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„Zu wenig geschützt“

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Die Reinigungskräfte in den Krankenhäusern klagen über schwierige Arbeitsbedingungen: „Nicht alle Stationen und Abteilungen sind mit Schutzmasken ausgestattet.“

In Südtirol wird die Situation der Bediensteten im Reinigungs- und Multi-Service-Bereich in Krankenhäusern immer schwieriger. Die Fachgewerkschaften von ASGB, CGIL/AGB, SGBCISL und UIL/SGK prangern mit Nachdruck die Tatsache an, dass nicht alle Stationen und Abteilungen mit Einwegschutzmasken und -schürzen ausgestattet sind und fordern Respekt für die Sicherheit dieser Arbeiterinnen und Arbeiter.

In einer Aussenung schreiben die Fachgewerkschaften: „Es handelt sich um eine außergewöhnliche Notsituation, weshalb auch diejenigen, die in den Südtiroler Krankenhäusern als Reinigungspersonal arbeiten und Desinfektionen durchführen müssen, zu langen und anstrengenden Schichten gezwungen sind“.

Wie die Sozialpartner betonen, handelt es sich dabei um „Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die im Interesse der Allgemeinheit an vorderster Front stehen, aber manchmal ohne die entsprechende individuelle Sicherheitsausrüstung“. Die Forderung, auch auf lokaler Ebene, lautet daher, dass „diesen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern , die in Krankenhäusern, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen maximale Aufmerksamkeit geschenkt werden muss“.

Auf nationaler Ebene hatten die drei Fachgewerkschaften FILCAMS CGIL, FISASCAT CISL und Uiltrasporti ihrerseits „eine Situation angeprangert, die dramatische Folgen im Krankenhaus- und Gesundheitssektor zu haben droht, wo der Mangel an Mundschutz, Handschuhen und Schürzen für Reinigungs- und Sanitätsarbeiter nicht nur die Sicherheit der einzelnen Beschäftigten, sondern auch die Sicherheitsstandards und den Schutz vor Ansteckung in denselben Gesundheitseinrichtungen gefährden kann“.

Die in den letzten Tagen von den lokalen Gewerkschaften an die einzelnen Unternehmen, die im Auftrag öffentlicher und privater Einrichtungen arbeiten, diesbzgl. gestellten Anfragen haben in vielen Fällen keine zufriedenstellende Rückmeldung gebracht, da es besonders schwierig ist, normgerechten Mundschutz auf dem Markt zu finden. „Es ist nicht akzeptabel, direkte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen z.B. des Krankenhauses und jene, die bei externen Unternehmen beschäftigt sind, welche den Reinigungsauftrag ausführen unterschiedlich zu behandeln. Es besteht ein dringender Bedarf an angemessener Information und Schulung dieser Beschäftigten über Maßnahmen und Protokolle zur Verhinderung der Ausbreitung und Ansteckung durch Covid-19. Die Unternehmen sind dazu verpflichtet und die Sanitätseinheit muss dies vorsehen“, so die Gewerkschaften weiter.

Die Fachgewerkschaften in Südtirol erhalten jeden Tag Dutzende von Anrufen von Beschäftigten, die sehr besorgt sind, ohne Mundschutz arbeiten zu müssen, die nach Schichtende nach Hause zurückkehren, mit der Angst, krank zu werden und ihre Angehörigen anzustecken. Nicht nur das Reinigungspersonal in Krankenhäusern, sondern auch diejenigen, die in anderen Witschaftssektoren arbeiten, z.B. Beschäftigte, die für bedeutende Handelsketten im Lebensmittelbereich Waren transportieren, oder diejenigen, welche Kondominien und Postämter reinigen müssen, befinden sich in einer ähnlichen Situation.

Die Fachgewerkschaften von ASGB, CGIL/AGB, SGBCISL und UIL/SGK danken diesen Beschäftigten für ihren Einsatz und hoffen, dass ihnen mit der entsprechenden individuellen Sicherheitsausrüstung, aber auch mit der richtigen finanziellen Bestätigung die größte Anerkennung zuteilwird, da die Löhne schon zu lange still stehen.

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