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„Inakzeptabel und unwürdig“

Alessandro Savoi

Klare Ansage an die Lega: Die SVP fordert (nun doch), dass Alessandro Savoi von seinem Posten als Präsidialsekretär des Regionalrats zurücktritt.

von Matthias Kofler

Das Präsidium der SVP hat sich gestern mit dem „Fall Alessandro Savoi“ beschäftigt.

Zur Erinnerung: Der Trentiner Lega-Politiker hatte auf Facebook zwei ehemalige Kolleginnen als „troie“ beschimpft. Die Opposition hatte daraufhin Savois Rücktritt aus dem Präsidium des Regionalrats gefordert und als Zeichen ihres Protests die Wahl Sepp Nogglers zum neuen Regionalratspräsidenten boykottiert.

„Die SVP hat die beleidigenden Aussagen des Präsidialsekretärs Savoi immer verurteilt und wird sie auch weiterhin verurteilen“, stellt Obmann Philipp Achammer im Anschluss an die Präsidiumssitzung klar. Savois Aussagen seien „inakzeptabel und eines Abgeordneten unwürdig“. Das Edelweiß sieht nun den Koalitionspartner Lega gefordert: Dieser trage die Verantwortung dafür, dass bei der Wahl der neuen Regionalratsspitze die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zustande kommen kann. „Die Lega als stärkste Partei im Regionalrat muss dieses Problem kohärent und konsequent lösen – wir ziehen uns diesen Schuh nicht an“, betont Achammer.

Nach Informationen der TAGESZEITUNG haben sowohl der Obmann als auch LH Arno Kompatscher die Lega-Spitze, bestehend aus LH Maurizio Fugatti und Fraktionssprecher Mirko Bisesti, unmissverständlich dazu aufgefordert, „die Handbremse zu ziehen“ und Savoi zum Rücktritt zu bewegen. Der Lega-Politiker müsse seinen Hut nehmen, heißt es aus der Brennerstraße. Bislang habe der „Carroccio“ jedoch „keine klare Linie gefunden“. In der SVP wird der Verdacht geäußert, die Lega spiele absichtlich auf Zeit, damit Roberto Paccher länger Präsident bleiben könne.

Die klare Positionierung von Achammer und Co. ist insofern bemerkenswert, als Fraktionssprecher Gert Lanz bei der verpatzten Wahl im Regionalrat der Opposition die Schuld in die Schuhe geschoben und erklärt hatte, dass das eine Thema mit dem anderen nichts zu tun habe. Senatorin Julia Unterberger stellte daraufhin ihrer Partei die Rute ins Fenster: Ein „Frauenfeind“ wie Savoi, der in seiner politischen Karriere schon für unzählige Skandale gesorgt habe, habe im Regionalrat nichts verloren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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