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Pacchers Hieroglyphen

Roberto Paccher weigert sich, die Vorschuss-Beträge der Altmandatare zu veröffentlichen – und stellt stattdessen eine mathematische Formel ins Netz.

Der 5-Sterne-Abgeordnete Filippo Degasperi wollte mittels einer Anfrage in Erfahrung bringen, wie der Regionalrat die Leibrente-Vorschüsse, die den Altmandataren laut Thaler-Gesetz von 2012 zustehen, berechnet werden. Konkret verlangte der Grillino für jeden Nutznießer der Abzinsung die für die Zuerkennung des entsprechenden Betrages durchgeführte detaillierte Berechnung zusammen mit dem erzielten Ergebnis.

Brisant: Seit der Lega-Politiker Roberto Paccher an der Spitze des Regionalrats ist, werden den Abgeordneten keine detaillierten Auflistungen der Renten-Ansprüche mehr ausgehändigt. Als Grund gibt Pachher an, dass der Regionalrat nicht über das für die Erstellung einer solchen Liste notwendige Personal verfüge. Zudem würde man im Falle einer Veröffentlichung gegen die staatlichen Privacy-Bestimmungen verstoßen.

Oppositionsführer Paul Köllensperger kann die Haltung des Präsidenten nicht nachvollziehen. Er schrieb schon im Herbst einen Brief an Paccher, in dem er die „Geheimniskrämerei“ scharf kritisierte und davor warnte, sich auf die Privacy der Altmandatare hinauszureden. In diesem Fall werde man die Aushändigung der Daten vor dem Verwaltungsgericht einklagen, warnte Köllensperger. Paccher scheint von den Drohungen ziemlich unbeeindruckt geblieben zu sein.

In seiner Antwort auf die Degasperi-Anfrage fehlen – wie gehabt – die Namen der Leibrenten-Empfänger sowie die Beträge der Vorschüsse und monatlichen Leibrenten. Stattdessen druckt der Präsident in seinem Antwortschreiben eine mathematische Berechnungsmethode ab, die ein Berater des Regionalrats zur Ermittlung der Abzinsungen angewandt hatte. Filippo Degasperi ist mit dieser (nichtssagenden) Antwort freilich nicht zufrieden.

„Ich bin überzeugt, dass Paccher aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Versicherungsvertreter die mathematischen Formeln verstanden hat. Es ist aber nicht das, was ich in meiner Anfrage gefordert habe“, ärgert sich der Grillino.

Das neue Renten-Gesetz, das der Regionalrat im November verabschiedet hat, sieht vor, dass die jährlich ausbezahlten Renten auf der Transparenzseite des Regionalrats veröffentlicht werden – allerdings als Gesamtbetrag. Welcher Altmandatar wie viel bekommt, bleibt geheim. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (22)

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  • stefan1

    Jaja, die Lega und Transparenz, da ist es nicht weit.
    49 Millionen gestohlen, die Rentengelder nicht veröffentlichen, aber watschi und Co bleiben bewusst blind, was dieser unfähige Haufen anstellt…

    • watschi

      ach stefan, du langweilst langsam mit deinen ewigen, unhaltbaren anschuldigungen. bald hast du die lange nase von pinocchio,

    • robby

      typischer Kommentar eines linksgrünen Parteisoldaten.Aber bleib dran stefan1, in 20 – 30 Legislaturen kommen dann die Grünen zum Zug. Bis dahin: kusch!

      • stefan1

        Könnt ihr rechtsextremen Parteisklaven auch mal eure Augen öffnen ?
        Skandal nach Skandal und ihr Ignoranzbolzen bleibt eurem padanischen Arbeitsverweigerer treu, schade nur, dass die Lega nicht mal in 30 Jahren an die Macht kommen wird.
        Also müssen eure braunschwarzen Faschoträume weiter in eurem Minihirn bleiben !
        Bezeichnend, dass ihr nie zu den Fakten Stellung nehmt

        • yannis

          >>>>Könnt ihr rechtsextremen Parteisklaven auch mal eure Augen öffnen ?…..

          na ja, das mit den Augen öffnen ist so eine Sache, wer sie wirklich offen hat weis (oder gibt zu) dass die Lega nur ein Produkt der seit Jahren fehlgeleiteten linken Politik ist, sozusagen ein Kollateralschaden der noch-Machthaber.
          Ist eben genauso wie mit der AfD, ohne die „Merkeleien“ insbesondere ab dem denkwürdigen Jahr 2015, würde die AfD gar nicht existieren, oder sich zumindest in der Bedeutungslosigkeit befinden.
          Und wenn man absolut demokratisches Wahlergebnisse wie in Thüringen, O-Ton Merkel: „muss rückgängig gemacht werden“ mit Füssen tritt, sollte sich niemand wundern dass die AfD sich nur ins Fäustchen lachen kann.

          • stefan1

            1994-1995 Berlusca, 2001-2006, 2008-2011 Berlusca, beinahe Staatsbankrott und 2011-2013 Monti, 2013-2014 letta und 2014-2016 Renzi, wo bitte was die von Linken fehlgeleitete Politik, Berlusca Lega und Co haben Italien an die Wand gefahren !
            Nebenbei schaut es in Thüringen gut aus für die Linke, das Resultat war ja legitim, er wurde Ministerpräsident, hat sein Mandat dann zurückgegeben, weil er keine Mehrheit hatte–> parlamentarische Demokratie, nicht eure Faschodemokratieverständnis

        • watschi

          stefan1, warum lügst du andauernd?

      • george

        Das hat nichts mit „linksgrün“ zu tun, also keine Ideologie, sondern wirkliche Vorkommisse, die von einer bestimmten Partei hervorgerufen wurden. ‚robby‘, wecke deinen eigenen Geist und bete nicht nach.

      • yannis

        @robby

        wenn sich einer wie stefan1 sich so aufregt, bzw. ins linke Zeug legt, scheints Du wohl ziemlich richtig zu liegen.

  • besserwisser

    Nachdem im Regionalrat ja hoffentlich hochqualifierziert und überdirschnittlich fähige Leute sitzen werden sie sicher auch in der Lage sein eine simple Barwertrechnung nachzurechnen.
    Ansonsten ist Dr.Google ein sehr tüchtiger Ratgeber!

  • jennewein

    die zu veröffentlichen ist ihnen warscheinlich oder hoffentlich zu blöd.

  • itler

    Wenn die Variablen/Parameter dazu bekannt sind, ist das doch die korrekte Antwort – wer nicht rechnen kann, hat wohl nie die Matura gemacht und kann auch gleich zurücktreten.

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