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Mutiger Pedro

Carles Puigdemont und Cristian Kollmann bei einem Treffen in Belgien.

Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat die neun katalanischen politischen Gefangenen begnadigt. Zur Freude der STF.

Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat die neun katalanischen politischen Gefangenen begnadigt. Der politische Druck auf Sánchez, der zuletzt auch von der parlamentarischen Versammlung des Europarats ausgeübt wurde, zeigt seine Wirkung, freut sich die Süd-Tiroler Freiheit.

Die Süd-Tiroler Freiheit schließt sich dabei der Meinung der neuen katalanischen Regierung an, die sich für die Begnadigung eingesetzt hat, doch in der Begnadigung nicht die Lösung des Katalonienkonflikts sieht. Ein erster Teilsieg sei auf jeden Fall errungen worden, weiß Cristian Kollmann, der mit Vertretern der katalanischen Regierung in Kontakt steht, zu berichten.

„Nun geht es darum, dass auch der internationale Haftbefehl gegen die im Exil lebenden katalanischen Politiker, allen voran Carles Puigdemont, aufgehoben wird und dass von der spanischen Justiz die Forderung des Rechts auf Selbstbestimmung nicht mehr geahndet wird.“

Auf jeden Fall habe der spanische Premierminister Pedro Sánchez mit seinem Akt der Begnadigung endlich Mut bewiesen, zumal er sich dafür bei der spanischen nationalistischen Seite sehr unbeliebt macht. „Dieser Mut hat dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, wenn es um die Begnadigung der Südtiroler Freiheitskämpfer geht, bislang immer gefehlt“, so Kollmann abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

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  • mannik

    Meister Kollmann, zum Unterschied zu den im Ausland lebenden Aktivisten, sind die katalanischen Politiker (außer Puigdemont, der es vorgezogen hat andere ins Gefängnis gehen zu lassen), im Gefängnis gesessen. Das ist genau ein Grund, weshalb sich die verschiedenen italienischen Staatspräsidenten so schwer getan haben und tun mit der Begnadigung, falls man die gesetzliche Lage kennt.

    • dagobert

      Mannik, da stimme ich zu. Trotzdem ist die Begnadigung der Südtiroler Aktivisten meiner Meinung nach längst überfällig.

      • mannik

        Tja, geht aber eben nicht. Weder haben sie auch nur einen Tag im Gefängnis verbracht, haben also, wenn auch nur symbolisch, ihre Strafe angetreten, noch haben sie Reue gezeigt. Das ist aber die Voraussetzung für die Begnadigung. Hinter den Kulissen wird aber laufend daran gearbeitet, daher schaden laute Zurufe wie die von der STF dem Prozess nur.

  • dagobert

    Nach der gescheiterten Unabhängigkeitserklärung 2017 sind die politischen Gefangenen das einzige das die Pro-Independence-Parteien noch zusammenhält. In den meisten anderen Belangen streiten die nämlich wie Hund und Katz. Durch die Amnestie nimmt Pedro Sanchez den Separatisten Wind aus den Segeln und schafft auch so eine Grundlage für eine Versöhnung zwischen Katalonien und Spanien. Nicht zuletzt ist Sanchez auch auf die Stimmen Kataloniens für seine Koalitionsregierung angewiesen.
    Ich glaube kaum dass die parlamentarische Versammlung des Europarats so eine ernste Rolle bei der Amnestie gespielt hat, aber wenn der Herr Kollmann sich freut dann freue ich mich auch.

  • franz1

    @ mannik,

    … das war vor 60 (!) Jahren, damals wären die Südtirol-Aktivisten – hätten sie sich gestellt – nach einem Schau-Prozess womöglich umgebracht worden, und keiner hätte gekräht nichtmal die SVP unter Magnago ……
    Das was Spanien machte war auch falsch, wos hobm die ungstellt, dei hobm niemanden umgebracht und trotzdem mußten sie in „Loch“..
    Wahrscheinlich weißt du nicht wie das Italienische Heer und Carabinieri in den 60ziger Jahren die Häuser durchsuchten und die Personen schlugen, ja das will wohl keiner mehr wissen!!!
    Unzählige Verächtige wurden in die Kasernen gebracht und zusammen geschlagen.
    Heute sind wir wieder soweit mit der SVP die ja wiederum auf bestem Wege ist alles zu verbocken…..

    • mannik

      Das die italienische Justiz und die Polizeiorgane Verhalten an den Tag gelget haben, die jedem demokratischen Staat spotten stimmt durchaus, allerdings brauchen Sie auch nicht zu übertreiben. Sie haben sich weder vor 60, noch vor 50 oder 40 Jahren gestellt. lassen wir die Kirche im Dorf.
      Nach den Todesfällen im Gefängnis war die Öffentlichkeit hell wach, also da häte man sich nichts mehr erlauben dürfen.
      Ich persönlich kann mich nicht daran erinnern, da war ich zu klein, aber meine Eltern haben mir davon erzählt. Die waren auch bei uns zu Hause…

  • franz1

    @ mannik,

    … erleben oder erzählen das sind 2 verschiedene Welten.
    Ich habs mit eigenen Augen gesehen die gonzn Campagnola und dei Schar va Najoni, vor lauter Angst hobm sie auf olles geschossn wos sich bewegt hot, in do Nähe van Olanger Schwimmbod steht a Marterle fan an jungen Burschn den sie oknollt hobm, vo lauto Schiss…..
    Damals glich es fast einer Militärinvasion in einzelnen Dörfern und sprich mal mit den direkt Betroffenen, sofern noch einer von denen lebt.

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