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Für die Katz?

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Eine Bürgergruppe kritisiert die Verteilung von chirurgischen Gesichtsmasken per Post in Bozen als unnütz und kontraproduktiv.

Sie haben – wie viele tausend andere Bozner Bürger – chirurgische Gesichtsmasken per Post zugeschickt bekommen.
In einem Offenen Brief kritisiert eine Gruppe von Bürgern um Hannah Lausch und Elisa Nicoli diese Initiative scharf.
In dem Brief heißt es unter anderem:
Wir halten diese für eine durch und durch unnütze und kontraproduktive Initiative:
– die oben genannte chirurgische Maske ist eine Wegwerfmaske, das heißt wir können sie für einen einzigen Ausgang benutzen. Was für einen Nutzen bringt sie uns also? Diese Maske müsste um die 0,61 Cent kosten, wer immer sich eine solche also kaufen möchte, hat mit Sicherheit die ökonomischen Mittel dazu. Wie viel aber kostet diese Initiative uns als Steuerzahler? Neben den Kosten für die Masken sind auch noch die, der Briefumschläge und des Arbeitsaufwands, der Tür zu Tür- Austeilung zu berechnen.
– die Verteilung von chirurgischen Wegwerfmasken steigert unter der Bevölkerung die Annahme, dass genau diese Masken den geeignetsten Schutz bieten. Dies wiederum führt zu einem vermehrten Kauf genau dieser Atemschutzmasken, welcher die Produktion von nicht wiederverwertbarem Restmüll enorm und bedenklich in die Höhe treibt. Die Wegwerfmaske unterstützt indirekt auch das Sich-Illegale-Entledigen der Maske im öffentlichen Raum, welches mit einer wiederverwendbaren Stoffmaske gänzlich vermieden wird. Hinzu kommt auch der unnötige Konsum an Papierumschlägen (die Größe der Briefumschläge im Verhältnis zum Inhalt, ist geradezu lächerlich) welche recyclebar sind, aber trotzdem zur allgemeinen Krise der Papierwiederverwertung beitragen.
– das händische Verpacken der Masken ist hygienisch gesehen eher bedenklich. Wir wollen damit nicht bezweifeln, dass die nötigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden sind, bei dieser Präsentation des Produkts, bleiben aber Zweifel im Raum.
Wir hätten uns stattdessen eine sinnvollere Verwendung dieser Gelder gewünscht, auch nur in Form einer kleinen, aber einheitlichen Informationskampagne, in der die Bürger, welche seit Monaten mit kontrastierenden Informationen überflutet werden, von Experten über den korrekten Umgang mit den wiederverwendbaren Masken aufgeklärt werden.
Gefreut hätten wir uns auch über eine Werbekampagne zur Unterstützung der, in allen Apotheken erhältlichen, waschbaren Stoffmasken. Bei geringem Gesundheitsrisiko erfüllen diese schon, mit nur zwei Gewebeschichten, den Anspruch auf Vermeidung von Tröpfchenübertragung. Die waschbare Stoffmaske vermindert wesentlich die Mengen an Restmüll, kostet auf lange Sicht viel weniger und verhindert, dass eine Maske über einen zu langen Zeitraum getragen wird, ohne angemessen desinfiziert zu werden (da dies bei der Wegwerfmaske ja nicht möglich ist).

In der Hoffnung auf ein grundlegendes, nachhaltiges Umdenken und weitsichtigere Aktionen!!

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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