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Feinstaub trotz Corona

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Die Corona-Krise im Jahr 2020 hat zu einem dramatischen Verkehrseinbruch auf der Brennerachse geführt – mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft. Eine Reduzierung der Feinstaubwerte konnte allerdings nicht festgestellt werden. 

Bis in den Februar unterschied sich das Jahr 2020 kaum von den vorhergehenden Jahren.

Der Warenverkehr war im Januar rückläufig und im Februar leicht im Plus im Vergleich zum Vorjahr, während der Leichtverkehr in beiden Monaten wuchs.

Doch im März, mit dem Aufkommen der Corona-Krise, wurde plötzlich alles anders. Im Laufe des Monats riefen die europäischen Staaten nacheinander den Ausnahmezustand aus, sie begannen damit die Grenzen zu schließen und Lockdowns einzuführen. „Das Ergebnis waren unkoordinierte Grenzschließungen – und Chaos an den innereuropäischen Grenzen“, schreibt Handelskammer-Generalsekretär Alfred Aberer im „Jahresrückblick Verkehr“.

Welche Auswirkungen das auch auf Südtirol hatte, sei schnell klargeworden:

Der Urlaubsverkehr kam quasi zum Erliegen und auch beim Warenverkehr war die Situation in den ersten Wochen der Pandemie kritisch.

Am 12. März kam es infolge der Schließung der Grenze am Brenner zu einem 90 Kilometer langen Stau in Fahrtrichtung Norden.

„Es wurde rasch klar, dass ein Fleckenteppich an nationalen Maßnahmen zu Problemen an den innereuropäischen Grenzen und zu Unsicherheit bei vielen Transportbetrieben führt“, so Aberer.

Die Europäische Kommission versuchte bereits ab März die einzelstaatlichen Maßnahmen zu koordinieren und einen reibungslosen Warenverkehr zu garantieren und hat das Konzept der „green lanes“, der grünen Vorzugsspuren für den Warenverkehr, erarbeitet.

Durch dieses Konzept hat die EU versucht, die Regeln europaweit zu vereinheitlichen und einen reibungslosen Warenverkehr zu garantieren, dies gelang aber bis in den Frühsommer hinein nicht wirklich, so Aberer.

Während sich der Warenverkehr seit dem Frühsommer wieder einigermaßen erholt hat, aber großteils das ganze restliche Jahr immer unter dem Vorjahresniveau blieb, ist beim Leichtverkehr von Trendwende noch keine Rede.

In den Sommermonaten hat sich der Leichtverkehr auf der Brennerachse zwar etwas erholt, aber das Vorjahresniveau wurde bei weitem nicht erreicht, rechnet Alfred Aberer vor. Dies zeige sich auch deutlich an den Verkehrszahlen.

Im Jahr 2020 haben sich die Verkehrsspitzen an den An- und Abreisetagen an den Wochenenden zu Verkehrstälern entwickelt.

Der Leichtverkehr ist an manchen Tagen im Vergleich zum Vorjahr um bis zu über 97 Prozent eingebrochen. „Ein solcher Verkehrseinbruch ist dramatisch, da der Verkehr direkt mit dem Wirtschaftswachstum zusammenhängt“, so der Generalsekretär der Handelskammer.

Eine von der Handelskammer in Auftrag gegebene Studie habe kürzlich belegt, dass ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent in Südtirol zu einem Verkehrswachstum von 1,9 Prozent führt.

„Die Mobilität der Personen und Waren ist das Rückgrat der Wirtschaft, das von der Corona-Krise hart getroffen wurde. Ohne Verkehr kann kein Handelsaustausch und kein Tourismus stattfinden“, so Alfred Aberer.

Für die Wirtschaft hätten das Coronavirus und der dramatische Verkehrseinbruch schwerwiegende Folgen, eine Auswirkung auf die Feinstaubwerte gebe es allerdings nicht.

Die Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr und der daraus resultierende Rückgang des Verkehrs hätten – so Aberer – „die einmalige Möglichkeit“ ergeben, zu messen wie sich die Feinstaubbelastung verändert, wenn der Verkehr drastisch zurückgeht.

„Die Feinstaubmessungen des Landes Südtirol in den Monaten März bis Mai, sei es im urbanen Bereich als auch entlang der A22, zeigen klar auf, dass die Feinstaubbelastung während des Lockdowns und des konsequenten Rückgangs des Verkehrs, nicht gesunken ist und den Vorjahrswerten entspricht“, so HK-Generalsekretär Aberer.

Was hingegen die Stickoxid-Werte (NOx) anbelangt, sehe man deutlich, dass die Emissionen seit Jahren rückläufig sind, trotz steigender Verkehrszahlen.

 

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Kommentare (9)

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  • tiroler

    Der Beweis. Fahrverbote wie in Bozen sind dazu da, die Autoindustrie bzw die Autohändler zu umterstützen
    , ,

  • heinz

    Sagt wer? Die Handelskammer, die seit Jahren für immer mehr Verkehr und „Erreichbarkeit“ steht? Dass ich nicht lache!

  • fronz

    So ein Schmorrn. Während dem Lockdown war der LKW Verkehr voll am Laufen.

  • gerhard

    Das gesamte Verkehrsaufkommen (auch partiell im LKW Bereich) ist zurückgegangen.
    Die Feinstaubwerte sind aber gleich geblieben.
    Kann es denn nicht sein,
    das die Hysterie
    – mit ausgelöst durch eine verhaltensgestörte Göre, die durch Schulschwänzen zu vermeintlichem Ruhm gekommen ist-
    unter völlig falschen Gesichtspunkten gesehen wird?
    Europaweit ist ganz klar zu erkennen, das trotz ganz gewaltig gesunkenen Straßenverkehraufkommens die Schadstoffe fast unvermindert gleich geblieben sind.

    • yannis

      so ist es, !
      Wie auch am Beispiel Dùsseldorf Lohausen, trotz fast zum Erliegen gekommenen Flugverkehr und in der Folge auch fast keine PKW Anreisen der Fluggäste, ist die Schadstoffbelastung nur innerhalb der „Messetoleranzen“ gesunken, nur ein Beispiel von Vielen.

  • kritikus

    Für mich ein eindeutiger Beweiß, dass nicht nur oder fast überhaupt nicht der Straßenverkehr für die Feinstaubbelastung verantwortlich ist.
    Vielmehr müssten alle Heizanlagen, welche auf feste und flüssige Brennstoffe basieren, schnellstmöglich durch Wärmepumpen, welche durch erneuerbare Energie betrieben werden, ersetzt werden. Denn was heute so aus den Kamienen ausgestoßen wird, ist hoch giftig. Stoßlüften führt oftmals zu Überkeit und Kopfschmerzen.
    Bei Neubauten sollten Wärmepumpen – Solaranlagen und PV Anlagen zwingend vorgeschrieben werden. Renovierungen ohne Umstieg auf diese Anlagen nicht gestattet oder gefördert werden.

  • ronvale

    Die PM10 Werte liegen im Mittel im betrachteten Zeitraum im Jahre 2020 über denen von 2019, im ersten Diagramm.

    Wie kann das sein? Leider vergleicht der Artikel nicht die Anzahl der LKW Transporte in beiden Jahren.

  • thefirestarter

    Kann es sein das man uns die Handelskammer bewusst falsche bzw. irreführende Info gibt, diese Tendenziös sind und durch die Lobbygesteurte Tätigkeit der HK beeinflusst werden, oder aber Herr Dr. Aberer einfach nicht weiß von was er spricht?

  • thefirestarter

    Der Transit habe auch im vergangenen Jahr kaum abgenommen, im Dezember 2020 sei mit 184.000 Lkws an der Mautstelle Schönberg gar ein neuer Rekordwert verzeichnet worden, erklärte er

    https://orf.at/#/stories/3197616/

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