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zebra ist zurück

Nach einem mehr als zweimonatigem Verkaufsstopp ist die Straßenzeitung zebra. wieder bei den Verkäufer*innen erhältlich; das Projekt steht weiter vor großen Herausforderungen.

Seit Mittwoch ist die neue Ausgabe der Straßenzeitung zebra. wieder bei den Verkäufer*innen erhältlich.

Ausgestattet mit Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Sicherheitsinformationen machten sich die zebra.Verkäufer*innen bereits vergangene Woche nach einem mehr als zweimonatigem Verkaufsstopp wieder auf den Weg, um die Straßenzeitung zurück auf die Straße und zu den Menschen zu bringen.

Dass das Projekt trotz des wiederholten Verkaufsstopps noch immer besteht, verdankt die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt unter anderem den fast 80 Geschäftsbesitzer*innen, die die Straßenzeitung in ihren Geschäftslokalen im Februar, März und April gegen Spende anboten.

Aber die Krise trifft das Sozialprojekt weiterhin schwer und stellt die Menschen darin auf eine harte Bewährungsprobe: Viele der Verkäufer*innen konnten sich in den vergangenen Monaten Mieten und Arztkosten nicht mehr leisten und werden Monate brauchen, um sich wieder – Zeitung für Zeitung – hochzuarbeiten.

Dank der Solidarität vieler Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Optiker, Gärtnereien, Bäckereien und Weltläden, die die Straßenzeitung während des Verkaufsstopps im Februar, März und April dieses Jahres in ihren Geschäftslokalen gegen Spende anboten, konnte die Herausgeberin OEW-Organisation für Eine solidarische Welt in Brixen die über 60 Verkäufer*innen der Straßenzeitung zumindest zu einem Teil finanziell überbrücken. Seit heute ist die neue April-Ausgabe der Straßenzeitung wieder bei den Verkäufer*innen erhältlich, vergangene Woche waren erste Verkäufer*innen schon mit den vorherigen Ausgaben unterwegs. Die FFP-2 Masken und Desinfektionsmittel stellte die Brixner Apotheke Peer zur Verfügung.

OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher sagt: „Wir sind froh, dass zebra. wieder starten kann. Dennoch ist die Straßenzeitung auch weiterhin auf die Solidarität und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bevölkerung, Sponsoren und Partnern aus der Wirtschaft angewiesen.“

Die zebra.Redaktion steht in ständigem Austausch mit Zeitungsprojekten auf der ganzen Welt. In allen von der Pandemie betroffenen Gebieten lassen sich ähnliche Entwicklungen beobachten: Minderheiten und Menschen am Rand der Gesellschaft sind besonders betroffen und ihre schwierige Situation hat sich in den vergangenen Monaten noch weiter verschlechtert.

zebra.Redaktionsleiterin Lisa Frei:Derzeit geraten durch Corona viele Menschen in schwierige Situationen, auch in Südtirol. Der Bedarf an einem Sozialprojekt wie zebra. ist daher so groß wie noch nie.“

Patrizia Insam, zebra.Sozialarbeiterin, ist in ständigem Austausch mit den Straßenverkäufer*innen.  Sie bestätigt: „Die Situation vieler Menschen im Projekt hat sich im letzten Jahr verschlechtert. Wir erhalten derzeit unzählige Unterstützungsanfragen von Verkäufer*innen im Projekt, vor allem in Bezug auf Wohnungsmieten und Arztkosten.“ Hinzu kommt, dass jene Verkäufer*innen, die vor der Krise eine Arbeit gefunden hatten, seit fast einem Jahr wieder auf den zebra.Verkauf angewiesen sind.

Daher ist jede Unterstützung weiterhin wertvoll und sichert durch eine Zuwendung auf das OEW-Spendenkonto bei der Raiffeisenkasse Eisacktal (Iban: IT 68 S 08307 58221 000300004707, Überweisungsgrund: „zebra.Support“) den Fortbestand der Straßenzeitung. Weitere Informationen:  www.oew.org, [email protected], Tel. 0472 208204.

Die zebra. im April

In der neuen zebra.Ausgabe dreht sich alles ums Thema Arbeit und um jene Jobs, in denen Menschen „aufblühen“ – oder auch nicht. Anhand der Theorie des Anthropologen David Graebers hat sich die zebra.Redaktion auf die Suche nach potentiellen „Bullshit Jobs” gemacht, also Arbeiten, die sinnlos und ersetzbar sind, aber auch auf die Suche nach Menschen, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten. Susanne Elsen und Franca Zadra der Universität Brixen erklären anhand ihres Projekt FARM von der Ausbeutung auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt; und in der Promi-Rubrik „Zahlen, bitte!“ erklärt Schauspielerin und Regisseurin Eva Kuen, wie es zur Gründung des Vereins PERFAS kam und wieso Südtiroler Künstler*innen und Musiker*innen auch auf politischer Ebene besser vertreten werden müssen. Im „Io vendo“ erzählt zebra.Verkäuferin Abigail Yakobah schließlich von ihrem Lebensweg.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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