden in der Notaufnahme bis zu ihrer Behandlung unterstützt werden.
Speziell ausgebildete Freiwillige des Roten Kreuzes werden als Bindeglied zwischen Patienten, Angehörigen und Personal fungieren.

Täglich suchen eine große Zahl von Patientinnen und Patienten die größte Notaufnahme des Landes im Landeskrankenhaus Bozen auf.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dienstes bemühen sich nach Kräften, für die Wartenden auch mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen, schaffen das aber aus Zeitgründen oft nicht.

„Deshalb war es uns ein Anliegen, dass wir dem dortigen Personal jemanden zur Seite stellen, der die Betroffenen beruhigt, für sie Auskünfte einholt, ihnen Orientierung gibt oder ihnen auf Wunsch auch nur einen Kaffee oder Wasser besorgt. Das alles sind kleine, aber wichtige Dinge, die Freiwillige übernehmen können und die gerade in Spitzenzeiten sehr viel zur Deeskalation und zum besseren Wohlfühlklima beitragen“, so Pflegedirektorin Marianne Siller.

Auch Landesrat Thomas Widmann begrüßt die Initiative: „Die Notfall- und Akutversorgung ist ein besonderer Bereich. Patient und Begleiter befinden sich in einem Ausnahmezustand, sind besorgt und teilweise verängstigt, während sich das Personal in der Notaufnahme primär um die medizinische Versorgung kümmern muss. Daher die Idee, diesen Menschen zur Seite zu stehen.“

Koordiniert wird der Dienst, der vorzugsweise zu Spitzenzeiten eingesetzt wird, vom Roten Kreuz.

Die Freiwilligen erhalten eine Schulung, um neben Themen wie Gesprächsführung und nonverbaler Kommunikation auch über Details der Institution Krankenhaus, Datenschutz und Hygiene Bescheid zu wissen.

Die nun mit 2. Juli 2021 erfolgte Einführung dieses Dienstes ist Teil eines Konzeptes zur Verbesserung der Notaufnahme am Landeskrankenhaus Bozen.

Durch diese Initiative soll die gefühlte Qualität – welche ja nicht immer messbar, aber wichtig für das Empfinden von Wärme und Menschlichkeit ist – verbessert werden. Sollte sich das Konzept bewähren, kann es auch auf andere größere Notaufnahmen in Südtirol ausgedehnt werden.

Grundsätzlich gilt, dass der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Fragen und bei Beschwerden der zugeteilte Basisarzt – sprich Hausarzt – ist. Die Notaufnahme sollte deshalb nur bei tatsächlichen Notfällen aufgesucht werden. Auch dies würde zur Entlastung in den Notaufnahmen der Krankenhäuser beitragen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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