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Neue Pegelmessstellen

Die Pegelmessstelle am Mareiterbach wird nach Elzenbaum verlegt und dort neu errichtet. (Foto: LPA/Landesamt für Hydrologie und Stauanlagen)

Am Mareiterbach in Sterzing, an der Ahr in Kematen und am Suldenbach in Stilfser Brücke wird derzeit an Pegelmessstellen gearbeitet.

Am Mareiterbach in Sterzing, an der Ahr in Kematen und am Suldenbach in Stilfser Brücke werden derzeit Pegelmessstellen neu errichtet oder saniert. Die Pegeldaten sind besonders für das Management kritischer hydrologischer Situationen – Hochwasserereignisse oder auch Wasserknappheitsperioden – und für die nachhaltige Wasserressourcen- und Raumordnungsplanung (Gefahrenzonenplanung) in Südtirol wichtig.

Pegelmessstelle am Mareiterbach wird nach Elzenbaum verlegt

Der Mareiterbach, ein Zubringer des Eisacks, steigt im Falle von Starkniederschlägen stark an. Um den Hochwasserschutz zu erhöhen und das Gewässermanagement zu verbessern, wird jetzt die Pegelmessstelle am Mareiterbach nach Elzenbaum verlegt und dort neu errichtet. Im ersten Baulos wird die bestehende Pegelmessstelle unmittelbar unterhalb der Querung mit der Penserjochstraße abgerissen. Zudem wird die Pegelmessstelle am Eisack in Freienfeld erweitert und es werden Geräte für die Bestimmung des Schwebstofftransportes installiert, ausgehend von der Beprobung und der Trübungsmessung des Eisacks, erläutert Bauleiter Roberto Dinale, Direktor des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen in der Agentur für Bevölkerungsschutz. Baustellenleiter ist Philipp Walder vom Amt für Wildbachverbauung Nord, am Werk ist Vorarbeiter Robert Langgartner mit seinem Bautrupp. In das Projekt werden 300.000 Euro investiert.

Innovative brückenartige Struktur am Suldenbach in Stilfser Brücke

Das Projekt am Suldenbach in Stilfser Brücke umfasst zwei Baulose mit einer Investition von insgesamt 550.000 Euro. Die neu geplante Messeinrichtung soll künftig auch das Feststoffmonitoring mit Schwebstoff- und Geschiebeerfassung vornehmen, berichtet Bauleiter Rudi Nadalet vom Amt für Hydrologie und Stauanlagen: Für die Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen sowie für andere Fragestellungen im Zusammenhang mit der Gerinnemorphologie, der Gewässerökologie und dem Klimawandel ist besonders die Vorhersage des Geschiebetransportes in Abhängigkeit der Abflussbelastung und der Gerinnemorphologie von großer Bedeutung. Die Geschiebemessung basiert auf der Messung der Vibrationen, die durch den Transport des Geschiebes über eine Stahlplatte erzeugt werden. Die Kalibrierung der an der Unterseite der Stahlplatten installierten Geophonsensoren erfolgt mittels der periodischen Entnahme von Geschiebeproben. In Stilfser Brücke ist dafür eine innovative brückenartige Struktur geplant, die mit einer elektrisch betriebenen Sedimentfalle ausgerüstet wird.

Seit Baubeginn im vergangenen Spätherbst hat die Wildbachmannschaft mit Baustellenleiter Julius Staffler und Vorarbeiter Florian Hofer den Suldenbach umgeleitet und eine Bypass-Leitung verlegt. In den folgenden Wochen wird die bestehende Wildbachsperre abgebrochen und mit einer neuen ersetzt, die mit den notwendigen Messeinrichtungen ausgestattet wird. Gleichzeitig werden die Ufer erhöht, um einen besseren Hochwasserschutz zu gewährleisten, anschließend, voraussichtlich im Herbst, beginnen die Arbeiter mit der Errichtung der brückenartigen Struktur. Voraussichtlich werden die Arbeiten in rund einem Jahr abgeschlossen sein.

Pegelmessstelle an der Ahr in Kematen wird saniert und erweitert

Unmittelbar neben Kematen bei Sand in Taufers wird die Messstelle zur Erfassung der Wasserstände und der Wasserführungen der Ahr saniert und ausgebaut, erläutert Bauleiter Stefan Ghetta vom Amt für Hydrologie und Stauanlagen. Diese Pegelmessstelle ist seit 1979 in Betrieb und bedarf nun dringender außerordentlicher Wartungsarbeiten, damit die Zuverlässigkeit der Messungen gewährleistet bleibt und die Strukturen und Messeinrichtungen den aktuellen Sicherheitsbestimmungen angepasst werden. Die Arbeiten führt der Bautrupp mit Vorarbeiter Hubert Ignaz Brugger aus, Baustellenleiter ist Thomas Gamper vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost. Nach den Uferverbauungsarbeiten an der Messstelle wird ein Pegelhaus für die Unterbringung der Messgeräte und moderne Messeinrichtungen für die Erfassung des Pegelstandes und die Echtzeit-Datenübertragung errichtet. Dabei wird auf den Schutz des Ökosystems und die Durchgängigkeit des Gewässers geachtet, wie vom Wassernutzungsplan vorgesehen. Das Budget für diese Pegelmessstation beläuft sich auf 225.000 Euro.

Landesweites Pegelmessnetz mit 50 Messstellen

Seit 1975 betreibt die Landesagentur für Bevölkerungsschutz ein landesweites Pegelmessnetz mit insgesamt rund 50 Messstellen zur Überwachung der Fließgewässer in Südtirol. Im Zeitraum 2007 bis 2013 waren acht Projekte über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE Achse 4 – Sicherer Lebensraum finanziert worden, in der Programmperiode 2014 bis 2020 lief der Ausbau des Pegelmessnetzes mit weiteren acht Messtationen weiter. Bereits in Betrieb sind fünf davon: an der Gader in Montal, am Eisack in Sterzing, an der Etsch in Salurn, an der Ahr in St. Georgen und an der Rienz in Vintl. Dazu kommen jetzt noch die Messstationen am Suldenbach in Stilfser Brücke sowie an der Ahr in Kematen und am Mareiterbach in Sterzing.

Die geplanten Gesamtkosten für diese acht Pegelmessstellen belaufen sich auf knapp über 2,4 Millionen Euro. Die Hälfte der Kosten wird mit EU-Geldern finanziert, 35 Prozent trägt der Staat und 15 Prozent das Land. Zudem wird noch eine Pegelmessstation an der Drau in Vierschach errichtet.

Mehr Informationen zu den Pegelmessstellen in Südtirol gibt’s im Video Pegelmessstellen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • bernhart

    Brauch es das ganze moderne Zeug??+
    Heute fehlt er nötige Hausverstand, früher hat man sich auf die fähigkeit des Gehirn verlassen , heute sind wir von der Technik abhängig, mit Nachhaltigkeit hat das nichts zutun.
    Früher wurde in Gefährlichen Zonen nicht gebaut, heute sieht das anders aus.
    Früher waren die Bürger- Verantwortlichen vernüftiger ,denn sie hatten keine Geologen und Experten, sie verliesen sich auf den Rat der Alten Generation.
    Geldverschwendung hoch 3.

  • schnabel

    Heute kann man sich nicht auf den Hausverstand nicht verlassen den wenn ich gewisse kommentare lese dann Fehltes gewaltig an Hausverstand

  • bernhart

    Verlassen sie sich auf die Politiker und Experten, dann sind sie verlassen.

  • hansmaulwurf

    Pegelstation in Vierschach? Nicht sehr sinnvoll finde ich !

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