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„Chaotische Verordnung“

Sven Knoll

Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert die neuste Corona-Verordnung des Landeshauptmannes: „Ab Montag ist Shopping wieder erlaubt, ein Treffen mit den eigenen Eltern und Kindern bleibt aber verboten.“

„Das Chaos um die Corona-Verordnungen des Landeshauptmannes geht weiter und ist nun um eine groteske Posse reicher. Ab Montag dürfen Herr und Frau Süd-Tiroler das Haus wieder verlassen um shoppen zu gehen, ein Treffen mit den eigenen Eltern und Kindern (die nicht im selben Haushalt leben) bleibt aber verboten“, kritisiert Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit, die neue Verordnung. In der Prioritätenliste sollte das Recht die eigene Familie zu treffen eigentlich höher stehen, als ein Einkaufsbummel, meint Knoll.

In einer Aussendung schreibt der Landtagsabgeordnete:

„Man sollte erwarten können, dass Corona-Verordnungen nach den Maßstäben der medizinischen Notwendigkeit und der Verhältnismäßigkeit erlassen werden. Es ist nicht zu rechtfertigen, dass das Einkaufen erlaubt wird, ein Treffen mit den engsten Familienangehörigen aber verboten bleibt. Genau solch unverhältnismäßige Verordnungen sind von Verfassungsgerichtshöfen in vielen Ländern bereits als rechtswidrig eingestuft und daher aufgehoben worden“.

Die Süd-Tiroler Freiheit hatte diese Woche im Landtag ein Konzept vorgelegt, wie die Corona-Verordnungen angepasst werden könnten, um den Menschen das Leben zu erleichtern und Familien- und Partnertreffen ─ auch grenzüberschreitend ─ zu ermöglichen. „Aber alle Vorschläge wurden von der SVP aber abgelehnt“, so Knoll.

„Wie verrückt die neueste Corona-Verordnung ist, zeigt aber auch der Umstand, dass sich Familien einfach nur zum shoppen verabreden brauchen, um sich endlich wiederzusehen, denn Shopping wird vom Landeshauptmann ja erlaubt…“, kritisiert Sven Knoll.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (14)

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  • gorgo

    Soweit ich weiß, ist das Treffen mit Familienangehoerigen nicht verboten, sondern das Verlassen des Gemeindegebiets ohne triftigen Grund.
    Das ist für allein lebende Menschen in Bezug auf Freundeskreis sicher genauso schwierig. Und ungesund.
    Einkaufen und Familientreffen gegeneinander aufzuwiegen ist Blödsinn. Manchmal sind neue Kinderschuhe für den Winter eben auch wichtig.

    • mannik

      Genau so ist es, aber wie immer kann Knoll entweder nicht sinnerfassend lesen, oder er mosert absichtlich, in der Hoffnung, dass seine Jünglinge den Text eh nicht verstehen. Abgesehen davon geht es ihm sowieso nur um grenzüberschreitende Treffen, also um persönliche Anliegen.
      Der Typ ist einfach nicht mehr tragbar.

      • martasophia

        Herr Knoll sollte präziser zum Ausdruck bringen was er meint z.B. wenn er schreibt „Maßstäben der medizinischen Notwendigkeit und der Verhältnismäßigkeit“ – das kann vieles heißen, ist aber ausschlaggebend für die Lösungen. Ich bin mir sicher, die Landesregierung macht das genau nach solchen Maßstäben und lässt sich von Experten beraten.
        Den einzigen Lösungsvorschlag den er bringt, finde ich dümmlich, Menschen dazu anregen, die Verordnung beim Einkaufen zu brechen. Es kommt jetzt doch darauf an, dass jeder und jede sich an die Schutzmaßnahmen hält und nicht versucht eine Verordnung auszuholen.
        Fazit: nur Schaumschläger die dazu beiträgt die Bevölkerung in Krisenzeiten mit ihren großen Herausforderungen zu spalten und sonst nichts.
        Südtirol hält zusammen sollte jetzt das Motto sein und vom Vertrauen getragen, dass man Rücksprache mit Experten hält, bevor man Verordnungen heraus gibt.

  • zusagen

    Womöglich hat jemand mal weitergedacht und verstanden dass die Wohnungen der einfachen Leute etwas kleiner sein könnte als die der feinen Herrschaften wie der des Herrn Knoll?

  • nostradamus

    Ist ja kein Wunder, dass die Verordnung chaotisch ist.
    Sie wurde ja von einem Verband = Lobby
    durchgedrückt.
    Wie schon sehr viele Verordnungen bisher, die leider ja vielfach durch „Eigeninteressen“ einzelner Gruppen entstanden sind.
    Diese „Herrschaft der Verbände“ ist in Krisenzeiten offenbar letal.

    Wie wir täglich in den Nachrichten lesen, können diese Verbände ja nicht über den eigenen Tellerrand hinaussehen, LEIDER !!

  • n.g.

    Dazu sag ich nichts, ausser, dass ich mich seit Juni, durchgehend, bis inklusive heute mit meine 84 jährige Mutter, meinem 10 jährigen Sohn zum Essen treffe. Schlimmer noch, das Ganze ohne Masken und in ner Minniwohnung, wie solls auch anders sein, bei sozialem Wohnbau.
    Grins

    • gorgo

      Weisst du n.g., dass sollte eigentlich jeder für sich selbst abwägen (können). Welche Kontakte er beschränken will.
      In anderen Ländern ist zB ein Kontakt ausserhalb des Haushaltes erlaubt/angeraten.
      Und ich bin wirklich hin und hergerissen, was diese Gemeindegrenzen Geschichte betrifft.
      Finde es aber hinnehmbar, angesichts der Ängste und Sorgen vieler, ihrer Gesundheit und beruflicher Existenz wegen.

      • n.g.

        @gorgo Da bin ich ganz deiner Meinung. Selbst abwägen aber auch selbst entscheiden dürfen. Aber wenn man sich hier Einige anguckt dann wollen sie mir/uns ihre Meinung zwangsweise auferlegen und das ist das Problem.
        Ich war und bin dafür, dass Gemeindegrenzen geschlossen sind. Ich war auch dafür, dass um Sommer niemand ausser Landes Urlaub machen hätte dürfen.Um kleinere Ausbrüche eben in Grenzen, territorialen Grenzen zu halten.
        Aber der Rest ist mehr oder weniger übertrieben!
        Die Ängste und Sirgen, vir allem Existenzängste, sund nicht unbegründet und werden voll einschlagen. Dank der Maßnahmen!

  • rasputin

    Im Vaterland des Lügenwaschtls geht es noch kaotischer her, kein Hoffnungsschimmer am nördlichen Horizont. Die Patrioten haben es zur Zeit nicht leicht.

  • george

    Wo steht das, dass ein Treffen der Familienangehörigen im eigenen Haus bzw. der eigenen Wohnung effektiv verboten ist. Nur die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen sind einzuhalten und der Schutz der Gesundheit wahrzunehmen. Ist das so schwierig zu verstehen?

    • n.g.

      Siehst du george, wir sitzen uns ungern vermummt gegenüber. Zudem gibts kein Gesetz das jemanden dazu befugt dies in einer Wohnung zu kontrollieren. Schade, gell! UNSERE Gesundheit geht nur uns was an.!

  • tirolersepp

    Herr Knoll dürfen wir nach Innsbruck zum Christkindlmarkt ????

  • george

    @n.g.
    Einmal hü und einmal hott. Das bringt nur Verwirrung und durcheinander. Auch bei dir ist es vielfach so, einmal für lockeres Verhalten und das andere Mal für Strenge. Deine tröpfchenweise Aufsplitterung der Gedanken hier im forum macht es auch nicht besser. Eine klare Zielausrichtung der Gedanken und ein klar eigenverantwortliches Verhalten in dieser gegebenen Situation merkt man nur bei wenigen, geschweige denn einen Ansatz zur solidarischen Hilfe bei der Lösung dieser Probleme.

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