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Teures Pflaster

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Der Gemeinden-Vergleich: So hoch sind die Wohnungs- und Mietpreise in Südtirol.

von Heinrich Schwarz

Nach der Krise im Südtiroler Baugewerbe vor rund fünf Jahren ging es kontinuierlich nach oben. Immer noch steigt die Beschäftigung Jahr für Jahr deutlich an. Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) hat nun einen Blick auf die Bautätigkeit in Südtirol im Jahr 2018 geworfen.

So wurden Baugenehmigungen für ein Volumen von 3,6 Millionen Kubikmeter genehmigt und ausgestellt. Gegenüber 2017 ist das allerdings ein Minus von 16 Prozent, wobei die Abnahme bei Wohngebäuden größer war. Insbesondere waren die Neubauten von Wohngebäuden rückläufig, während die Erweiterungen sogar zunahmen.

Insgesamt ist mit den Baugenehmigungen – immer bezogen auf das Jahr 2018 – der Bau von 2.448 Wohnungen geplant. Am meisten gebaut wurde im Gadertal, im Unterpustertal und in Hafling/Vöran. Ebenfalls stark gesunken ist die Zahl der Bauabschlüsse mit minus 33 Prozent.

Auch interessant: Die Anzahl der aktiven Arbeiter betrug 12.624, was einem Plus von 3,8 Prozent entsprach, wobei die Anzahl der im Ausland geborenen Arbeiter um 9,3 Prozent zunahm und bei 3.375 lag. Die Bauunternehmen sind angesichts der Vollbeschäftigung in Südtirol also verstärkt auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.

Und wie entwickelt sich der Südtiroler Immobilienmarkt?

Laut ASTAT bewegten sich die Immobilienwerte im Jahr 2018 zwischen 3.864 und 5.129 Euro pro Quadratmeter in Bozen und zwischen durchschnittlich 2.577 und 3.622 Euro in den anderen Südtiroler Gemeinden.

Die Höchstwerte liegen in 17 Gemeinden über 4.000 Euro pro Quadratmeter – darunter Bozen, Meran und Brixen, den jeweiligen Nachbargemeinden und den touristischen Gemeinden im Dolomitengebiet. Nur in vier Randgemeinden, die sich vor allem im Westen des Landes befinden (Proveis, Laurein, Taufers und Martell), liegen die Höchstwerte unter 2.000 Euro (siehe auch die Grafik mit dem Überblick über alle Gemeinden).

„Innerhalb eines Jahres sind die Markthöchstpreise in 45 Gemeinden, die sich vor allem im Burggrafenamt und im Vinschgau befinden, gestiegen. Gleichzeitig verbuchen acht Gemeinden einen Rückgang“, berichtet das ASTAT.

Die Mieten betrugen 2018 in Bozen monatlich 11,18 bis 14,72 Euro pro Quadratmeter. In den anderen Gemeinden des Landes waren es durchschnittlich zwischen 7,70 und 10,85 Euro.

Die höchsten Mieten sind in Kastelruth, Gröden, Hochabtei und im Hochpustertal zu zahlen – mit teilweise deutlich mehr als 15 Euro pro Quadratmeter. Gefolgt von den Städten und den zentrumsnahen Gemeinden, während die Mieten in den peripheren Gemeinden mit eher wenig Tourismusaufkommen – insbesondere im Vinschgau – am niedrigsten sind. Konkret lagen die Mieten in 22 Gemeinden unter sieben Euro pro Quadratmeter (siehe Grafik).

Die Kosten für den Baugrund, so das ASTAT, sind von zentraler Bedeutung bei der Festsetzung des Immobilienwertes. Sie bewegten sich 2018 in den Ortskernen zwischen 304 und 464 Euro pro Quadratmeter. In Bozen – der Gemeinde mit dem teuersten Baugrund – bezahlte man mehr als das Dreifache.

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