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Die Einkaufs-Frage

Foto: 123RF.com

Ein Schrieben des Ministerratspräsidiums erlaubt es, in anderen Gemeinden einzukaufen, weil es dort billiger ist. Gilt diese Regelung auch für Südtirol?

von Markus Rufin

Die Gemeindegrenzen dürfen derzeit in Südtirol nur aus driftigen Gründen verlassen werden. Heißt im Klartext: nur aus Gesundheits- oder Arbeitsgründen. Es gibt aber noch einen dritten Grund, der es den Bürgern erlaubt, die eigne Gemeinde zu verlassen. Und zwar dann, wenn eine Dienstleistung in Anspruch genommen wird, die es in der eigenen Gemeinde nicht gibt.

Es ist beispielsweise erlaubt, Produkte in einer anderen Gemeinde zu kaufen, wenn es diese in der eigenen nicht gibt. Doch wie sieht es aus, wenn ich aus Kostengründen in einer anderen Gemeinde einkaufen gehen möchte?

Gerade in kleinen Gemeinden mit einer dürftigen Nahversorgung betrifft dieses Problem einige Familien. Es gibt einige Personen, die wegen des größeren Sortimentes aber auch wegen der billigeren Preise lieber einen Discounterladen aufsuchen würden, als im Dorfladen einzukaufen.

Der nationalen Norm entsprechend, ist das erlaubt. Zumindest lautet so die Interpretation des Ministerratspräsidiums, das auf seiner Webseite schreibt, dass der Einkauf in einer Nachbargemeinde erlaubt ist, wenn es dort billigere Produkte gibt.

In Südtirol gibt es keine offizielle Interpretation, doch im wesentlichen wurde dieser Punkt der italienischen Norm übernommen, bestätigt Senator Dieter Steger: „Wenn ich dieses Dokument in der Hand halte, würde ich mich sicher fühlen, in Nachbargemeinden einzukaufen, wenn es dort günstiger ist.“
Steger betont allerdings, dass es sich lediglich um eine Interpretation handelt, ein gewisses Restrisiko bleibe also bestehen, aber da die Interpretation vom Ministerratspräsidium stammt, habe sie ihre Geltung.

Dass es Personen gibt, die lieber in den Nachbargemeinden einkaufen, berichtete die TAGESZEITUNG bereits letzte Woche. Im Supermarkt Supertip in St. Lorenzen gingen vergangene Woche auch Brunecker einkaufen, diese erhielten aber eine Strafe, weil sie ihre Gemeindegrenze verlassen haben.

Sofern nachgewiesen kann, dass die Produkte in diesem Supermarkt billiger als in der Heimatgemeinde sind, empfiehlt Senator Steger den betroffenen das Gespräch mit den Behörden zu suchen: „Es besteht eine gute Chance, dass man einen Rekurs gewinnt oder die Sachlage sogar im Schnellverfahren lösen kann, ohne das jemand etwas zahlen muss.“

Steger selbst plädiert zwar dafür, die Läden vor Ort zu unterstützen und dort einzukaufen, kann aber nachvollziehen, dass vor allem Bürger aus kleinen Gemeinden auch in Nachbargemeinden einkaufen. „Jeder Mensch muss selbst entscheiden, wo und wie er einkauft, deshalb soll es meiner Ansicht nach auch keine eigene Verordnung dazu geben, aber grundsätzlich verbietet es die Norm nicht, andernorts einzukaufen, wenn man dort billiger einkaufen kann.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (19)

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  • andreas

    Mein Gott Steger, sparen sie sich doch die Belehrungen für ihre Kinder und verunsichern sie nicht unnötig die Bevölkerung.
    Der auf der Webseite des Staates veröffentlichte Text ist eindeutig und sagt aus, dass man aus ökonomischen Gründen in einer angrenzenden Gemeinde einkaufen gehen kann.
    Oder was genau verstehen sie bei der Aussage „…anche in termini di maggiore convenienza economica,..“ nicht?

    Außer natürlich ein paar Strategen der SVP oder Leute wie Caramaschi meinen die Leute zusätzlich schikanieren zu müssen und hebeln vom Staat gültige Regeln mit eigenen Anordnungen aus.

    Es ist nur noch zum Kotzen, wenn ein ranghoher Politiker bei eindeutigen Regeln sagt „Es besteht eine gute Chance, dass man einen Rekurs gewinnt…“.
    Er bestätigt damit die Willkür der Behörden, akzeptiert diese anscheinend und die Bevölkerung soll mal schauen wie sie mit dieser zurecht kommt.

    http://www.governo.it/it/articolo/domande-frequenti-sulle-misure-adottate-dal-governo/15638#zone

    Posso fare la spesa in un comune diverso da quello in cui abito?

    Gli spostamenti verso Comuni diversi da quello in cui si abita sono vietati, salvo che per specifiche esigenze o necessità.
    Fare la spesa rientra sempre fra le cause giustificative degli spostamenti. Laddove quindi il proprio Comune non disponga di punti vendita o nel caso in cui un Comune contiguo al proprio presenti una disponibilità, anche in termini di maggiore convenienza economica, di punti vendita necessari alle proprie esigenze, lo spostamento è consentito, entro tali limiti, che dovranno essere autocertificati.

  • joachim

    Cool, dann fahre ich heute zum Brenner um auf österreichischer Seite zu tanken!

  • batman

    Die Großen werden immer größer und den Kleinen müssen zusperren. Nahversorger adé!

    IHR HABT TAGTÄGLICH DIE WAHL

  • batman

    DER WEG VON DER SELBSTVERSORGUNG IN DIE TOTALE ABHÄNGIGKEIT

    LEBENSMITTEL VOM KONZERN
    ENERGIE VOM KONZERN
    AUTO VOM KONZERN
    SPRIT VOM KONZERN
    REIFEN VOM KONZERN
    KLEIDUNG VOM KONZERN
    FREIZEITKLEIDUNG VOM KONZERN
    HANDY VOM KONZERN
    TELEFONNETZ VOM KONZERN
    INTERNET VOM KONZERN
    UNTERHALTUNG VOM KONZERN
    MÖBEL VOM KONZERN
    USW.

    MILCH ÄPFEL WEIN GEMÜSE BEIM DISCOUNTER

    SPRITZMITTEL VOM KONZERN

    GELD VON ….

  • batman

    UND NICHT ZU VERGESSEN DER IMPFSTOFF (DIE ZUKÜNFTIGE GESUNDHEIT) KOMMT AUCH VOM KONZERN

  • hallihallo

    habe mich gestern bei der straßenpolizei informiert, ob ich nach bozen darf , um meine dort winterreifen montieren darf, die ich dort bestellt habe.
    die antwort war , daß dies kein grund war und ich die reifen in meinem dorf kaufen soll. da meine reifen aber schon in bozen sind, muß ich wohl 10 tage warten.
    ob die antwort stimmt, weiß ich aber nicht, habe aber keine lust eine strafe von euro 500,00 zu bezahlen.

    • joachim

      @hallihallo
      Genau darum geht’s! Es ist immer eine Frage der Interpretation. Kein Polizist der Welt hat dass Recht dir zu sagen wo du deine Reifen kaufen sollst! Aber zumal die Unsicherheit in der Bevölkerung groß ist, versucht jeder Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen, zumal diese Herren selbst nicht genau wissen was Sache ist!

    • markp.

      @hallihallo

      Dann mußt du beten, daß in 10 Tagen wirklich wieder halbwegs alles offen ist. Wenn es schlecht läuft, wird der „smarte“ lockdown bestimmt bis weit in den Dezember verlängert.

    • robby

      Ich habe meine Winterreifen in Rosenheim gekauft und in Terlan aufziehen lassen. Wer long frog geat long irr.

  • ahaa

    Nur mit dem Auto. Wer sein Auto bei der Senni parkt kann ruhig ins Supertip gehen. Nur mit dem Auto ist es verboten! Ihr verunsichert die Menschen absichtlich!

  • rainerzufall

    Bis auf Lebensmittel bestellt ein Großteil der Leute alles online. Warum? Weniger „palle“..

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