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„Müssen weiterimpfen“

Foto: LPA/ 123rf

In Südtirol wird am Samstag die 400.000er Marke an verabreichten Impfungen geknackt. Künftig wird ein kürzeres Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung eingeplant.

Mit Stand Donnerstag Abend beträgt die Gesamtzahl der verabreichten Impfdosen 392.548. Am Samstag wird demnach voraussichtlich die 400.000er Marke überschritten.

259.038 Menschen sind mittlerweile mit der ersten Dosis geimpft. 153.251 Personen, das sind 28,6 % der Südtiroler Bevölkerung, gelten bereits als vollständig immunisiert, davon 19.741 nach nur einer Impfung, weil sie entweder den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben oder nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus nur eine Impfdosis benötigen. Im Vergleich zur letzten Woche genießen 20.314 Personen mehr den kompletten Impfschutz. Vergangene Woche waren 24,8% der Bevölkerung immunisiert.

In der derzeitigen Phase der Pandemie ist es besonders wichtig, die jüngeren Jahrgänge zur Schutzimpfung zu bewegen. Bei der Altersklasse der Personen von 12-39 Jahren sind bis Stand gestern 35,9% gegen eine Infektion geschützt, rechnet man auch jene die sich zu einem Termin vorgemerkt haben und jene die in den letzten 3 Monaten positiv getestet wurden, hinzu. Daneben sind weiterhin auch alle älteren Personen, die bis jetzt noch nicht geimpft sind, dazu aufgerufen, sich zu einem Termin vorzumerken.

„Das Ende der Pandemie entscheidet – neben der Beibehaltung der bekannten Maßnahmen, wie die Einhaltung der Hygiene – vor allem der Impffortschritt“, so Landesrat Thomas Widmann. Insbesondere das Auftreten einiger Infektionscluster, bei denen einzelne Infektionen mit der hoch ansteckenden Delta-Variante nachgewiesen wurden, bereitet ihm Sorgen. „Je mehr Menschen wir schaffen zu impfen, umso schwieriger wird es für die Delta-Variante sein, sich durchzusetzen. Es hat sich gezeigt, dass alle von uns eingesetzten Impfstoffe bei vollständig geimpften Personen gegen diese neue Mutation wirksam sind.“

Auch Generaldirektor Florian Zerzer weist darauf hin, dass die Coronaschutz-Impfung trotz merklicher Entspannung der Infektionslage ausschlaggebend dafür ist, die Pandemie zu überwinden. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb organisiert derzeit verschiedene Impfangebote. „An speziellen Impftagen in den Gemeinden kommt die Impfung gewissermaßen direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Ich rufe alle noch nicht geimpften Südtirolerinnen und Südtiroler auf, dieses unbürokratische und einfache Impfangebot wahrzunehmen. Das Angebot richtet sich auch speziell an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben, die mit einer Schutzimpfung dazu beitragen können, Clusterbildungen zu verhindern.“

Genauere Informationen zu der Initiative „Impfen vor Ort“ finden sich auf der Homepage www.coronaschutzimpfung.it unter der Kategorie „Impftermine / Impfen vor Ort“ beziehungsweise direkt auf der Webseite der jeweiligen Gemeinde.

Auf Grundlage des Rundschreibens des italienisches Gesundheitsministeriums vom 11.06.2021 erhalten Personen unter 60 Jahren, denen die erste Impfdosis mit Vaxzevria verabreicht wurde, die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Der bereits fixierte Termin für die Zweitimpfung bleibt aufrecht, der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt im Normalfall 11 Wochen. Es ändert sich also nur der Impfstoff.

Aufgrund dieser Neuerung musste der Sanitätsbetrieb auch das Informatiksystem anpassen und die Möglichkeit vorsehen, dass zwei verschiedene Impfstoffe im Impfzertifikat aufscheinen. All jene Personen, die ihre Zweitdosis mit einem anderen Impfstoff erhalten haben, werden gebeten zu überprüfen, ob die Impfstoffe im Impfzertifikat korrekt angegeben sind. Sollte dies nicht der Fall sein, kann das Impfzertifikat jetzt noch einmal heruntergeladen werden, da das Problem mittlerweile behoben worden ist.

Eine Neuerung gibt es für Impftermine, die neu vergeben werden. Es wird nämlich ein kürzeres Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung eingeplant, bei BionTech Pfizer 3 Wochen, bei Moderna 4 Wochen und bei dem Impfstoff von AstraZeneca 8 Wochen. Aus organisatorischen Gründen sind nicht alle Impfzentren dazu in der Lage, gleichzeitig umzustellen. Spätestens ab 28. Juni jedoch wird diese Neuerung umgesetzt sein.

Impftermine sind für alle Bürgerinnen und Bürger ab 12 Jahren freigeschaltet.
Online-Anmeldungen sind rund um die Uhr möglich, unter https://sanibook.sabes.it oder https://www.sabes.it/vormerken.
Alternativ dazu können auch telefonisch Termine vorgemerkt werden, nämlich von Montag bis Freitag, 8:00 – 16:00 Uhr, unter 0471 100999 oder 0472 973850.

Der aktuelle Impfreport – die wichtigsten Daten in Kürze Nachfolgend werden die wichtigsten Zahlen (Stand: 17.06.2021) zu den bereits durchgeführten Impfungen in Südtirol dargestellt.

Impfungen insgesamt (im Vergleich zu letzter Woche) Verabreichte Impfdosen: 392.548 (+ 25.605)
Erstdosis: 259.038 (+6.876)
Zweitdosis: 133.510 (+18.729)
vollständig geimpfte Personen: 153.251 (+20.314)

Impfungen nach Gruppen
Personen über 80 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 33.732 Personen
Erstdosis: 27.394
Zweitdosis: 25.305

Personen über 70 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 46.417 Personen
Erstdosis: 37.070
Zweitdosis: 21.501

Personen über 60 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 58.927 Personen
Erstdosis: 42.978
Zweitdosis: 23.620

Personen über 50 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 84.804 Personen
Erstdosis: 54.289
Zweitdosis: 31.572

Personen über 40 Jahre Diese Personengruppe umfasst: 74.448 Personen Erstdosis: 41.864 Zweitdosis: 14.879

Personen über 30 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 63.481 Personen
Erstdosis: 26.464
Zweitdosis: 9.075

Personen über 20 Jahre
Diese Personengruppe umfasst: 61.285 Personen
Erstdosis: 22.848
Zweitdosis: 6.753

Personen von 16-19 Jahren
Diese Personengruppe umfasst: 23.242 Personen
Erstdosis: 5.732
Zweitdosis: 803

Personen von 12-15 Jahren
Diese Personengruppe umfasst: 23.121 Personen
Erstdosis: 399
Zweitdosis: 2

Besonders gefährdete Personen und Caregiver
Diese Personengruppe umfasst ca.: 19.600 Personen Erstdosis: 18.229 Zweitdosis: 12.735

Personen, die vor einer Infektion geschützt sind, weil sie bereits geimpft bzw.in den letzten 3 Monaten positiv getestet wurden: Altergruppe 80+: 82,0%; 70+: 80,8%; 60+: 74,2%; 50+: 65,7; 40+: 58,6%; 12-39: 35,9%.

Impfungen nach Impfstoff

Pfizer BioNTech
Erstdosis: 165.620
Zweitdosis: 98.943
abgeschlossene Impfzyklen: 59,7%
Moderna
Erstdosis: 25.976
Zweitdosis: 13.249
abgeschlossene Impfzyklen: 51,0%
Vaxzevria (ex AstraZeneca)
Erstdosis: 60.338
Zweitdosis: 21.318
abgeschlossene Impfzyklen: 35,3%
Johnson & Johnson
Erstdosis: 7.104
abgeschlossene Impfzyklen: 100%

Erwartete Lieferungen (21.06. – 05.07.2021)
Pfizer BioNTech: 57.330 Dosen
Moderna: 12.210 Dosen
Vaxzevria (ex AstraZeneca): 4.840 Dosen
Johnson & Johnson: 4.100 Dosen
Insgesamt: 78.480 Dosen

Informationen zur Impfkampagne und Vormerkung: www.coronaschutzimpfung.it

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • drago

    Vorausgeschickt, dass ich selbst geimpft bin, verstehe ich all jene, die Zweifel an der Impfung haben. Ein solches Wirrwarr an widersprüchlichen Informationen (und ich rede nicht von den üblichen coronaleugnern), das bisher betreffend die Impfungen bisher an uns übermittelt wurde, kann das Vertrauen in die Impfungen nicht stärken. AstraZeneca: zuerst nur über 60, dann alle, dann wieder nur über 60; zuerst keine Kreuzimpfungen, dann wieder ist besser, andere ja nicht kreuzimpfen; zuerst vorgegebene Abstände, da ansonsten Impfschutz kompromittiert wird, jetzt Zeitabstände zwischen 1. und 2. Impfung wird verkürzt. Um nicht von den (seltenen) kurzfristigen Impfnebenwirkungen: Hirntrombosen, anaphylatische Schocks; langfristige Nebenwirkungen sind sowieso noch nicht bekannt. Und für die oben beschriebenen Änderungen sind nicht medizinische Gründe verantwortlich, sondern die Verfügbarkeit der Impfstoffe. Und das soll Vertrauen erzeugen!

    • cicero

      Ganz am Anfang war Astra Zeneca nur für unter 60ig Jährige, weil bei den Studien zu wenig bis keine Teilnehmer über 60 dabei waren. Das muss man sich mal vorstellen, keine Studienteilnehmer in der relevante Altersgruppe, die die Impfung wennschon am meisten brauchen. Man probiert die Impfstoffe an Millionen aus uns schaut welche Nebenwirkungen es gibt. Dass es Einzelne erwischt wird in Kauf genommen. Das erzeugt kein Vertrauen und ich glaube man tut gut daran noch abzuwarten. Es kommen bessere und sicherere Impfstoffe, abgesehen davon dass ein wirksames Medikament sowieso die beste Lösung wäre. Halt kein Geschäft.

      • wurm

        Also ich bin geimpft — aber ob bessere Impfstoffe komme — glaube ich nicht — nun man kann entscheiden Impfung oder Infektion — Nebenwirkungen wie jeder gerne hätte — denn es sieht so aus als würde eine Infektion keine Komplikationen verursachen — es könnte sein dass……

      • kirke

        Seltsam, dass es bei uns keine Impf-Nebenwirkung gibt. Das ist statistisch unmöglich. Man munkelt, dass die erste Hilfe in Bozen wegen der vielen Thrombosen völlig überlastet war und deshalb geschlossen wurde, aber das müsste ein Journalist nachprüfen und diese Berufsgruppe ist in Südtirol leider ausgestorben.

        https://www.iltempo.it/attualita/2021/06/15/news/vaccino-covid-27597294/

        • mannik

          Zunächst kennen Sie offenbar nicht den Unterschied zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen. Das ist schon das erste Armutszeugnis. Reaktionen hatten wohl die meisten Geimpften, aber die sind auch vernachlässigbar, außer man macht ein Drama daraus, dass man einen Tag lang den Einstich spürt (könnte ich mir bei Ihnen gut vorstellen).
          Nebenwirkungen sind etwa Thrombosen, die angesichts der Millionen Dosen AZ aber auch statistisch vernachlässigbar sind. Das mit der Ersten Hilfe in Bozen ist natürlich totaler Blödsinn. Es bedarf einer gehörigen Portion Frechheit und geistiger Unfähigkeit, einfach falsche Behauptungen in den Raum zu stellen.

  • luis2

    Verlagert eure Impfangebote zu den Fußballfans, wenn sie die Stadt stürmen.
    Ach na Corona existiert ja nicht mehr.

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