Du befindest dich hier: Home » Kultur » „Über den Tod – ohne zu übertreiben…”

„Über den Tod – ohne zu übertreiben…”

Sulla morte senza esagerare (Foto: Laila Pozzo)

Am Donnerstag, den 20. Februar um 21 Uhr wird im Grieser Stadttheater (BZ) im Rahmen der Theateraufführungsreihe „Häretische Körper” das Stück  „Über den Tod – ohne zu übertreiben” von Teatro dei Gordi aufgeführt: ein Stück für 4 Schauspieler, 10 Masken und ohne Text, eine Hommage an die polnische Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska.

Am Donnerstag, 20. Februar, gastiert die junge Theaterkompanie “Teatro dei Gordi„ erstmals in Bozen. Mit ihrem Stück “Sulla morte senza esagerare” versuchen sie auf ironische und unterhaltsame Weise das letzte unserer Tabus, den Tod, zu hinterfragen. Die Wahl des Titels ist auch eine Hommage an die polnische Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska.

An der Schwelle zwischen Dies- und Jenseits, wo sich die Seelen endgültig von ihren Körpern verabschieden, steht der Tod. Die Lebenden fürchten ihn, versuchen ihm zu entrinnen, verleugnen ihn, aber sie suchen ihn auch, sehnen ihn herbei und fordern ihn heraus.  Mit zeitgenössischen Masken erzählen vertraute Gestalten wortlos von ihren letzten Augenblicken, von verpassten Gelegenheiten, dem Abschied. Alles mit Ironie gewürzt, ohne je zu übertreiben.

Aber wieviele Verspätungen bei seiner Arbeit, wieviele ungeschickte Versuche, Fehlschläge  und zurückgeschickte Seelen! Klar, wie soll der Tod auch, selbst unsterblich, verstehen was Sterben heißt. Trotzdem pflegt man zu sagen, die einzige Gewissheit sei der Tod.

Das Teatro dei Gordi liefert ein Theaterstück aus dem die Worte verbannt sind und die Mimik von den Masken verborgen ist: als Ausdrucksmittel bleiben daher nur die Bewegung, die Gestik und die Bühnengestaltung sowie ein Zusammenspiel von Musik und Geräuschen.

„Sulla morte senza esagerare” wurde mit dem Premio alla produzione Scintille 2015 ausgezeichnet. In der Begründung für die Auszeichnung wird unter anderem die …Originalität des dramaturgischen Aufbaus, die Liebe zum Detail, der mutige Anspruch eines jungen Ensembles ein Theater ohne Worte zu schaffen… hervorgehoben.

Der Regisseur Riccardo Pippa erzählt in einem Interview, dass ihm die Idee zum Stück bei der Arbeit mit der inzwischen manchmal etwas ausgelaugt scheinenden Commedia dell’Arte gekommen ist; durch die Ersetzung der typisierten Masken mit neuen, zeitgenössischen hat er daher versucht Neues zu schaffen. Zum gänzlichen Verzicht auf Text, auf Worte wurde er auch angesichts der Erfolge von Familie Floz animiert.

Die von Otto Dix’s Malerei inspirierten Pappmascheemasken wurden von der Bühnenbildnerin Ilaria Ariemme geschaffen. Das Teatro dei Gordi ist aus einer Gruppe von ehemaligen Schülern der renommierten Theaterschule Paolo Grassi in Mailand entstanden, die sich 2010 zusammengeschlossen haben.

In kürzester Zeit waren sie imstande sich mit ihrer originellen Poesie Bekanntheit und Anerkennung zu verschaffen und ein ansehnliches Publikum aufzubauen. 2019 wurde ihnen auch der Premio Hystrio Iceberg, für die beste neue Theaterkompanie in Italien verliehen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen