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Die falschen Sozialarbeiter

Nachdem Unbekannte sich als Sozialarbeiter ausgegeben und eine ältere Frau in ihrem Haus ausgeraubt haben, mahnt die Berufskammer der Sozialassistenten zur Vorsicht.

Nach den in der Lokalpresse erschienenen Nachrichten über eine ältere Frau, die in der eigenen Wohnung von zwei angeblichen Sozialarbeitern ausgeraubt wurde, ruft die Berufskammer der Sozialarbeiter auf, wachsam zu sein, wenn Unbekannte ohne genaue Vorankündigung und Vereinbarung sich an der Wohnungstür als Sozialarbeiter vorstellen.

Das Vertrauen, das einer professionellen Beziehung zugrunde liegen muss, verpflichte den Sozialarbeiter stets mit größtmöglicher Transparenz zu handeln. Daher informiere der Sozialarbeiter die Person immer über ihre Rechte und Pflichten, gegenseitige Verpflichtungen und getroffene Maßnahmen (einschließlich möglicher Hausbesuche) sowie die beabsichtigten  Ziele und vorhersehbaren Folgen sozialarbeiterischer Interventionen.

„Selbst wenn das Eingreifen des Sozialarbeiters in einem von der Gerichtsbarkeit angeordneten Kontroll- oder Schutzkontext erfolgt, ist der Sozialarbeiter stets verpflichtet, die beteiligten Personen über die eigene professionelle Rolle und Verantwortung und deren Auswirkungen zu informieren“, so die Berufskammer in einer Aussendung.

Diese Verantwortlichkeiten sind in einem Ethikkodex festgelegt, der auf der Webseite der Berufskammer der Sozialarbeiter der Region Trentino-Südtirol (www.ordineastaa.it) veröffentlicht ist und zu dessen Einhaltung und Umsetzung sich der Sozialarbeiter als Angehöriger einer Profession und als Mitglied einer Berufskammer verpflichtet.

Es sei für jeden möglich, zu überprüfen, ob jemand, der sich als Sozialarbeiter vorstellt, auch wirklich Sozialarbeiter ist, indem man sich entweder an den entsprechenden Dienst oder an die Berufskammer (telefonisch unter 0461 237644 oder per E-Mail an [email protected]) wendet oder direkt das Berufsverzeichnis einsieht.

Sozialarbeit ist ein geschützer Beruf, für den eine spezifische Ausbildung sowie eine Staatsprüfung absolviert werden müssen. Der Begriff der Sozialarbiet kann deshalb nicht einfach beliebig verwendet werden, wie z. B. für das Bezeichnen von Freiwilligenarbeit oder für die Bezeichnung der Arbeit anderer Fachkräfte des Sozialwesens. Der in Südtirol gebräuchliche aber darüberhinaus etwas missverständliche Begriff Sozialassistent geht auf die Übersetzung der italienischen Berufsbezeichnung zurück. Der im Deutschen verwendete Überbegriff Soziale Arbeit umfasst Sozialarbeit und das benachbarte Feld der Sozialpädagogik. Die missbraüchliche Verwendung der Berufsbezeichnung kann ebenso der Berufskammer gemeldet werden.

 

 

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