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Der kleine Schwindel

Die Grüne Brigitte Foppa hat aufgedeckt, wie die Landesregierung in Sachen Notdienst schwindelt.

Die Einrichtung des Kinderbetreuungs-Notdienst in Kindergärten und Grundschulen ist von vielen Polemiken begleitet.

„Aus gutem Grund. Minimale Einschreibungsfristen, überstrenge Kriterien, schlechte Kommunikation mit dem Personal etc. haben den ,Not’-Dienst gleich schon in die Kritik gebracht. Auffallend ist aber auch, dass der Dienst nur in den deutschen und ladinischen Schulen und Kindergärten angeboten wird. Effektiv sieht das Landesgesetz den Dienst als ,Möglichkeit’ vor“, so schreibt Brigitte Foppa von den Grünen am Sonntag.

Der Beschluss der Landesregierung Nr. 327 regelt die Details des Dienstes.

Allerdings unterschiedlich, je nachdem ob man die deutsche oder die italienische Version liest:

„Es ist unerhört, wie die Landesregierung hier schummelt“, schimpft Brigitte Foppa.

Anders könne man sich nicht erklären, dass der deutsche Text davon spricht, dass die Kindergärten und Schulen den Dienst PLANEN und ANBIETEN, das im italienischen Text als Möglichkeit steht (È POSSIBILE OFFRIRE).

Brigitte Foppa weiter:

Auch im folgenden Absatz heißt es im Deutschen, dass der Notdienst BEGINNT, im Italienischen steht: PUÒ INIZIARE.

Das sind keine Übersetzungsfehler, werte Landesregierung. Das ist bewusstes Kaschieren von unterschiedlichen Wegen. Die Landesregierung kann sehr wohl beschließen, in der deutschen Schule andere Wege zu gehen als in der italienischen (auch wenn viele Eltern sicher gern einen gemeinsamen „Notdienst“ gesehen hätten, der auch noch ressourcenoptimierend gewesen wäre). Aber man hat nicht einmal die Courage, dazu zu stehen, sondern zieht es vor, bei der Übersetzung zu „schwindeln“.

Diese gar nicht so unbedeutende Manipulation dürfe kein Präzedenzfall werden.

„In jedem Fall wirft sie ein sehr trübes Licht auf die Ehrlichkeit der Landesregierung. Und auf ihre Absichten im Hinblick auf das viel beschworene Zusammenführen der Sprachgruppen“, so Brigitte Foppa abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • pfendtpeter

    Glaub da nicht an Absicht, die sind wie so oft schlicht und einfach unfähig, ein gscheites Gesetz zu schreiben.

  • criticus

    Da das Land gerne „schummelt“ hätte ich eine Frage: Durfte LR Schuler ohne Genehmigung des Landtages Förster für Überwachungsaufgaben gegen Wanderer und Tourengeher einsetzen?

  • asoet

    Dieser sog. Notdienst ist so ein „Schmarrn“, dass es wohl kaum blöder und strenger geht. Ich kenne einige Eltern, die beim Ausfüllen des Formulars mittendrin aufgegeben haben, da die Kriterien so streng sind (waren) und spätestens wo von „strafrechtlichen Konsequenzen“ gesprochen ist…also was soll das liebe Landesregierung?
    Bravo Brigitte Foppa, gut recherchiert.

  • prof

    Wir können einfach nur mit den Knieen auf ein Holzscheid den Hergott danken,daß wir eine Frau Foppa im Landtag sitzen haben.

  • nix.nuis

    …und wie hat Frau Foppa im Landtag bei der Behandlung des Gesetzes abgestimmt?
    …warum hat sie das nicht schon dort aufgeworfen?

  • vinsch

    Freut mich, dass die „Grünen“ den Virus überlebt haben. Zwei Monate habe ich vergebens auf ein Lebenszeichen gewartet. Zwei Monate jeglicher demokratischen Grundrechte beraubt, Betriebe zugesperrt, Leute entlassen, Lohnausgleichskasse immer noch in Bearbeitung, zentralistisch von Rom aus regiert … In dieser für viele von uns verzweifelten Situation haben wir auf eine kritische Stimme seitens der grünen Opposition gewartet und gehofft. Es gab dann doch viele kritische Stimmen, Ihre war nicht dabei. Sogar der LH Kompatscher hat die Situation erkannt und einen Sonderweg für Südtirol eingeleitet. Und Sie Frau Foppa haben dies sogar kritisiert und sich bei der Abstimmung letztendlich enthalten. Geht es Ihnen um die Übersetzung? Sagen Sie uns doch endlich für was Sie einstehen. Für eine 100%ige Kinderbetreuung wie im restlichen Europa? Das bedeutet aber, dass das pädagogische Personal nach 2 Monaten Ferien endlich wieder arbeiten müsste (und hier fehlt Ihnen sicher der Mut dies klar zu fordern, sind das doch ihre Wähler/Innen).

  • ermelin

    2 Monate Ferien?? Ich arbeite (auch) an/mit Covid-Patienten im Krankenhaus, mache Dienste in der Nacht und am Wochenende, würde aber nie freiwillig mit meiner Frau, welche eine engagierte Grundschullehrerin (dzt. von zu Hause aus) ist, tauschen….!!

  • tirolersepp

    Frau Foppa nicht nach der Nadel im Heuhaufen suchen, sie sind Opposition, Augen auf das Große im Lande !!!

  • hallihallo

    frau foppa soll dem volk doch erklären , welcher der beiden texte gilt.
    bei staatsgesetzen gilt die italienische fassung, das deutsche ist nur eine übersetzung. würde mich nicht wundern , wenn das bei den landesgesetzen auch so ist, aber da müßte die foppa schon bescheid wissen.

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