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Der Bettenstopp

Foto: 123RF.com

Tourismus-Landesrat Arnold Schuler hat am Freitag die neuen Leitlinien zum Tourismus vorgestellt: Es kommt die Obergrenze für Betten.

Eine Obergrenze für Betten und Neubau-Möglichkeiten nur innerhalb der Siedlungsgrenzen:

Das sind die Kernstücke der neuen Leitlinien zum Tourismus der Zukunft in Südtirol dar. Die Landesregierung hatte diese Leitlinien kürzlich festgelegt und somit die Grundlage zur Entwicklung eines Landesentwicklungskonzepts für den Tourismus geschaffen, der mit seinem zehnprozentigen Anteil am Bruttoinlandsprodukt wesentlich zur Wirtschaftsentwicklung in Südtirol beiträgt. Ein Konzept sieht das Landesgesetz „Raum und Landschaft“ vom 10. Juli 2018 vor. Die wesentlichen Inhalte der neuen Leitlinien hat Tourismuslandesrat Arnold Schuler am Freitag in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Landesrat Schuler fordert Weitblick

Laut Schuler tritt „die Entwicklung des Tourismus in Südtirol somit in eine entscheidende Phase, die nachhaltige Entscheidungen erfordert“.

Die von der Landesregierung erarbeiteten Leitlinien sind dabei von mehrfacher Bedeutung: Zum einen wird das Landestourismusentwicklungskonzept darauf aufbauen. Dieses Konzept befindet sich derzeit in Ausarbeitung und wird die Strategien für den Tourismus der Zukunft beinhalten. In der Zwischenzeit aber werden sich alle politischen Entscheidungen, aber auch die künftigen Gemeindeentwicklungskonzepte auf die Leitlinien stützen, erklärte Schuler.

Das Dokument, an dessen Erarbeitung das Tourismusministerium, IDM, Eurac und die Interessensvertretungen beteiligt waren, will definieren, wie viel Tourismus Südtirol verkraften kann und wie Qualität und Wertschöpfung gesteigert werden können.

Foto: lpa

Die Entwicklung des Tourismus

Im Zusammenhang mit der rasanten Bettenzunahme in den 70er Jahren hat das Land gezielte Steuerungsmaßnahmen gesetzt – vom Stopp in den 80er Jahren bis zur Zulassung von qualitativen und quantitativen Erweiterungen bereits bestehender Infrastruktur oder in unterentwickelten Gemeinden Ende der 90er Jahre – auch im Hinblick auf die Ausweisung neuer touristischer Gebiete. Die Nächtigungszahlen sind in diesen Jahren konstant angewachsen bis auf 33 Millionen im Jahr 2019, um 2020 aufgrund der Auswirkungen der Pandemie um 35 Prozent auf 21,7 Millionen zu sinken.

Obergrenze für Betten

„Die neuen Leitlinien haben wir aufgrund definierter Zielsetzungen festgelegt“, erklärt Schuler.

Eine davon ist ein Bettenstopp: Demnach werden künftig die Nächtigungen in einem Stichzeitraum im Jahr 2019 für die Berechnung der Obergrenze an Betten herangezogen. Dies gilt sowohl für die einzelnen Betriebe als auf Gemeinde- und Landesebene.

Auf Gemeindeebene wird dann eine Art Bettenbörse eingeführt: Mit ihr können von Beherbergungsbetrieben aufgegebene Betten neu vergeben werden.

Neubau und Erweiterung

Arnold Schuler

Die neue Obergrenze wirkt sich auch auf Neubau und Erweiterung von Beherbergungsbetrieben aus: Denn diese sind laut Leitlinien nur mehr im Rahmen der noch verfügbaren Betten und innerhalb der Siedlungsgrenzen möglich. Außerdem ist für neue Betriebe eine bestehende Erschließung Voraussetzung.

Laut Schuler will man mit den Leitlinien auch eine größere Diversifizierung bei gewerblichen und nicht-gewerblichen Betrieben sicherstellen:

„Wir wollen ein Gleichgewicht zwischen gewerblichen Beherbergungsbetrieben, Urlaub auf dem Bauernhof und Privatvermietern schaffen: Die künftigen Regelungen müssen eine ausgewogene Entwicklung garantieren.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen würden in Südtirol nach wie vor die Familienbetriebe vorherrschen. „Durch die Möglichkeiten der Privatzimmervermietung und des Urlaubs auf dem Bauernhof ist es uns gelungen, den ländlichen Raum lebendig zu halten“, erklärt der Landesrat.

Einen zentralen Fokus setzen die Leitlinien auf die Qualität.

Daher ist auch ein System zur qualitativen Kontrolle vorgesehen. Laut Schuler lautet die Devise ab jetzt: Noch mehr Qualität statt Quantität.

Die Neuregelung soll am kommenden Dienstag der Landesregierung zur Genehmigung unterbreitet werden.

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Kommentare (53)

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  • besserwisser

    Wenn ein Nichttouristiker Tourismuspolitik macht…..
    Der LR fordert Weitblick …. ja dann kann er mal mit gutem Beispiel vorangehen ….

  • bernhart

    Schuler bleib bei deine Äpfel und loss die Sochen stehn wo du nichts verstehsch..
    Was passiert mit Unterentwikelten Zonen?????
    Wie stellt sich die Landesregierung der Hotelerie??
    Sollen in Zukunft die Kühe weniger Milch geben, ober sollen die Apfel kleiner werden??
    Schuler sie haben alle im Land Enttäuscht.
    Die Landesverwaltung ist Grün und wird mit Ihren Beamten Grüner, wie lange sollen wir und das noch gefallen lassen, dass wir von Taugenixen schikaniert werden.

  • n.g.

    Man, die Bettenbörse kommt! Ich kauf ein paar Boxspringbetten, einige normale und viele Kinderbetten!
    Mit wieviel Gewinn im Quartal ist zu rechnen? Alte Börsianer wie ich, müssten da ne Vorstellung von haben…!?

  • n.g.

    Kann man auch Krankenbetten kaufen? Oder sund die schin jenseits meines finanziellen Rahmens?

  • alsobi

    Endlich, der Bettenstop ist längst überfällig. DAS WAR OVERTOURISMUS IN REINFORM!

  • batman

    SÜD-TIROLER STAATSNEOLIBERALISMUS

  • eierkopf

    Toller Schachzug, Herr Schuler. Da in absehbarer Zeit nicht wenige Kleinbtriebe Insolvenz anmelden müssen und sich automatisch vom Markt verabschieden, ist das die geniale Lösung. Sollten noch welche übrig bleiben wird der Bürokratismus den Rest erledigen.
    Und schwubi-dubi-wutz ist neue Kapazität geschaffen, die den Grossen die nötigen Betten für ihre Megaprojekte garantiert und das unsonst.
    Da erübrigt sich die Frage, wer wohl im Hintergrund die Fäden zieht.

    • asoet

      @eierkopf
      Da gebe ich dir Recht. So wie oft in der Wirtschaft, übrigens auch in der Landwirtschaft, ist es so, dass die Großen die Kleinen auffressen werden. Die Betten der heutigen Nochpensiönchen und 3-Sterne-Hotels (die einst Südtirols kleinstrukturierte Tourismuswirtschaft ausgemacht haben), werden den Megapr(k)otzhotelbauten zufließen. Man brauch sich nur umsehen was überall aus dem Boden gestampft wird.

  • olle3xgscheid

    Längsr fällig , weil es werden Suite von über 100qm gebaut…und an die Touristiker , schauts mal eine ordentluche Auslastung zu haben!!!!!

  • besserwisser

    und die bauern bekommen die 5,6,7 Ferienwohnungresidence …..
    solln sich mal um die leute kümmern die auf der kippe sind!

  • angelus

    Glücklich ist derjenige, der sich eine Tourismuszone gesichert hat 😉

  • gestiefelterkater

    Zu den „neuen Leitlinien“ sollte auch gehören, dass die ganzen Wichtigtuer, die bis jetzt rumgewurstelt haben ausgetauscht, ersetzt werden!
    Aber es soll nicht ein zu eins ausgetauscht werden, es reicht wenn ein Bruchteil dieser ganzen Sinnlosberufler weiterwurstelt!

  • silverdarkline

    Ach Schuler, bin schon gespannt auf die Ausnahme der Ausnahmen, die in irgendeinem Unterartikel geregelt ist. Dies hängt dann wohl von der Größe der jeweiligen Brieftasche ab.

  • exodus

    Vielleicht etwas zu spät, werden von sich aus weniger werden.

  • abodechto

    in Sachen Verkehrbelastung und Mitarbeiter war man schon am Limit, zumindest vor Corona.
    Vermutlich auch eine gute Entscheidung für die Gastwirte selber.
    Die Idee mit der Bettenbörse klingt auch gut.

  • sepp

    woasno koan landesregierun mit solche nieten als landesräte mitn diktator miet do sell kennt sich a nirgends mehr aus ober jo solong hobense eh nimmer noa kenn einige woll wieder orbeiten idie nächsten wahlen kemm woll a wieder wissat gerne amol wie viel do partei chef no parteikartlbsitzer hot

  • owl

    Purer Aktionismus oder miese Taktik?

    Mir geht es hier weniger um den Inhalt von Schulers Aussage, als vielmehr um den Stil:

    Solche Diskussionen gerade jetzt anzustoßen, kann man sich nur mit purem Aktionismus oder mit einer miesen Taktik (Überrumpelung, wenn das Gegenüber am schwächsten ist) erklären.
    Ich weiß nicht was ich schlimmer finden soll…

  • wurzelsepp

    Bin mir sicher da gibts dann wieder ein paar Supersonderregeln für unsere Papierbauern, Obstbarone, Jetsetwinzer… die dürfen sicher weiter absurde Luxusbuden bauen, wahrscheinlich auch mit Förderung…

  • batman

    DAS SYSTEM SÜDTIROL IST IN AM ABGRUND

  • stefanhhh

    Herrlich. Da wird mit einer PK groß ein Tourismuskonzept präsentiert und alles was der LR für Tourismus herausposauniert ist Bettenobergrenze, Bettenbörse, Bettenanzahl… Betten, Betten, Betten? Innovation null, Inhalt null, neue Ideen null, neue Konzepte null, wie aus der Krise raus null, neue Tourismusthemen null, Kulturtourismus null? Bio-Tourismus null, neue Gästeschichten null?

    Ich hoffe nur, dass die „gemeinsam“ erarbeiteten Leitlinien am Ende umfangreicher eine Vision vorgeben mit konkreten Umsetzungsempfehlungen, sonst war die Arbeit echt für die Katz. Die Kommunikation des LR verdient schon mal eine 5. Setzen.. bzw. abtreten.

  • klaus

    Gebe owl vollkommen recht. Jetzt, wo viele Hotels und Gastronomiebetriebe geschlossen wurden, den ganzen Winter über unsere Skipisten LEER sind/waren, die Aufstiegslagen nie in Betrieb gehen durften, die Geschäfte nur von Einheimischen aufgesucht wurden, die Skilehrer Daumen gedreht haben und weiterhin drehen, und laut Amt für Arbeitsmarkt im Dezember in der Beherbergung und in der Gastronomie rund 14.000 Menschen arbeitslos waren, gestatten wir uns den Luxus, über einen Bettenstopp und Overtourism zu reden, versteht wer will. Ich weiß nicht, ob die Politik verstanden hat, in welcher wirtschaftlichen Krise sich die Tourismusbetriebe, große Teile des Handels, die Kulturschaffenden, die Eventveranstalter und und und befinden, für welche sie nichts können. Dazu braucht es Konzepte, wie wir da alle gemeinsam ohne noch größere Schrammen rauskommen. .

  • hallihallo

    der schuler ist als landesrat für tourismus untragbar.
    er hat als bauer gemeinsam mit der bäuerin und landesrätin für raumordnung hochgruber-kuenzer beschlossen, daß die bauernhöfe nochmals auf 1500 m³ vergrößert werden dürfen und darin anbieten können, was sie wollen, also auch zusätzliche betten.
    jetzt können als keine gastbetriebe gebaut werden, welche steuern zahlen während die bauern sehr wohl neue betten im grünen bauen dürfen, welche keine irpef auf diese tätigkeit zahlen.
    wo ist hier die logik?

  • morgenstern

    Na Herr Schuler, und wann kommt das Betonstangen Ermächtigungsgesetz?

  • yannis

    könnte man nicht .Mal auch die Tourist-Tax Landeseinheitlich gestalten ? und vor allem nach Kategorien denn es kann nicht sein das derjenige der im 5* Tempel logiert dasselbe zahlt wie der andere der sich mit einer kleinen Pension zufrieden gibt.

    • andreas

      Die Ortstaxe ist nach Kategorie der Beherbergung gestaffelt.
      Hast zwar viel Meinung, aber offensichtlich wenig Ahnung.

      • hallihallo

        na ja, 3 sterne 2 euro, 5 sterne 2,50 .
        so ganz gestaffelt ist das nicht.
        müßte schon wie die iva in prozent berechnet werden.

        • angelus

          Wissen Sie, wofür die Einnahmen der Ortstaxe verwendet werden?
          Sie werden den Tourismusorganisationen zugeführt und werden zB für die Bereitstellung von Dienstleistungen oder der Organisation von kulturellen Veranstaltungen verwendet.
          Veranstaltungen und Dienstleistungen, die von allen Gästen gleichermaßen benutzt und besucht werden können. Warum
          sollte also der Gast eines 4-Sterne Hotels doppelt soviel zahlen wie der Gast eines 3-Sterne Hotels?

          • hallihallo

            wissen sie, wieso ein so geringer unterschied zwischen den kategorien besteht?
            weil der hgv-vorstand nur aus besitzern von 4s und 5 sterne häusern besteht.

          • angelus

            @hallihallo:
            Die Höhe der Ortstaxe wird von der jeweiligen Gemeinde auf Empfehlung des jeweiligen Tourismusvereins festgelegt.
            Der HGV hat da nichts damit zu tun.

            Sie scheinen ja wirklich keine Ahnung zu haben wovon Sie reden.

          • hallihallo

            angelus , die tv schlagen die prozentuelle erhöhung vor.
            die basis wurde bei einführung der ortstaxe auf landesebene gestellt ( und da war der hgv mit den 4 und 5 sterne betrieben) an vorderster front beteiligt. sie wissen wesentlich weniger , als sie uns hier weis machen wollen.

          • yannis

            hallihallo
            26. Februar 2021 um 21:00 Uhr
            wissen sie, wieso ein so geringer unterschied zwischen den kategorien besteht?
            weil der hgv-vorstand nur aus besitzern von 4s und 5 sterne häusern besteht.

          • yannis

            >>>>>>für die Bereitstellung von Dienstleistungen oder der Organisation von kulturellen Veranstaltungen verwendet.
            Veranstaltungen und Dienstleistungen, die von allen Gästen gleichermaßen benutzt und besucht werden können. …….

            Warum kann man die Klientel die an diesen Klinbim´s teilnimmt nicht per Eintritts-Bezahlung zur Kassa bitten ???
            was hat ein Tourist der sich nur zum wandern und erleben der Landschaft aufhält und ausserdem vom Lärm dieser „Saufgelage“ in der Nachtruhe gestört wird, denn davon ??

            Nicht jeder will „können“

    • angelus

      @yannis
      Si ta­cu­is­ses, phi­lo­so­phus man­sis­ses

      Nichts für ungut aber wenn man von bestimmten Themen keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten 😉
      Die Tourismusabgabe ist nach Kategorien gestaffelt

  • hoi_du

    … stellts enk amol vor, der Schuler war LH, war sicher a Spass, vermutlich lei fir ihn …

  • angelus

    Eine Bettenobergrenze war mit Sicherheit nötig. Aber eine Nächtigungsobergrenze gemessen am Jahr 2019? Was ist das denn für ein Schwachsinn? Wenn ein Betrieb im Jahr 2022 also bereits am 31.11 gleich viele Nächtigungen wie im Jahr 2019 hat, darf er im Dezember keine Gäste mehr aufnehmen oder wie?

    • hallihallo

      der virus hat bei unseren politikern das hirn angegriffen.
      wie kann man denn die nächtigungen pro betrieb auf die im jahre 2019 getätigen nächtigungen deckeln?
      bisher hat es immer geheißen , mit den bestehenden betten mehr nächtigungen genieren und die saisonen verlängern.
      und jetzt kommt der schuler daher und sagt , man darf die weihnachtsgäste nicht mehr beherbergen.
      und morgen müssen die bauern die übermäßigen äpfel am baum hängen lassen , oder versteht er von landwirtschaft zumindest etwas.

    • paco

      @angelus Habe nicht genau verstanden, ob wirklich auch eine Nächtigungsobergrenze pro Betrieb gemessen an 2019 angedacht ist. Wenn ja, dann wie du geschrieben ein absoluter Wahnsinn! Damit würden die Betreibe ja nur zum „Schwarzvermieten“ getrieben. Bei aller Planwirtschaft sollte ein bisschen freier Markt schon noch möglich sein.

      • angelus

        Laut HGV Newsletter von gestern ist es wohl tatsächlich so, dass die Berichterstattung über eine Nächtigungsobergrenze nicht zutreffend ist.

        Da der LR Schuler in der PK die Regelung aber selbst so erklärt hat frage ich mich schon, ob der Mann denn überhaut versteht wovon er redet?

  • keepon

    Besser, wenn der Schuler a Bauer, bei seine Äpfel bleib und due Finger von Tourismus losst, weil davon hat der Null Ahnung!

  • tirolersepp

    Alle zehn Jahre ein Bettenstopp, dann wieider Öffnung immer die selbe Leier !

  • sepp

    itz miessenmo die gross hoteliere a bissl beruhigen die sem sein die gröstten wahlschafe der SVP a wens no a poor jahr dauert muiss man lei a poor pappilan vertoal die grössten nutzniessersein sowieso die semweilvielekloane aufgeben

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