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„Haben eine enorme Lust“

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Seit Montag dürfen die Fußballvereine im Land wieder trainieren. Die Freude darüber ist bei den Vereinen trotz Meisterschaftsabbruch groß.

Seit Montag ist Mannschaftssport wieder erlaubt. Vor allem Fußballvereine waren vom Verbot stark betroffen. Zahlreiche Sportler und Kinder mussten zu Hause bleiben, anstatt auf dem Fußballplatz zu spielen. Diese Zeit ist nun vorbei, was für die Vereine aber noch keine Rückkehr zur Normalität bedeutet.

Denn die Vereine dürfen zwar jetzt trainieren, aber die meisten Meisterschaften wurden abgebrochen. Nur Meisterschaften vom nationalen Interesse werden ausgetragen. Das bedeutet für den Südtiroler Fußball, dass derzeit nur die Meisterschaften in der Oberliga ausgetragen werden. Und selbst dort beteiligen sich nicht alle Südtiroler Clubs.

Dennoch ist die Freude bei den Vereinen über die Möglichkeit, nun wieder trainieren zu dürfen, groß. Südtirols Fußball-Chef Klaus Schuster berichtet: „Einige Mannschaften trainieren intensiver, manche weniger intensiv, aber fast alle Vereine fangen nun wieder an, weil man seit Montag wieder mit Kontakt trainieren darf.“ Zuvor waren nur Individualtrainings möglich.

Doch auch wenn es für die Vereine möglich ist, dem gewohnten Training (wenn auch ohne Duschen), nachzugehen, so sind Spiele nach wie vor keine erlaubt. „Außer Trainings und Trainingsspiele ist für die Vereine ohnehin nichts möglich, weil man andernorts hinfahren muss“, erklärt Schuster. „Dennoch gibt es eine enorme Lust auf Fußball. Das sehen wir unter anderem in der Oberliga, wo alle teilnehmenden Vereine betont haben, dass sie froh sind, dass sie wieder spielen dürfen.“

Dass die Lust auf Fußball tatsächlich groß ist, merkt man auch den Vereinen selbst an. Auch ohne die Möglichkeit, Meisterschaften oder Freundschaftsspiele auszutragen, kommen sehr viele Sportler zum Training, wie Alexander Spitaler, Präsident des Kalterer Sportvereines erklärt: „Wir fangen jetzt mit Individualtrainings an und spielen zum Schluss ein kleines Trainingsspiel. Später werden wir dann unsere Mannschaften gegenseitig in einem Trainingsspiel spielen lassen.“ Allerdings trainieren in Kaltern nur die Jugendmannschaften, die erste Mannschaft trainiert derzeit nicht, auch weil die Meisterschaft abgesagt wurde.

Im Vorfeld habe man in Kaltern bereits einen Plan erarbeitet, der umgesetzt wird, sobald weitere Lockerungen möglich sind. So plant der KSV bereits jetzt, Freundschaftsspiele mit umliegenden Vereinen durchzuführen.

Ähnlich sieht es bei Landesligist SSV Naturns aus. Dort hat man bereits vor zwei Wochen mit den Individualtrainings begonnen. Dazu habe man eigens eine Teststation eingerichtet, sagt Team-Manager Werner Spechtenhauser: „Diese ist für alle Sportler im Verein zugänglich. Zwei Mal in der Woche wird der Antigenschnell-Test durchgeführt. Aufgrund dieser Tests war es möglich, zu trainieren.“

Seit gestern sind Mannschaften – in Naturns trainiert auch die erste Mannschaft – im Kontakttraining. Trainingsspiele werden zwar durchgeführt, freundschaftliche Partien gegen andere Vereine wird es vorerst aber nicht geben. „Bis dato war alles sehr unsicher, derzeit sind Spiele ja nicht erlaubt, aber wir werden die nächsten Wochen abwarten und schauen, ob wir mehr tun dürfen als nur zu trainieren“, so Spechtenhauser.

Freundschaftsspiele wären aber auch ein organisatorischer Mehraufwand, meint Spechtenhauser: „Wir müssen auch an die sportlichen Visiten denken, vor allem bei jenen Spielern, die bereits Corona hatten.“ Die Lust auf Spiele sei auf jeden Fall groß: „Einige haben sogar gesagt, sie wollen drei Mal die Woche trainieren, aber zuerst warten wir noch eine Woche ab und schauen, wie es sich entwickelt. Wir werden versuchen, den sichersten Weg zu gehen.“

Schuster freuen Berichte wie diese, da sie den Befürchtungen vieler Vereine widersprechen: „Im Gegensatz zu anderen Sportarten durften die Fußballer bis jetzt nicht trainieren. Viele haben befürchtet, dass sie deshalb einige Leute verlieren.“ Ob das so eintritt, werde man erst in der nächsten Saison endgültig sehen.

Damit diese Befürchtungen nicht eintreten, sei es wichtig, dass die Meisterschaften in der kommenden Saison wie geplant stattfinden können: „Wir sind derzeit dabei, diese zu planen. Sie werden im Juli und August beginnen. Wir hoffen, dass die Saison dann auch zu Ende gespielt werden kann.“

Der Verband konzentriere sich derzeit darauf. Ob – falls möglich – in den kommenden Wochen Turniere vom Verband aus organisiert werden, weiß Schuster derzeit noch nicht: „Wir sind leider von der Politik und von der gesundheitlichen Lage abhängig. Zurzeit sind Spiele de facto untersagt, deshalb können wir auch nichts planen, aber auch nicht sagen, wie es jetzt weitergeht.“

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