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Private Lösung

Pragser Wildsee (Foto: Leonhard Angerer)

Am Montag stellen drei Unternehmer ihre Idee für eine Lösung des Verkehrsproblems von Prags vor. Was und wer dahintersteckt. Und warum Gemeinde und Land daran Interesse bekunden.

von Silke Hinterwaldner

Die Ausgangslage ist bekannt: Immer mehr Tagestouristen kommen vor allem im Hochsommer an den Pragser Wildsee, die meisten schießen nur schnell ein Foto und reisen wieder ab. Dieser Instagram-Tourismus hat zu veritablen Verkehrsproblemen im Pragsertal geführt.

Bisher hat man mit unterschiedlichen Projekten und Konzepten versucht, dem Problem beizukommen, einen durchschlagenden Erfolg konnte man nicht verbuchen. Aber im vergangenen Sommer hatten die Pragser zum  ersten Mal das Gefühl, dass man sich am richtigen Weg befinde. Der Plan Prags, ausgearbeitet von Land und Gemeinde, zeigte erste Erfolge.

Parallel zu dieser teilweisen Sperre der Straße zum Pragser Wildsee hat man immer schon an alternativen Ideen gearbeitet. Seit zwei Jahren schon sind die Unternehmer Bruno Heiss, Mirko Steiner und Alexander Trenker dabei, einen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Plan zu erarbeiten. Gegenstand dieses Planes sind vereinfacht ausgedrückt: eine Zughaltestelle direkt am Pragser Durchlass, dort soll auch ein Welcome-Center entstehen und ein Parkplatz für rund 700 Fahrzeuge. Außerdem gebaut werden soll ein Wasserkraftwerk,  mit der gewonnen Energie will man Wasserstoff unter anderem für die Busse erzeugen. Dazu sollen dort E-Autos und Fahrräder ausgeliehen werden können. Und: Vorgesehen sind auch ein Dolomiten Experience-Center, in dem das Unesco-Weltnaturerbe im Mittelpunkt stehen wird. Dieses neue Zentrum für Prags ist direkt hinter dem Pragser Durchlass – also nach dem Kreisverkehr an der Pustertaler Straße – rechter Hand geplant.

Der Vorschlag kommt zwar von privater Seite, aber die öffentlichen Stellen haben ihr Interesse daran bereits bekundet: Wenn das Projekt am heutigen Montag im Vereinshaus von Prags vorgestellt wird, sollen neben den Gemeindeverwaltern auch die beiden Landesräte Daniel Alfreider und Arnold Schuler sowie Landeshauptmann Arno Kompatscher anwesend sein.

„Was gemacht wird, wer es in die Hand nimmt und wo etwas entstehen soll, entscheidet die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Friedrich Mittermair dezidiert. Ihm ist die Kritik daran, dass eine Investition so großen Ausmaßes von einigen privaten Unternehmern getätigt werden soll, auch schon zu Ohren gekommen. Umso mehr betont er, dass in erster Linie die Bürger das Wort haben werden. Aber grundsätzlich hält der Bürgermeister den Standort unmittelbar am Taleingang für „eine gute Lösung“. Die enormen Massen an Tagestouristen seien mittlerweile unerträglich, eine Sperre sei unbedingt notwendig.

Diesen Ansatz vertritt auch Bruno Heiss. „Das Projekt sieht vor“, sagt er, „den Massentourismus zu lenken. Nicht jeder Tourist soll aufs Geratewohl zum Pragser Wildsee kommen können.“ Besser sei es, diesen Ausflug gut zu planen und dafür Geld und Zeit investieren zu müssen. Die Gruppe um Heiss, Trenker und Steiner hat das Projekt rund um das Welcome-Center bis ins Detail ausgearbeitet. Das hat auch zur Folge, dass die Unternehmer sich die Idee urheberrechtlich haben schützen lassen, schließlich habe man einiges an Geld und Zeit investiert.

Ob dieses Zentrum tatsächlich gebaut wird. Was davon tatsächlich sinnvoll ist. Und: Wer den Bau und die Führung übernimmt. All diese Fragen müssen noch geklärt werden. Ein erstes Stimmungsbild soll bei der Bürgerversammlung heute gezeichnet werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • marting.

    hoffentlich eine direkte Anbindung an den BBT und den Flughafen Bozen

  • ich1979

    Was ist mit den Einheimischen?
    Ich selbst verbringe jedes Wochenende in Brüggele und Plätzwiese kwandern, spazieren, klettern, relaxen)
    Muss ich jedes mal so viel Geld ausgeben?
    Beim See kann man ja eh nicht mehr landen wegen den ganzen Hundeschissen. Es stinkt vom ganzen Gerauche, überall Zigarettenkippen und Scheisspapier schon vom Weg aus zu sehen. Beim Eisklettern hat man ununterbrochen Hundegekläffe als Geräuschkulisse

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