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„Der Brenner fehlt …“

Julian Nikolaus Rensi und Matthias von Wenzl

Seit dem 24. Mai 2021 müssen alle Personen, die nach Italien einreisen, sich über die PLF (Passenger Locator Form) – das digitale Einreiseformular der EU – anmelden.

Die Südtiroler Hochschüler*innenschaft (sh.asus) bemängelt, dass das Formular an vielen Stellen unausgereift und fehlerhaft sei. Dabei finden sich kleinere Fehler (der Brenner fehlt bei den Grenzübergängen) und größere. Beispielsweise werden vor dem kurz vor dem Abschicken alle Informationen gelöscht, wenn bei der Adresse keine Apartmentnummer angegeben wurde – obwohl diese Angabe bei der Wohnsitzadresse eigentlich optional ist.

Auch ist das Formular noch nicht vollständig in allen angegeben Sprachen verfügbar. Wer das Formular in deutscher Sprache ausfüllt, muss sich am Schluss mit einer englischsprachigen Einreiseerklärung lt. Art. 50 des DPMR des 2. März 2021 auseinandersetzen. Wer lt. Art. 51 desselben Dekrets von der Testpflicht bei der Einreise befreit wurde, sieht sich mit der ganzen Liste an Ausnahmen auf Englisch konfrontiert.

Die sh.asus stellt außerdem fest, dass manche Stellen verunsichern und zu Unklarheiten führen können: „Man muss neben dem Abfahrts- und Ankunftsdatum auch die Uhrzeit der Abfahrt und Ankunft angeben. Uns stellt sich die Frage, ob diese Information wirklich so genau abgegeben werden muss und bei einer eventuellen Kontrolle auch so streng darauf geachtet wird“, merkt Matthias von Wenzl, der Vorsitzende der sh.asus an.

Wer eine temporäre Adresse angibt, erhält den Hinweis, dass man die Adressen angeben soll, an denen man sich aufhält, wenn man sich in den nächsten 14 Tagen nicht an der angegeben permanenten Adresse aufhält. Diese Information sollte aber bereits auf der vorherigen Seite erscheinen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob das Dokument rechtsbindend ist. „Hat ein Studierender, der am Freitag von Innsbruck nach Bozen fährt und am Sonntag nach Innsbruck zurückkehrt, mit Sanktionen zu rechnen, wenn er nur die Wohnsitzadresse in Südtirol angegeben hat und sich dort nicht 14 Tage aufhält?“, fragt sich Julian Nikolaus Rensi, Vizevorsitzender der sh.asus.

Die sh.asus wünscht sich von der Südtiroler Politik, dass sie sich für die Verbesserung der PLF einsetzt. „Natürlich muss die PLF verschiedene Situationen bei der Einreise abdecken – von pendelnden Studierenden bis hin zu Tourist*innen. Wir hoffen aber, dass das Einreiseformular nochmal überarbeitet und optimiert wird“, fügt der Vorstand der sh.asus an.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • sukram

    Dann sollen hat alle über Taufers im Münstertal fahren, wenn es den Brenner nicht gibt – wo ist das Problem? Esst Kuchen, wenn es kein Brot gibt 🙂

  • sigmundkripp

    Wie hat man uns vor vielen Jahren versprochen, als der Grenzbalken am Brenner hochging: Es gibt keine Grenzen mehr! Also auch keine Brennergrenze! Unser Traum ist erfüllt, amtlich und formularmäßig! Bravo Italien, endlich unseren Wunsch nach Wegfall der Brennergrenze erfüllt zu haben! (Und wo keine Grenze, dort auch keine Notwendigkeit, sich zu registrieren! Ist ja logisch, oder?)

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