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Doppelpass in der Schublade

Roland Lang vor dem Kolosseum (Foto: SHB)

Der Südtiroler Heimatbund befürchtet, dass der Doppelpass von der neuen österreichischen Regierung schubladisiert wird.

Die politische Entwicklung in Wien, wo es nunmehr zu einer türkis-grünen Regierung Kurz/Kogler kommt, lässt das einstige türkis-blaue ÖVP-FPÖ-Vorhaben, Südtirolern die österreichischen Staatsbürgerschaft zu erteilen, zeitweise entschwinden, bedauert der Südtiroler Heimatbund.

Alle Zeichen würden nämlich darauf hindeuten, dass die jüngste Nationalratsentschließung sowie die österreichweite Umfrage, bei der sich 83 Prozent für die doppelte Staatsbürgerschaft der Südtiroler ausgesprochen haben, damit schubladisiert werden, so SHB-Obmann Roland Lang.

Laut dem soeben vorgestelltem Koalitionsabkommen kommt das Thema darin überhaupt nicht zur Sprache. Überdies gehört Außenminister Schallenberg, ein Berufsdiplomat, der als einziger Minister, der der bisherigen Übergangsregierung Bierlein angehörte, von der neuen Regierung Kurz/Kogler übernommen wird, nicht zu den Befürwortern des Projekts und lässt erwarten, dass er sich auch künftig nicht dafür einsetzen, sondern es bedauerlicherweise sogar beschweigen wird, so der SHB.

„Zudem wird sich der ÖVP-Teil der Regierung im Blick auf Südtirol mit Alibi-Themen, über die ohnehin jahrelang immer wieder substanzlos und ohne greifbare Ergebnisse gesprochen wurde („Stärkung der Autonomie“/“Ausbau der Schutzfunktion“ u. dgl. mehr) befassen, um dem Staatsbürgerschaftsthema aus dem Weg zu gehen.“

Der grüne Wiener Bundesregierungsteil  habe mit Sicherheit dafür gesorgt, dass die ablehnende Haltung der geschwisterlichen interethnischen“ Südtiroler Grünen/Verdi, die die österreichischen Grünen zu 100 Prozent teilen, ihren dogmatischen Niederschlag im Koalitionsvertrag fand, vermutet der SHB. Dass laut Umfrage durchgeführt im November 2018, die italienische Bevölkerung mehrheitlich mit 59 Prozent nichts gegen die Doppelstaatsbürgerschaft hätte, sei auch den Grünen nachgerufen, so Roland Lang.

„Die Verleihung einer Staatsbürgerschaft an eine österreichische Minderheit bleibt, wann auch immer es geschehen wird, ein souveräner Akt unseres Vaterlandes. Da auf diese Möglichkeit laut der von der Gaismair Gesellschaft durchgeführten Meinungsumfrage mehr als 136.000 Südtiroler geduldig warten, wird diese Frage sicher auch weiterhin aktuell bleiben“, schließt der SHB.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (57)

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  • heinz

    Das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft hat sich erschöpft. Viel wichtiger ist, dass sich die neue Bundesregierung aktiv dem Klimaschutz verschrieben hat.

  • marting.

    dafür gibt es von den Öko-Kommunisten den Doppelhaß

  • herrbergsteiger

    Sebastian Kurz ging vor den Grün*innen und Italiens Nationalisten/Faschisten in die Knie. Das war zu erwarten.
    Sie alle werden jetzt jubeln.
    Und die italophilen SVPler und Touristiker werden 1000 Gründe angeben, warum die Südtiroler keinen Doppelpass brauchen.

    Was ist die Gegenleistung?
    Doch keine österr. Staatsbürgerschaft für jeden und alles, der irgendwie illegal nach Österreich kam und ein paar Jahre dort unauffällig lebt?
    Staatsbürgerschaft für jeden Zuwanderer, das war nämlich eine Forderung der Grünen … war …

    • leser

      Herrbergsteiger
      Kurz ist ein berufdiplomat dem es wichtig ist in der politik zu sein
      Dass er mit kompromissen dabei nicht zimperluch ist hat man ja mit den freiheitlichen gesehen und dabei ist er auch ungeschoren vorbeigekommen
      Ein mögluchst leeres und zahnloses programm hält ihn wohl am längsten ūber wasser

  • watschi

    auf die grünen konnten wir südtiroler uns noch nie verlassen. die haben uns meistens in stich gelassen oder mit verhinderungs- oder verbotspolitik alles gute für uns vermasselt. nein, eingefleischte südtiroler können definitiv nie grün wählen, denn nur die dümmsten kälber wählen ihren metzger selbst

  • watschi

    ich tue mich wirklich schwer zu verstehen, warum die grünen so gegen unsere kultur sind. der südtiroler ist doch im grunde ein ehrlicher, arbeitsamer mensch, ja, auch mit fehlern, aber wer ist schon perfekt?

    • silverdarkline

      Haha, Südtiroler=hinterfotziges Bergvolk, das glaubt der Nabel der Welt zu sein. Vorteile rausschlagen wo’s nur geht, egal ob nördlich oder südlich. Ach ja, fleissig plärren und lärmen können’s auch, die braven Südtiroler.

    • leser

      Watschele
      Grüne gkauben intellektuelle zu sein und damit ūber allem zu stehen und sind sogar der meinung dass beispielsweuse photovoltaik due energiewelt rettet

    • george

      Nein ‚watschi‘, nicht die Grünen sind gegen unsere Kultur. Du verdrehst das komplett, denn du und deinesgleichen seid gegen unsre Südtiroler, denn ihr habt einen kompletten Nationalisten und Italofaschist die Stimme gegeben und unsre Heimat und Kultur wiederholt verraten.

  • tff

    Unglaublich. Sie haben es noch nicht kapiert. Der sinnlose Doppelpass wird nicht schubladisiert sondern er ist tot, mausetot. Genauso politisch tot wie die STF und
    ihre FPÖ Freunderln. Alle beiden haben keine Ideen für die Bürger, sähen nur Hass,
    und werden von der asphaltiert. Siehe die Regierungserklärung des Kanzlers Kurz.
    Das sind Nägel mit Köpfen, nicht ein Kartonbüchl das kein Mensch in Europa mehr
    braucht.

  • quovadis

    Ich bin grün und für den Doppelpass. Ob die Partei, die sich in Südtirol grün bezeichnet, wirklich grün ist, bezweifle ich immer mehr. Denn für mich steht Grün für anti-nationalistisch und Weltoffenheit. Und der Doppelpass wäre absolut Symbol einer Weltoffenenheit. Und wären da nicht die grünen Einflüsterer wäre der Doppelpass noch aktuell. Merken sie nicht dass sie mit ihrer Anti-Haltung gerade den Nationalisten in die Hände spielen?

    • andreas

      1) Wer sollte Anrecht auf den Doppelpass haben?
      2) Wozu braucht man ihn?
      3) Sollte er auch gegen den Willen Italiens durchgesetzt werden?
      4) Wäre es nicht eher so, dass wenn den Südtirolern der Doppelpass gewährt wird, die italienischen Nationalisten auf die Barrikaden gehen würden?

      Das soll jetzt keine Polemik sein, die Antworten würden mich interessieren.

      • quovadis

        1) Alle in der EU sollten die Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Landes erhalten, bis nicht endlich eine echte EU-Staatsbürgerschaft Realität ist.​

        2) Das muss jeder für sich entscheiden. Ich bin viel in der Welt unterwegs und darf NICHT österreichische konsularische Hilfe beanspruchen, wenn in diesem Land auch eine italienische Botschaft ist. Man möchte meinen das ist ein Witz, aber leider ist das Realität. Zudem wieso soll ich mich nicht auch amtlich für das ausweisen können, was ich eher bin? Ich muss mich ja ständig rechtfertigen, wieso ich einen italienischen Pass habe, was mir so was auf den Geist geht. Hätte ich einen echten europäischen Pass, wäre das Problem auch gelöst. Aber bis dahin ziehe ich halt einen österreichischen vor.

        3) Ja.

        4) Nationalisten sind Anti-Europäer. Die hätten auch gerne die D-Mark, die Lira, den Schilling zurück. Der Doppelpass wäre ein kleiner winziger Schritt in Richtung europäische Vereinigung. Andere würden dann sicher folgen (bzw. andere haben es bereits vorgemacht, Italien selbst zB, oder Irland oder Ungarn, etc..) und wenn es dann so viele sind, ist der Schritt zum europäischen Pass realistischer. Sonst wird er nie kommen.

        • noando

          „Alle in der EU sollten die Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Landes erhalten, bis nicht endlich eine echte EU-Staatsbürgerschaft Realität ist.​“

          ???

          wie meinen sie denn das? bitte um eine erklärung

          • quovadis

            Genau so wie ich es geschrieben habe. Ganz niederschwellig. ZB weil jemand dort wohnt, weil er sich diesem Land verbunden fühlt (mit ALLEN Rechten und Pflichten), weil er Vorfahren oder familiäre Bindungen hat… usw usw… das alles soll so unaufgeregt sein wie wenn heute jemand seinen Wohnsitz ändert.

          • noando

            @quovadis: staatsangehörigkeit wechseln wie den wohnsitz. aha. in der tat: „niederschwellige“ idee.

            das ist ja eben das problem. sie können noch so oft leiern, dass der doppelpass eine einfache sache sein sollte, nur wird er es deshalb nicht. im gegenteil, ich würde sagen: das verunglimpfen der probleme in der umsetzung, der erforderlichen rahmenbedingungen, schadet dem thema.

        • yannis

          @quovadis

          >>>Ich muss mich ja ständig rechtfertigen, wieso ich einen italienischen Pass habe…..

          ist mir auch schon Airport´s passiert dass man sich in der Warteschlange am Pass-Checkpoint´s mit Leuten aus dem Deutschsprachigen Raum natürlich in Deutsch unterhält und anschließend bei der Vorlage des „Italo-Passes“ von den Kontrollpersonal mit vielen Fragezeichen im Gesicht von oben bis unten begutachtet wird und anschließend der Italo-Pass mindestens drei mal durch den Scanner gezogen wird.

          • ganzwasneues

            Bist du sicher, dass die genaue Kontrolle bei dir nur der Deutsch-Unterhaltung geschuldet ist?

          • vogelweider

            @yannis
            Das glaube ich dir nicht! Bin auch viel rum gekommen. Aber dies habe ich noch nie bemerkt bzw. bin deswegen noch nie schief angesehen worden.

          • wolweg

            @vogelweider
            noch schlimmer ist die Identitätskarte in grün. Besonders bei der Einreise nach England schauen dich die Beamten sehr schief an. Erstens weil Italienisch (viele gefälschte Dokumente)
            Zweites weil grün und nicht braun
            Drittens weil Englisch mit deutschem Akzent

        • mannik

          Sie müssen sich rechtfertigen? So lange das Dokument echt ist müssen Sie sich nicht rechtfertigen.
          Und hören Sie mit dem abgedroschenen Quatsch auf, der Doppelpass sei ein Schritt in Richtung europäische Vereinigung. Wie schon mehrmals betont habe ich persönlich nichts gegen den DP, aber so einen pathetischen Blödsinn als Rechtfertigung zu bringen macht euch ja lächerlich. Ein zweiter Pass ist nur eine zweite nationale Abgrenzung.

          • wolweg

            @mannik
            ich bin kein Italiener, werde nie einer sein und halte vom italienischen Staat nullkommagarnichts. Ich freue mich auf die österreichische Staatsbürgerschaft und gebe am selben Tag die italienische zurück. Und mit mir sicher 150000 andere Südtiroler.

        • george

          Wir sollten gleich schon auf einen europäischen Pass hinarbeiten und unsere Energie nicht an einem Doppelpass verplempern, der ja wiederum nichts als nationalistes und rückschreitendes Gezeter hervorruft. Nein, gerade das brauchen wir am wenigsten.

      • leser

        Anderle
        Das ist nicht so wichtig
        Due wallischn gien af due barrikaden wenn der parus den tiroler adler aufsetzt

    • mannik

      So ein oberflächlicher Quatsch. Schon in der türkis/blauen Regierung war der DP nicht mehr als ein Lippenbekenntnis und das nur von den Blauen. Hätte man gewollt, hätte man die Angelegenheit durchgezogen oder wenigstens angebahnt. Und zu jener Zeit waren die Grünen nicht einmal im Nationalrat vertreten.
      Auch der gute Lang sollte objektiv sein und – wenn er von den Grünen als Verhinderer spricht – zugeben, dass die STF und ihre Erfüllungsgehilfen eben Einflüsterer auf der anderen Seite sind und waren. Nur weil das Vorhaben den eigenen Vorstellungen entspricht macht es das nicht besser.

    • yannis

      @quovadis,

      Ein dreifaches Bravo !

    • george

      ‚quovadis‘, auch du verschweigst, dass es vor allem Innsbrucker bzw. Nordtiroler, Vorarlberger, Salzburger u. a. sind, die sich durchaus nicht dafür erwärmen können, bestimmten Südtirolern ihren österreichischen Pass zu verehren. Viele Österreicher haben längst schon erkannt, dass es hier bei den Südtirolern, die so sehr um den Doppelpass betteln, vor allem nur um Schmarotzertum geht.

  • hekate

    Was soll das Theater, die Südtiroler haben genuegend Pässe: Reschenpass, Brennerpass, Gampenpass…usw.

  • noando

    ich glaube mich auch erinnern zu können, dass es vor allem die fpö war, welche das thema doppelpass in der schwarz-blauen regierung am leben erhielt. während in der övp immer wieder klar gestellt wurde: der doppelpass wirft viele detailfragen auf, welche im vorfeld geklärt werden müssen, damit eine doppelstaatsbürgerschaft für südtiroler, im einverständnis von österreich und italien, geschaffen werden kann.

    ohne fpö hat es der doppelpass nicht mehr in das koalitionspapier geschafft. bedeutet jetzt ja nicht, dass das thema nicht trotzdem vom österreichischen parlament behandelt werden kann. es zeigt aber, dass die aktuell regierende mehrheit in österreich nicht ausreichend interesse hat, das thema als so wichtig einzustufen, um es in den koalitionsvertrag einzubinden. ist nun mal so herr lang, akzeptieren sie es, anstelle einen schuldigen in den grünen zu suchen.

    klar, dass jetzt ein südtiroler heimatbund oder eine stf enttäuscht ist. haben sie doch keine gelegenheit ausgelassen, sich medial die verbundenheit, einigkeit und baldige umsetzung mit den doppelpass-befürwortern zu demonstrieren. nur eben ist die ganze geschichte nicht so einfach, wie es die doppelpass-bettler gern hätten, bzw. es gern dargestellt haben.

    ich persönlich bin kein befürworter des doppelpasses – ich bin aber demokrat, und habe nichts dagegen, wenn weiterhin daran gearbeitet wird. schlussendlich wird ein doppelpass nur zustandekommen, wenn alle fragen geklärt sind und österreich und italien damit einverstanden sind.

  • andreas

    @quovadis
    1) Bei dieser Forderung wird wohl jeder Staat abwinken.

    2) Die willst dich also nicht „rechtfertigen“ müssen, für was auch immer und die österreichische Botschaft in Anspruch nehmen dürfen.

    3) Würde zu einer schweren diplomatischen Krise führen, dir aber egal. Kann man so sehen, muss man aber nicht.

    4) Europa ist zwar weder kulturell und noch weniger wirtschaftlich momentan eine Einheit und es ist fraglich, ob die EU in 10 Jahren noch so existiert, aber du möchtest einen Pass dieses fragilen Konstrukts.
    Verstehe ich jetzt nicht wirklich.

  • mannik

    @wolweg – Es interessiert mich einen feuchten Kehrricht, ob Sie sich als Italiener fühlen oder nicht und ob sie die italienische Staatsbürgerschaft zurückgeben.
    Tatsache ist, dass der DP auf tönernen Füßen steht AUCH weil bestimmte Typen aus Südtirol dauernd schüren und öffentlich damit prahlen. Solche Geschichten werden, um erfolgreich zu sein, in den Hinterzimmern der Diplomatie abgewickelt, ohne alles an die große Glocke zu hängen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ö Regierung nicht gewillt ist wegen des DP das Verhältnis zu Italien aufs Spiel zu setzen. Wenn jene, die den DP auf ihre politischen Fahen geschrieben haben, still halten und auch akzeptieren würden, dass der DP keine Revanche gegenüber italienischen Mitbürgern sein kann, würde es mit Geduld wahrscheinlich einfacher laufen. Der Ansatz der STF ist jedenfalls falsch.

    • wolweg

      @mannik
      Wer nicht fordert, der nicht bekommt. Wer nur schleimt, wird nicht ernst genommen. Das gilt besonders gegenüber Italien. Denke, dass der SVP der Ansatz der STF ganz gelegen kommt, denn so können sie mehr erreichen.
      Welchen Ansatz haben denn die Linksgrünen? Wölfe gegen die Bergbauern. Italienische Ärzte gegen die älteren deutschen Südtiroler. Männliche Migranten gegen alles Einheimische?

  • emma

    hekate hat recht! wir wohnen hinter den 7 bergen bei den zwergen,

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