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Sieg für Kilde

Aleksander Aamodt-Kilde (Foto: WC Gardena)

Der Sieger des Super-G von Gröden kommt einmal mehr aus Norwegen: Aleksander Aamodt Kilde war am Freitag bei traumhaften äußeren Bedingungen nicht zu schlagen und triumphierte zum zweiten Mal auf der ehrwürdigen Saslong.

Kilde schwang mit der Zeit von 1.26,29 Minuten im leeren Zielraum von St. Christina ab und schnappte sich seinen ersten Super-G-Sieg am Fuße des Langkofels. Schon 2018 war der 28-jährige Skandinavier in Gröden nicht zu schlagen gewesen – damals kletterte Kilde in der Abfahrt auf das höchste Treppchen des Podests.

Insgesamt war der Erfolg des Gewinners des Gesamtweltcups 2019/20 der bereits neunte norwegische Super-G-Sieg auf der Saslong. Außerdem ist Kilde nun neben Pirmin Zurbriggen (Schweiz), Lasse Kjus (Norwegen), Michael Walchhofer (Österreich) und Aksel Lund Svindal (Norwegen) einer von fünf Rennläufern, die auf der Saslong Abfahrt und Super-G gewinnen konnten.

Knapp hinter Kilde landete der Führende des Disziplinen-Weltcups, Mauro Caviezel aus der Schweiz, auf Rang zwei. Der Eidgenosse verlor zwölf Hundertstel auf den Tagessieger und klassierte sich damit im Super-G zum vierten Mal in Folge in den Top-Drei. Den dritten Platz belegte mit Kjetil Jansrud ein weiterer Athlet aus dem starken norwegischen Team. Der ausgewiesene Gröden-Spezialist heimste damit den zehnten Podestplatz auf der Saslong ein, den sechsten im Super-G.

Italiens Speed-Asse tun sich schwer

Während der Österreicher Matthias Mayer und der Deutsche Andreas Sander die Top-Fünf komplettierten, verpassten die heimischen Speed-Spezialisten einen Spitzenplatz. Dominik Paris wurde bei seinem 200. Weltcup-Start Zwölfter und war damit bester „Azzurro“. Neben dem Kraftpaket aus Ulten landeten zwei weitere Italiener in den Punkterängen: Emanuele Buzzi schloss den Super-G an 24. Stelle ab, Christof Innerhofer aus Gais fuhr einen Tag nach seinem 36. Geburtstag auf den 26. Platz.

Keine Zähler gab es dagegen für die restlichen beiden Südtiroler Starter Riccardo Tonetti (Bozen) und Florian Schieder (Kastelruth). Tonetti schied nach einem Fahrfehler aus, Schieder musste mit Platz 50 Vorlieb nehmen.

Die Stimmen der Protagonisten

Aleksander Aamodt Kilde (NOR/Platz 1):

„Heute ist wahrlich ein großartiger Tag. Die Rennwoche in Gröden ist seit jeher eine besondere für mich – heuer sogar noch besonderer als üblich, da ich im Vorfeld doch etwas Druck verspürte. Ich hatte aber von Beginn an einen konkreten Plan, den ich dann auf der Piste perfekt umgesetzt habe. Die Saslong liegt uns Norweger einfach: Sie ist technisch anspruchsvoll, besitzt viele Sprünge und auch die Schneeverhältnisse kommen uns entgegen – mit diesem Gesamtpaket kommen wir bestens zurecht. Da zuletzt ein paar kritische Stimmen aufgekommen sind, war ich heute motiviert bis in die Haarspitzen. Ich kenne mich aber gut und weiß was ich kann – nun habe ich es auch allen Zweiflern gezeigt. Morgen steht mit der Abfahrt das nächste Highlight an, dort werde ich wieder voll angreifen.“

Mauro Caviezel (SUI/Platz 2):

„Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Ein paar Hundertstel habe ich sicher liegen gelassen, aber insgesamt kann ich nicht meckern. Besonders im Mittelabschnitt wäre eine frechere Linie möglich gewesen, das werde ich mir für die kommenden Rennen merken. In der Abfahrt war ich hier noch nie sonderlich gut, daher ist mein oberstes Ziel für morgen eine Steigerung zu den letzten Jahren. Ohne Fans sind die Weltcup-Etappen ganz etwas anderes, da man sich an den Renntagen viel schneller fokussieren kann und auch mehr Ruhe hat. Dennoch fehlen die Zuschauer am Rande der Strecke und im Zielhang sehr – ich hoffe, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können.“

Kjetil Jansrud (NOR/Platz 3):

„Der Kurs heute war recht anspruchsvoll. Ich war insgesamt vielleicht zu vorsichtig und habe mit ein paar Nuancen die paar Hundertstel auf Aleksander verloren. Es ist wahr, dass mir die Piste liegt, aber ich kann mir selbst nicht so leicht erklären, warum ich hier immer so schnell bin. Die Zuschauer fehlen uns zwar, aber wir Athleten sollten in erster Linie dankbar sein, dass wir überhaupt Skifahren dürfen. Das alles ist nicht selbstverständlich, daher bin ich für meinen Teil froh, dass wir unserer Arbeit nachgehen können – egal ob mit oder ohne Fans. Ich sehe, dass alle Fahrer verantwortungsbewusst handeln und unnötige Kontakte weitgehend vermieden werden. Das ist besonders wichtig, denn das Virus weiterzutragen wäre das Schlimmste, was uns passieren könnte. Hoffentlich bleiben alle vorsichtig, sodass wir die Saison erfolgreich zu Ende bringen können.“

Dominik Paris (ITA/Platz 12):

„Mit Nummer 1 über die Piste zu gehen ist nicht so einfach, da man im Gegensatz zu den nachfolgenden Startern viele wichtige Informationen von der Strecke nicht erhält. Ich habe versucht, ans Limit zu gehen und habe leider gleich beim Kamelbuckel einen Fehler gemacht, der mir sicher einige Zehntel gekostet hat. Heute habe ich wieder gemerkt, dass ich noch nicht ganz dort bin, wo ich hinmöchte. In der Abfahrt möchte ich in jedem Fall besser sein als im Training. Die Abfahrtslinie ist etwas kompakter und eisiger als jene des Super-G, das kommt mir eigentlich entgegen. Man muss als Speed-Fahrer aber mit allen Bedingungen zurechtkommen, deshalb möchte ich die Piste nicht als Ausrede hernehmen.“

 

 

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