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Gelebte Gleichstellung

Eine soeben erschienene Forschungsarbeit der Euregio befasst sich mit den Besonderheiten des weiblichen Unternehmertums in den drei Territorien der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.

Bildungsstand, Arbeitsumfeld, Karrierechancen und Besetzung von Führungspositionen: Das sind nur einige Bereiche, die eine Forschungsgruppe der Universität Trient mit Blick auf das weibliche Unternehmertum in der Europaregion untersucht hat, und deren Ergebnisse nun einem breiteren Publikum zugänglich werden sollen.

Die Forschungsarbeit basiert auf mehreren Beschlüssen des Dreier-Landtags, mit dem Ziel die Situation der Frauen in der Wirtschaft und insbesondere in den Unternehmen der drei Euregio-Länder zu dokumentieren. Sie gibt aber auch konkrete Antworten auf diverse Fragen, wie die berufliche Laufbahn von Frauen verbessert werden kann. Dabei geht es auch darum, einen Überblick zu den Fördermaßnahmen zu geben um berufliche Karrieren zu sichern, bestehende Netzwerke sowie Mentoring-Programme für Frauen aufzulisten.

„Ich glaube“, sagt Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in der Landesregierung auch für die Chancengleichheit zuständig ist, „dass diese Arbeit einen besonderen Beitrag für diesen so wichtigen Bereich leisten kann, und ich hoffe, dass aus ihrer Lektüre interessante Ideen aufgegriffen werden können, die das weibliche Unternehmertum unserer drei Regionen dabei unterstützen, noch präsenter zu werden.“

Aus einer ersten Analyse der Forschungsarbeit geht hervor, dass kleine und mittlere Unternehmen – sogenannte KMU – das Rückgrat der Wirtschaft in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino bilden. Diese Unternehmen hätten im Allgemeinen einen starken Bezug zu ihren Regionen, wobei Netzwerke und auch Handelsbeziehungen kontinuierlich wachsen würden. „Das weibliche Unternehmertum spielt im geopolitischen Kontext der Europaregion eine wesentliche Rolle für die Entwicklung und den Zusammenhalt unserer Gebietskörperschaften und stellt ein grundlegendes Element auch für das soziale und kulturelle Wachstum dar“, unterstreicht die zuständige Trentiner Landesrätin Stefania Segnana. Die Euregio-Forschungsarbeit habe aufgezeigt, dass sich gerade Frauen im Führungsbereich von Unternehmen durch ein hohes Maß an Kompetenz im Bereich der Bedürfnis- beziehungsweise Nachfrageerkennung auszeichneten.

In der Euregio gibt es bereits seit Jahren eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Chancengleichheit und den Anliegen der Frauen auseinandersetzt. Diese Arbeitsgruppe hat, in Umsetzung des politischen Auftrags, die Universität Trient mit der Erstellung des Forschungsberichts zum weiblichen Unternehmertum in der Euregio beauftragt. Die Arbeitsgruppe, der neben Barbara Poggio und Mariangela Franch zwei Forscherinnen der Universität Trient angehören, führte ausgehend von der vorhandenen Literatur eine detaillierte Analyse durch, um die Besonderheiten und Eigenheiten des weiblichen Unternehmertums in den drei Euregio-Ländern Tirol, Südtirol und Trentino zu erforschen.

Die Analyse mündet in einer Reihe konkreter Handlungsempfehlungen zur Stärkung des weiblichen Unternehmertums in der Euregio, die nun in der Euregio-Publikation ihren Niederschlag finden. Sie soll einen konkreten Beitrag leisten, nach wie vor bestehende Lücken zwischen Mann und Frau in der Gesellschaft sukzessive zu schließen. „Denn Gleichstellung muss aktiv gelebt werden, im Alltag, in der Arbeitswelt und im öffentlichen Leben“, betont die Tiroler Landesrätin Gabriele Fischer.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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