Du befindest dich hier: Home » Kultur » Der Weibsteufel

Der Weibsteufel

Martin von Pföstl, Patrick Habicher und Lara Rossi (Foto: Geier)

Die Steinachbühne Algund zeigt ab 13. November mit „Der Weibsteufel“ eines der erfolgreichsten Dramen von Karl Schönherr.

Das Stück des Tiroler Dramatikers wurde 1915 uraufgeführt und gehört zu den meistgespielten Stücken im südlichen Alpenraum. Das unheilvolle Spiel mit Tiefgang fasziniert heute noch genauso wie bei seiner Uraufführung vor gut 100 Jahren. Nach den Komödienkrachern der letzten Jahre werden ab 13. November mit diesem wuchtigen Stück Volkstheater ernstere Töne im Dachtheater angeschlagen.

Regisseur Andy Geier inszeniert eine spannende Dreiecksgeschichte um Macht, Begehren, Moral und Verrat. Das Geschehen dreht sich um ein Weib (Lara Rossi), ihren kränklichen Ehemann und Schmuggler (Patrick Habicher) und um einen diensteifrigen Grenzjäger (Martin von Pföstl), der dem Weib schöne Augen macht. An der Grenze blüht das Geschäft. Hier lebt der Schmuggler in einfachen Verhältnissen mit seiner Frau. Ein gerissener Fuchs, den man bisher nie zu fassen kriegte. Doch ließe er sich fangen, wenn man seine Frau gefügig machte? Oder kann man über die Frau den Grenzjäger manipulieren? Beide Männer wähnen sich ihres Planes sicher. Doch haben sie in ihrem unmoralischen Spiel die Rechnung ohne die Frau gemacht, die erkennt, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss, um nicht selbst unter die Räder zu kommen. Und schon bald fragt man sich: Wer spielt mit wem? Wer manipuliert? Wer wird manipuliert? Wer ist der Schmied des teuflischen Komplottes?

Der zeitliche Spannungsbogen reicht von 1900 bis in die heutige Zeit. In der stilisierten bäuerlichen Stube ist die menschliche Psyche Gegenstand der Betrachtung. Die drei Figuren balancieren ihr aus dem Gleichgewicht geratenes Leben nah am Abgrund. Die wuchtige Sprache des Tiroler Dramatikers berührt durch ihre alpenländisch-archaische Direktheit. Schönherr bedient mit der Schilderung des Weibes als Teufel die zu seiner Zeit gängige Haltung: Dämon Weib zerstört den Mann. Andy Geier erzählt aber auch die Geschichte einer Emanzipation und einer Frau, die nicht benutzt werden will – von niemanden.

Termin: Premiere ist am 13. November um 20.00 Uhr im Thalguterhaus Algund. Weitere Aufführungen am 16., 20., 22, 24. November jeweils um 20.00 Uhr, am 17., 24 November um 18.00 Uhr. Kartenreservierung Tel: 0473 220442, Online: www.meinticket.it | [email protected]

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen