Du befindest dich hier: Home » Politik » „Kein Patient ist gestorben“

„Kein Patient ist gestorben“

Der Generaldirektor im Sanitätsbetrieb, Florian Zerzer, sieht keinen Sprachen-Notstand im Gesundheitsbereich: „Besser ein einsprachiger Arzt als gar keiner.“

TAGESZEITUNG Online: Herr Zerzer, was halten Sie vom Leichen-Plakat der Süd-Tiroler Freiheit?

Florian Zerzer: Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich mich zu den Plakaten nicht äußern möchte.

Dann die Frage andersrum: Hat der Sanitätsbetrieb Südtirol ein Sprachenproblem?

Nein! Es gibt die Notwendigkeit bzw. das Recht der Bürger auf den Gebrauch der Muttersprache, daher ist es im Gesundheitsbereich besonders wichtig, zweisprachiges Personal zu haben. Dies wird aber aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend schwieriger.

Was tun also?

Ich bin grundsätzlich glücklich darüber, dass wir die Möglichkeiten haben, Menschen ähnlich dem Schweizer Modell anzustellen. Diese Mitarbeiter müssen in maximal fünf Jahren ihr Sprachzertifikat erbringen. Wenn sie das nicht tun, können sie nicht länger angestellt werden. Wir sind aber natürlich weiterhin bemüht, die Behandlung aller Patienten in ihrer Muttersprache zu garantieren. Im Zweifelsfall aber, würde ich sagen, ist es wichtiger, einen einsprachigen Arzt zu haben als gar keinen.

Sie haben vom Schweizer Modell gesprochen: In der Schweiz müssen die Ärzte den Sprachnachweis innerhalb von nur zwei Jahren erbringen …

Das ist richtig, aber in der Schweiz ist kein Zertifikat vorgesehen, sondern es wird geprüft bzw. festgestellt, dass ein Arzt die Sprache so weit beherrscht, dass er sich angemessen verständigen kann. Bei uns hingegen müssen die Ärzte entweder einen Zweisprachigkeitsnachweis vorlegen oder ein Attestat eines Sprachinstitutes.

Ist in Südtirol schon einmal ein Patient gestorben, weil ein Arzt die Sprache des Patienten nicht beherrscht hat?

Mir persönlich sind keine Komplikationen in der Patientenbetreuung bekannt, die auf mangelnde Sprachkompetenzen zurückzuführen sind. Die Realität ist die, dass über 95  Prozent der Mitarbeiter im Sanitätsbetrieb geprüft zweisprachig sind. Die Ärzte in den Abteilungen oder in den Ambulatorien sind außerdem nicht allein, sondern sie haben ihre Teams, mit deren Hilfe die zweite Sprache garantiert wird. Natürlich würde auch ich mir immer und jederzeit ein Vieraugengespräch in meiner Muttersprache wünschen, aber das ist nicht in allen Bereichen und nicht zu jeder Zeit möglich. Diesem Umstand versuchen wir mit der Teambildung entgegenzuwirken.

Das heißt: Wenn ein Arzt nicht Deutsch kann, wird ein Pfleger übersetzen?

Ja, im Zweifel werden andere Mitarbeiter des Teams, welche zweisprachig sind, hinzugezogen, die übersetzen. Ich denke da beispielsweise an die Notaufnahme: Wenn in der Nacht ein Arzt im Dienst ist, der nicht zweisprachig ist, dann ist immer ein Pfleger oder ein Pflegehelfer mit von der Partie, die im Notfall aushelfen können. Sie müssen außerdem bedenken, dass wir nicht nur deutsch- und italienischsprachige Patienten haben, sondern auch Patienten aus vielen Ländern, die oft weder deutsch noch italienisch können …

In diesen Fällen …

In diesen Fällen haben wir Mediatoren, die im Bedarfsfall zwecks telefonischer Assistenz angerufen werden können.

Sie sagen also, dass es im Sanitätsbetrieb gar kein Sprachenproblem gibt?

In den Beschwerden, die wir bekommen, spielt die Sprache fast keine Rolle. Ich habe das eigens überprüfen lassen. Die Beschwerden der Bürger in Bezug auf die Sprache bewegen sich im ein- bis zweiprozentigen Bereich. Und bei diesen Beschwerden geht es in den meisten Fällen nicht um Arzt-Patienten-Gespräche, sondern um Befunde oder Arztbriefe, die nicht in der Muttersprache ausgestellt wurden.

Also ist der Gebrauch der Muttersprache im Sanitätsbereich bzw. die mangelnde Sprachkompetenz einiger Ärzte kein vordringliches Problem der Südtiroler?

Absolut nicht! Es wurde ein Problem vordergründig künstlich aufgebauscht. Leider Gottes hat man damit die Leute verunsichert …

Die Leute sind verunsichert?

Natürlich! Wenn vis à vis vom Haupteingang des Spitals ein Plakat mit einer Leiche hängt, dann verunsichert das die Menschen.

Wie reagieren die Mitarbeiter im Betrieb auf die Plakate?

Größtenteils mit Kopfschütteln, sie finden, dass die Polemik übertrieben ist.

Herr Generaldirektor, warum schwingt bei Sanitätsthemen in Südtirol stets die ethnische Komponente mit?

Ich glaube nicht, dass immer die ethnische Komponente mitschwingt. Auslöser des Ganzen war ja der Umstand, dass die Ärztekammer einen deutschen Arzt aus der Kammer ausgeschlossen hat …

… der Fall des Labor-Primars Thomas Müller.

Das war für mich völlig unverständlich. Damit ist das Thema erst aufgekommen und befeuert worden. Die Botschaft dieses Ausschlusses war: Es ist völlig wurscht, ob ein Arzt Deutsch kann oder nicht, was zählt ist ausschließlich, dass er Italienisch kann

Damit wurde die Botschaft ausgesandt …

… dass Deutsch im Südtiroler Sanitätswesen keine Amtssprache ist.

Sehen Sie vor dem Hintergrund dieser Polemiken Handlungsbedarf?

Ich habe die Zweisprachigkeit immer als Mehrwert und nicht als Limit angesehen. Wir versuchen bereits jetzt, das Fachpersonal so gut wie nur möglich beim Erlernen der Sprache zu unterstützen, indem wir Kurse veranstalten und finanzieren. Gleichwohl muss man sagen, dass es für einen Arzt oder auch für einen Krankenpfleger nicht einfach ist, neben Beruf und Familie noch eine neue Sprache zu erlernen.

Interview: Artur Oberhofer

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (48)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • andreas

    Oberhofer kann es nicht, jeder Praktikant bekommt ein aufschlußreicheres Interview hin.

    • watschi

      ja gel Andi, andere medien geben ein interwiew in auftrag, auch schon mal von einem praktikanten, und geben dann halt doch einen anderen inhalt an, anstatt die fragen und ehrlichen antworten abzudrucken. schon mal daran gedacht?

      • andreas

        Noch so einer der dumm wie die Nacht finster ist und in irgend einer komischen Sprache Kommentare schreibt.

        • einereiner

          Man muss nicht immer warten, bis einer tot ist.
          Das ist der Unterschied zwischen Nachdenken und Vorausdenken.

          • andreas

            Ihr STFler wärt mir jetzt nicht unbedingt als große Denker aufgefallen.
            Außer vielleicht die Klotz, wie sie die Rentenmillionen in Sicherheit bringen kann oder der Knoll, wie er mit einem österreichischen Kennzeichen Steuern sparen kann.

          • marting.

            Senfomat sobald die Straße nach Aldein geräumt ist solltest du losfahren

        • watschi

          Haha, noch so einer, der nicht weiss wann man Beistriche setzt. Dummheit scheint hier wohl weit verbreitet zu sein, gel Andi?
          (falls du es nicht verstehst, kann ich es dir gerne auf italienisch schreiben…….ups, verstehst du diese Sprache eigentlich?)

          • yannis

            Wenn dem Andy sonst nichts mehr dazu einfällt, dann bleibt nur noch das nörgeln, zur Not am Journalisten,
            Frei nach dem Motto: „nur mit den richtigen Feindbild, hat sein Tag Struktur“

          • ohnehirnlebtmanbesser

            Oh Watschi. Dummheit erkennt man nicht in der Form, sondern im Inhalt. Und damit liegst du sicher nicht in den vordersten Reihen.. Dein Ohnehirn. Kein Beistrich….einfach Punkt.

  • pe

    Laut Astat-Sprachbarometer von 2014 wurde 31,9% der deutschsprachigen Bürgerinnen allein in den zwölf Monaten vor Durchführung der Erhebung vom Gesundheitsbetrieb das Recht auf Gebrauch der Muttersprache verweigert. Aber Herr Zerzer sieht das »absolut nicht« als ein vordringliches Problem… ‍♂️

  • asterix

    Der Herr Zerzer kann also das Recht auf die Muttersprache außer Kraft setzen. Er kann also ein Grundrecht der vielgepriesenen Autonomie einfach so ignorieren. Kein Wunder dass Rom das auch tut. Und woher will er den wissen das noch kein Patient wegen mangelnder Sprachkompetenz gestorben ist? Hat er das nachgeprüft? Ich denke sicher nicht.

    • mannik

      Zerzer setzt gar nichts außer Kraft. Es sind gesetzliche Bestimmungen, die die Möglichkeit einräumen, die Voraussetzung des Zweisprachigkeitsnachweises zu „pausieren“, da es wichtiger ist, wenn ein Fachmann da ist, der Ihnen den Blinddarm entfernt und nicht vornehmlich einer der Ihnen sagt, dass er Ihnen den Blinddarm entfernt. Ich würde sagen, wenn ein Blinddarmdurchbruch droht reicht es Ihnen auch, wenn Sie nicht der Arzt selbst, sondern einer seiner Mitarbeiter in Ihrer Sprache auf den nötigen Eingriff hinweist.

      • yannis

        Uuuuuund das „pausieren“ darf dann unendlich sein, oder wie ?

      • pe

        Meines Wissens »darf« gar nichts »pausiert« werden. Es wird halt gemacht, was unter bestimmten Voraussetzungen ok ist, und: wo kein Kläger, da kein Richter. Aber Versuch mal ein Recht der italienischen Sprachgruppe zu »pausieren«, da fliegen dann ganz schnell Ärztinnen hochkant aus der Kammer, denn dann ist plötzlich die »lingua nazionale« zehnmal wichtiger, als der Blinddarm.

        • mannik

          Ich wundere mich manchmal welch engstirniger Mensch aus Ihnen geworden ist. Reiten Sie jetzt auch die nationalistische Welle? Wie heißt es doch im Manifest der bbd? Konsens? Überwindung ethnischer Spannungen? Mir erscheint, dass Sie Ihr eigenes Manifest letzthin leugnen.
          Die Tatsache, dass Mitarbeiter fünf Jahre Zeit haben den Zweisprachigkeitsnachweis vorzulegen ist eine offizielle Regelung, nicht ein Wegschauen. Das hat mit dem Konzept, wo kein Kläger, da kein Richter gar nichts zu tun. Und das ist auch gut so, denn zuerst muss die medizinische Betreuung bestmöglich gewährleistet sein. Im Interesse des Patienten.
          Ich musste mich als kleiner Bub in den späten Sechzigern, Anfang Siebzigern mehreren Operationen unterziehen. Der damalige Primar der Abteilung sprach ausschließlich Italienisch und meine Mutter (als gebürtige Österreicherin) hat ihn auch nicht besonders verstanden, aber da war eben immer ein deutschsrapchiger Kollege dabei. Ich lebe noch…
          Bezüglich der Geschichte mit dem Ausschluss eines Arztes aus der Ärztekammer wissen Sie es doch besser. Weshalb kommen Sie dann mit so einer oberflächlichen Schilderung in bester STF-Manier?

          • yannis

            >>>meine Mutter (als gebürtige Österreicherin)………

            Ah, ist dies der manifeste Grund Deiner Doppelpass-Allergie ?

          • pe

            »Die Tatsache, dass Mitarbeiter fünf Jahre Zeit haben den Zweisprachigkeitsnachweis vorzulegen ist eine offizielle Regelung, nicht ein Wegschauen.«

            Es ist eine offizielle Regelung, die gegen das Autonomiestatut und seine Durchführungsbestimmungen verstößt. Sie würde deshalb einer Anfechtung vor dem Verfassungsgericht wohl kaum standhalten.

            »Bezüglich der Geschichte mit dem Ausschluss eines Arztes aus der Ärztekammer wissen Sie es doch besser.«

            Nein, ich weiß gar nichts besser. Wer kein Italienisch kann, fliegt aus der Kammer — dagegen hatten die deutschsprachigen Landtagsabgeordneten sogar geschlossen geklagt. Nur wer kein Deutsch kann, hat fünf Jahre Zeit, die Zweitsprache zu erlernen. Das ist eine eklatante Diskriminierung.

          • pe

            Der Konsens und die Überwindung ethnischer Spannungen werden nicht durch Appeasement und Marginalisierung der deutschen Sprache erreicht. Das war noch die BBD-Linie, das war von Anfang an so.

          • pe

            Das war noch *nie* BBD-Linie…

      • asterix

        Ach, der Herr Zerzer darf „pausieren“? das allerdings ist mir jetzt gänzlich neu. Anscheinend darf jeder pausieren, nur der kleine Mann mit seinem Zettel vor dem Schalter, der soll gefälligst italienisch reden. Übrigens, nur um ein Missverständnis auszuräumen: die Mitarbeiter des zitierten Arztes vom Blinddarm sind keine Dolmetscher. Sie wollen ga rnicht übersetzen, haben das nie gelernt, übernehmen dafür auch keine Verantwortung und bezahlt werden sie dafür schon gar nicht nicht. Ich zitiere hier die Aussagen von vielen Krankenschwestern und dem Hilfspersonal. Ich bin mir sicher, sie haben keinen blassen Schimmer was in der Sanität so läuft, oder quasseln nach was in den Medien verbreitet wird.

        • cicero

          Weder der Herr Achhammer noch der Herr Kompatscher melden sich zu diesem Thema zu Wort. Da werden brav andere vorgeschickt. Anstatt sich am Plakat der STF usw. festzubeißen, sollte einmal geklärt werden wo die ca. 80 Südtiroler Medizinstudenten hinkommen, die JÄHRLICH ein Medizinstudium in Österreich beginnen (in anderen Orten sind sicher auch welche). Selbst wenn nur ein Drittel abschließt, wären das ca. 20 Jungärzte pro Jahr, die zweisprachig wären und anfangen könnten. WO die bleiben, und warum keiner zurückkommt, sagt uns niemand.

          • asterix

            @cicero, stimmt, das wäre zu hinterfagen. Ich habe da so einen Verdacht. Übrigens verstehe ich den Wirbel um die Geschmacklosigkeit dieses Plakates nicht. Jede Halloween Partywerbung mit Skelet und Totenschädel schaut abstoßender aus.

          • pingoballino1955

            Bessere Bezahlung und es klappt,dass die Jungärzte/innen hier bleiben,ganz einfach.Im Ausland bekommen sie ca 3500 Euro netto auch in der Ausbildung,bei uns 600 Euro. Ach ja,die Rentenmillionen müssen ja auch bezahlt werden,habe ich ganz vergessen,das reisst natürlich auch ein gewaltiges Negativloch raus!

        • mannik

          Was Sie schreiben ist Unfug von A bis Z. Das mit den fünf Jahren Zeit bis zur Vorlage des Zweisprachigkeitsnachweises gilt übrigens für beiden Seiten, also Schluss mit dem Geschwafel von der Benachteiligung.
          Das mit dem Arzt und dem Blinddarm war ein abstraktes Beispiel. Es passiert jeden Tag, dass Mitarbeiter und Kollegen im Interesse der Patienten eingreifen. Die Wahrheit sieht eben total anders aus.
          Es geht hier wohlgemerkt um eine Übergangsbestimmung um das vordergründig Wichtige zu gewährleisten: die medizinische Betreuung. Geben Sie es zu, Sie wären der erste, der protestiert, wenn eine Abteilung aus sprachlichen Gründen nicht besetzt wäre und Sie sie nicht in Anspruch nehmen könnten.

  • meintag

    Ich, Patient mit einer chronischen Krankheit, hatte in den letzten 15 Jahren „nur“ Ärzte die italienischer Sprache waren/sind. Des weiteren hatte ich dieses Jahr im KH Bozen 2 Visiten bei einem Facharzt. Auch dieser konnte kein Deutsch. Die anwesende Pflegerin war deutschsprachig hatte aber Probleme mit der Übersetzung, deshalb habe ich es vorgezogen gleich beim Italienischen zu bleiben. Erstgenannte Fachärzte sprechen Zwar italienisch, bei der letzten Fachärztin aber fehlte mir hinzu aber auch noch die die Qualität hinsichtlich ihrer Fachausbildung. Ausser dass Sie mir mehr Medikamente verschrieben hat, habe ich keine Besserung hinsichtlich meiner Erkrankung verspürt. Kann es sein dass man Italien auch bei der Erlangung bezüglich Facharzt weniger in der Ausbildung fordert?

    • yannis

      Durchaus möglich dass es in Italy es leichter ist Facharzt zu werden, schon allein deswegen dass man die eigentlich vorgeschriebene Dienstsprache nicht können muss.
      Ursache der Misere ist eben dass die wirklich Qualifizierten Fachleute aller Branchen sich längst aus Italy verabschiedet haben.

    • pe

      Jeder, der wie Sie und ich die Möglichkeit hat, einfach die Sprache zu wechseln, hat eben Glück gehabt. Wobei ich auch nicht jede Krankheit und jedes Symptom aus dem Stegreif in beiden Sprachen benennen könnte. Und nun stellen wir uns Menschen (vermutlich vor allem Ältere, Kinder, Zugewanderte etc., aber auch solche, die im Alltag nicht so oft mit der Zweitsprache konfrontiert sind) vor, die dies vielleicht weniger gut können. Da kann es in einer Situation, wie Sie sie beschrieben haben, schnell brenzlig werden. Mal davon abgesehen, dass es um einen Grundpfeiler (!) unserer Autonomie geht.

  • artimar

    Es werden – das weiß sowohl der Landesland als auch Zerzer – ganz bewusst nicht nur grundlegende Bürger- und Patientenrechte verletzt (http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=52977), sondern auch die die Pflicht zur Zweisprachigkeit de facto aufgehoben.
    Denn bekanntermaßen haben nach EU-Judikatur mehrjährige Beschäftigte – auch ohne Mehrsprachigskeitsnachweis – das das Recht auf Fixanstellung.

  • watschi

    oh ohnehirn, meine kommentare sind schon so verfasst, dass sie linken luschern nicht gefallen oder für blöd befunden werden. jede kritik von diesen luschern ist also ein kompliment für mich. tschüssssi

  • nadine06

    Besser ein einsprachiger Arzt mit zweisprachiger Arzthelferin (funktioniert immer ) als ein zweisprachiger deutschsprachiger einheimischer Arzt , der den fragenden Patienten als reinen Deppen stehen läßt bzw . wie einen Lausbuben zusammenputzt und sich ohne Antwort und Gruß vertschüsst . ( Selbst erlebt .)

    • asterix

      @nadine06, erstens gibt es in der Sanität keine „Arzthelferin“ wie man sie von Zahnärzten kennt. Es gibt nur Krankenschwestern und Hilfspersonal. Beim Übersetzen übernehmen diese aber eine Verantwortung für die Richtigkeit derselben, was sie aber nicht wollen, da bei Fehlern wirklich Patienten sterben könnten. Und zweitens: was sagen sie wenn der Arzt sagt: parli in italiano con me. Io non devo parlare in tedesco, siamo in italia. Ist genau so passiert. Da schauen sie auch schön deppat aus der Wäsche.

  • mannik

    @Yannis – Dass Sie begriffstützig sind, haben glaube ich fast alle verstanden (außer natürlich die paar Mitglieder der Liga der außergewöhnlich Beschränkten, von der Sie ja ein Spitzenvertreter sind). Ich habe bei jeder Gelegenheit betont, dass ich NICHTS gegen den Doppelpass habe, nur gegen falsche Kriterien, falsche Informationen und nationalistisches Ausschlachten. Die Logik, ich würde auf den DP allergisch reagieren, weil meine Mutter gebürtige Österreicherin war, verstehen nicht einmal Sie, geben sie’s zu.

  • mannik

    @pe – Hier geht es nicht um Marginalisierung der deutschen Sprache, sondern um die Frage, was einem Patienten im Endeffekt wichtiger ist: die sprachlichen Fähigkeiten des behandelnden Arztes oder die fachliche Kompetenz. Hier schon kann unter Umständen der Unterschied zwischen Leben und Tod bestehen.
    Wenn ein Arzt in dem ihm eingeräumten Zeitraum, den Zweisprachigkeitsnachweis nicht abliefert, muss er ja gehen. Wäre es nicht so, könnte man von Marginalisierung sprechen.
    Die Geschichte mit der Eintragung in die Ärztekammer ist anders gelagert als Sie sie oberflächlich darstellen. Es geht dabei um die Problematik der italienweiten beruflichen Approbation. Offensichtlich hält die Regelung der 5 Jahre schon Stand, sonst wäre sie schon längst gekippt worden.

    • pe

      Willst du mich für dumm verkaufen? Es geht darum, dass einsprachig italienische Ärztinnen fünf Jahre Zeit bekommen, um Deutsch zu lernen, während einsprachig deutsche Ärztinnen gar nicht erst eingestellt werden dürfen, weil ihnen die nötige Einschreibung in die Berufskammer verweigert wird. Das ist Diskriminierung und Marginalisierung.

      »Offensichtlich hält die Regelung der 5 Jahre schon Stand, sonst wäre sie schon längst gekippt worden.« Nein, denn es stört ja in Rom niemanden, dass Südtirol freiwillig auf den Minderheitenschutz verzichtet.

  • thefirestarter

    Die Realität ist die, dass über 95 Prozent der Mitarbeiter im Sanitätsbetrieb geprüft zweisprachig sind. …

    Als ich bin dann wohl ein totaler Pechvogel… oder aber es hapert am Willen die Zweitsprache auch zu benützen.

    Wie auch immer, ich würde, um alle Zweifel und zukünftigen Unklarheiten entgegen zu wirken, die Autonomie dahingehend abändern, dass man festlegt das Italienisch die einzige ausschlaggebende Sprache ist und Deutsch und Ladinisch benutzt werden darf aber rechtlich gesehen zweitrangig sind.

    Das wäre zum einen Ehrlicher und zum zweiten bräuchte der LB und der Zerzer uns keine Märchen mehr erzählen und sich auf das wesentliche konzentrieren.
    Wohlstand um jeden Preis.

    • pe

      Laut Martha Stocker hatten im April 2016 rund 26% der Ärztinnen in Südtirol keinen Zweisprachigkeitsnachweis. Wenn sich Zerzer auf das Verwaltungspersonal ohne Kontakt zu den Patientinnen bezieht, mag er vielleicht (!) Recht haben. Was das ärztliche Peronal betrifft, ist die Quote sicher *deutlich* niedriger.

  • maya182

    Meine Mutter wurde wegen Krebs in Krankenhaus Bozen behandelt. Die Ärztin sprach nur sehr gebrochen Deutsch und die meisten Wörter fielen ihr nicht ein. Aufgrund dieser Ärztin wurde ihr anfangs auch die falsche Chemotherapie verabreicht. Meine Mutter lebt heute nicht mehr, ob sie ohne diesen Zwischenfall noch leben würde – wahrscheinlich nicht – aber den Fall vereinfacht hat es nicht. Haben wir uns beschwert? Nein – man ist es ja gewohnt das man als deutschsprachiger Südtiroler das sprachliche Nachsehen hat. Das heisst aber nicht dass das Problem nicht besteht und behoben werden sollte.

    Das Plakat der Südtiroler Freiheit ist übertrieben ohne Frage – aber vielleicht braucht es das um uns aufzurütteln und nachzudenken. Vor allem im Gesundheitsbereich sollte es keine Zweiklassengesellschaft geben und beide Sprachen gleichberechtigt sein. Auch bei Medikamenten sollte ein deutscher Beipackzettel bei deutsch sprechenden Personen in Apotheken automatisch dazu gegeben werden. Ich vergesse manchmal zu fragen und ärgere mich nachher immer. Ich möchte schon wissen welche Nebenwirkungen es gibt etc. und mich nicht nur auf das Gekritzel des Apothekers auf der Schachtel verlassen. Das italienische Fachchinesisch im Beipackzettel kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Die Schweiz kriegt es auch hin dies in mehreren Sprachen anzubieten – nur in Italien scheint dies ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

    • andreas

      Die falsche Chemotherapie würde ich aber eher auf die ärztlichen Fähigkeiten und nicht die sprachlichen zurückführen.
      Bei den Medikamenten haben sie Recht.
      Ich löse das jedenfalls damit, dass ich nach den Medikamenten google und diese dann auch in Deutsch in einer Schriftgröße lesen kann, bei welcher man kein Vergrößerungsglas braucht.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen