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Mit Wolf und Bär leben

Foto: Stefan Borkert

Ein Südtirol ganz ohne Wolf und Bär werde es für Jahrzehnte nicht mehr geben, sagt LR Arnold Schuler.

Das Zusammenleben mit Wolf und Bär in Südtirol wird immer schwieriger, warnte Josef Unterholzner.

Die Großraubwildtiere näherten immer mehr den Dörfern, wie z.B. Lana und am Rainguthof in Tisens.

Es habe den Anschein, als würden die Tiere die Scheu vor dem Menschen verlieren. Es sei nur mehr eine Frage der Zeit und sie spazieren durch unsere Dörfer. „Logisch wenn man bedenkt, wie einfach die Wildtiere zu Futter kommen“, so Unterholzner im Rahmen der Fragestunde im Landtag.

Dies vorausgeschickt, richtete Unterholzner folgende Fragen an die Landesregierung:

Was gedenkt die Landesregierung zu tun, um die Lebenssituation der Menschen in den Dörfern zu schützen? Hat sich die Landesregierung Gedanken darüber gemacht, wenn die Bauern die Almen nicht mehr pflegen — die Nutztiere im Sommer nicht mehr auf die Almen bringen, welche Folgen daraus entstehen? Wie hat sich die Landesregierung ein Zusammenleben von Menschen und Tier vorgestellt, da aufgrund der bewirtschafteten Almen für Wolf und Bär daher kein geeigneter Platz ist? Mit welchen Abhilfemaßnahmen antwortet die Landesregierung auf den jüngsten Vorfällen am Rainguthof in Tisens?

LR Arnold Schuler erklärte, dass man zwischen Gefahren für Menschen und jene für Nutztiere unterscheiden müsse.

Im Trentino habe es Angriffe von Bären auf Menschen gegeben, Angriffe von Wölfen nicht. Man sollte auch hier unterscheiden und den Menschen nicht unnötig Angst machen. Für die Nutztiere seien Wölfe wie Bären eine Gefahr. Man setze sich für eine Lösung ein, die bis zur Entnahme, zur Eindämmung der Population gehe.

Die Südtiroler Landwirtschaft sei mit ihren bewirtschafteten Almen eine Ausnahmesituation, die besondere Berücksichtigung verdiene. Ein Südtirol ganz ohne Wolf und Bär werde es für Jahrzehnte nicht mehr geben.

Diese Tiere seien auch in den Nachbarregionen verbreitet und ließen sich von einer Südtiroler Regelung nicht abhalten lassen. Bezüglich der Vorfälle am Rainguthof erklärte Schuler, dass auch in diesem Fall die staatlichen Bestimmungen einzuhalten seien.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (13)

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  • batman

    Wenn der Mensch so weitermacht wie bisher, wird es in Zukunft kein Problem mehr geben, dass er noch zu lösen hätte.

  • franz1

    Wenn ich diese Großkopfatn, – bestens bezahlte Herrn – höre wenn sie ihre Reden schwingen, muß schon sagen da hatten unsere Vorfahren (primitive Menschen vor ca. 120 Jahren) mehr Hirnschmalz als die Politiker heutzutage allesamt……

  • batman

    Was wächst noch ohne Chemie in Südtirol?
    Ja wir haben es weit gebracht!

  • drago

    Bedauerlicherweise ist das Einzige, das man von Bauernseite hört, die Forderung nach einem großraubtierfreiem Südtirol. Dass beim Vorhandensein von Großraubtieren die bisher betriebene Tierhaltung nicht mehr angemessen ist, ist klar. Und der übliche Hinweis darauf, dass Zäune nichts nützen, ist nur eine Ausrede. Die Kombination von Schutzzaun (für die Nacht), Herdenhunde und Hirten gewährt einen fast 100%en Schutz. Und die fehlenden paar Prozent werden ausgeglichen durch die Tatsache, dass es kaum mehr abgängige und/oder abgestürzte Tiere gibt. Aber natürlich würde dies einen Paradigmenwechsel und mehr Kosten bedeuten. Und diese Mehrkosten sollte die Allgemeinheit übernehmen. Abgesehen davon mussten sich in den letzten Jahrzehnte praktisch alle Wirtschaftszweige an geänderte Bedingungen und Konkurrenz anpassen. Warum dann nicht auch die Kleintierhalter?

  • robby

    Dafür wird es bald ein Südtirol ganz ohne A. Schuler geben.

  • paul1

    :Herr Unterholzer, zu Ihren Kommentar; Es habe den Anschein, als würden die Tiere die Scheu vor dem Menschen verlieren.

    Wenn die Wölfe von den Menschen gezüchtet und ausgesetzt werden, versteht sich wohl von selbst, dass sie die Menschen nicht scheuen!!!!

    • drago

      Die Wölfe wurdenn weder von Menschen gezüchtet noch ausgesetzt. Sie sind eingewandert.
      Wenn Raubtiere die Scheu vor den Menschen verlieren, dann sind die Menschen daran schuld durch ihr Verhalten. Raubtiere sind genauso opportunistisch wie Menschen und holen sich, was sie brauchen, da wo es am einfahcsten ist. Schlussfolgerung: man muss es ihnen schwerer machen, das Futter von den Menschen zu holen anstatt aus der Natur. Aber es hat ja auch schon Bauern gegeben, die sich darüber beschwert haben, dass der Wolf ein Reh gerissen hat.

    • sukram

      Wölfe sind nicht unbedingt scheu, sondern einfach vorsichtig. Je mehr sie Kontakterlebnisse mit Menschen und Dörfern haben, umso zutraulicher werden sie. So wurden auch die Wölfe vor Jahrtausenden domestiziert.
      Wenn wir den Wölfen freien Lauf lassen, wird es künftig einige ähnliche Probleme geben, wie in manchen armen Ländern mit Straßenhunden.

  • bernhart

    Ich kann Schuler nicht verstehen, haben jetzt Großraubtiere den höheren Stellenwert als Nutztiere???
    Schon das Wort Nutztier, steht für Leben, Lebensgrundlage für Familien.
    Raubtier steht für Schaden-
    Niemand hat Mitleid wenn Schafe Ziegen Kälber und Bienen getütet werden, diese Schaden wird zum Teil auch vergütet ,leider kann man Geld nicht essen und die Tiere werden auch nicht mehr lebendig.
    Herr Schuler sie sind kein Politiker mit Rückgrad.

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