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Ohne Eis

Weil die Kälteanlage in der Eishalle in Eppan ausgefallen ist, müssen die Vereine derzeit auf andere Eisflächen ausweichen. Die Gemeinde ist derweil um eine Übergangslösung bemüht, da die neue Anlage erst im Jahr 2021 realisiert werden kann.

von Lisi Lang

Noch im Sommer hat die Gemeindeverwaltung von Eppan kleinere Instandhaltungsarbeiten an der Kälteanlage der Eishalle in Eppan vornehmen lassen. Nun, kurz vor Beginn der IHL-Saison, die Hiobsbotschaft: Ein Defekt am Haupttank der Ammoniakanlage kann nicht mehr repariert werden. Die Kälteanlage fällt demnach aus. „Noch im Sommer haben uns die Techniker versichert, dass die Anlage in den kommenden zwei Jahren weiterhin funktionieren dürfte, aber aufgrund dieses Lecks kann die Anlage nicht mehr eingesetzt werden“, sagt Vize-Bürgermeister und Sportreferent Massimo Cleva.

Bereits in den letzten Jahren sind immer wieder kleinere Defekte an der 35 Jahre alten Anlage aufgetreten, „aber diese konnten immer repariert werden“, erklärt Philipp Waldthaler, Präsident des HC Eppan. Der Defekt am Haupttank ist allerdings irreparabel, die Anlage kann demnach kein Eis mehr produzieren.

Im August hat die neue Trainingssaison des HC Eppan offiziell begonnen. „Für den Hockeyclub ist dieser Ausfall das größtmögliche Problem, da man Eishockey nur auf Eis spielen kann“, sagt der HC Eppan-Präsident. Seit zwei Wochen versucht man daher auf andere Eisflächen auszuweichen und so trotz allem die Trainingseinheiten im Jugendbereich mit rund 160 jungen Spielerinnen und Spielern, aber auch die Trainings der 1. Mannschaft weiterhin organisieren zu können. „Wir versuchen die Eisaktivitäten aktuell in reduzierter Form weiter anzubieten, müssen dafür aber natürlich auf andere Anlagen ausweichen“, erklärt Waldthaler. Vor allem vom HC Kaltern und dem Eisring in der Nachtbargemeinde bekommen die Eppaner viel Unterstützung. „Aktuell können wir 80 Prozent unserer Aktivität abdecken“, sagt der Präsident.

Dazu kommt aber, dass am Wochenende die IHL losgeht und Eppan derzeit kein Stadion hat. „Wir haben mit den anderen Team abgesprochen, dass wir unsere Heimspiele nicht in Eppan austragen können und hoffen, meist auf das Stadion unserer Gegner ausweichen zu können, ansonsten müssen wir anderweitig nach Lösungen suchen“, so Waldthaler.

Da die Eisanlage der Gemeinde Eppan gehört, steht man derzeit auch in engem Kontakt, was das weitere Vorgehen betrifft. „Wir haben den Austausch dieser Anlage bereits seit einigen Jahren für das Jahr 2021 geplant, dass die Anlage aber bereits jetzt komplett ausfällt, ist natürlich ein Problem“, sagt Massimo Cleva.

Da die Erneuerung der Anlage aber fast sicher nicht früher stattfinden kann, da die Neuanlage erst noch verschiedene Schritte durchlaufen muss, tüftelt die Gemeinde aktuell an einer Übergangslösung. Es geht um eine mobile Eisfläche mit einer mobilen Kühlanlage. Mithilfe dieser Übergangslösung könnte man in Eppan nämlich wieder Eis produzieren und den Spielbetrieb des HC Eppan garantieren. „Wir arbeiten gerade gemeinsam an einer Lösung und hoffen, dass wir diese schnellstmöglich finden“, zeigt sich Vereinspräsident zuversichtlich.

Dass eine mobile Lösung her muss, daran gibt es auch für Massimo Cleva keinen Zweifel. „Man kann die Anlage nicht zwei Jahre geschlossen lassen“, sagt der Vize-Bürgermeister. Nun gehe es aber um die Frage, ob die mobile Anlage für die kommenden Winter angemietet oder angekauft werden soll. „Wir haben aktuell mehrere Angebote vorliegen und werden diese nun prüfen“, erklärt der Sportreferent.

Die mobile Kälteanlage anzukaufen würde rund 200.000 Euro kosten, der Mietpreis beläuft sich pro Jahr auf rund 70.000-80.000 Euro. „Wenn die mobile Anlage gut funktioniert und die Gemeinde durch den Ankauf dieser Anlage  nicht mehr so unter Zeitdruck steht, was die neue Anlage betrifft, wäre dies sicher eine Überlegung wert“, erläutert Massimo Cleva.

Bis Ende Oktober bzw. Anfang November hofft der Sportreferent, dass die mobile Anlage in der Eishalle installiert wird. Eine neue langfristige Anlage wird voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro kosten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • tiroler

    Eine reiche Gemeinde, die sich um 4Millionen Euro schnell mal ein Schloss kauft und Hunderttausende Euro für Luftschlösserstudien
    zur Vefügeung hat( Vineum, Lido Montiggl) bezahlt so eine Anlage aus der Portokasse. Komisch nur, dass man nix tut bis überhaupt nix mehr geht. Aber vielleeicht wäre es doch besser gewesen zuerst die Eisanlage zu erneuern…

  • felixvonwohlgemuth

    Ich habe berechtigte Zweifel, dass im Jahr 2021 die für eine Erneuerung der Anlage notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Die aktuelle Verwaltung hat dutzende Projekte begonnen, nur weil es sich gut anhört, ohne auch nur im Geringsten die Finanzierung abzuklären.
    Wir bekommen vom Land derzeit ca. € 2,5 Mio/Jahr für Investitionen und da muss man kein Buchhaltungsexperte sein um zu erkennen, dass man damit ohne fundierte Planung in Schwierigkeiten kommt. Die Gemeinde kann diesen Beitrag für 5 Jahre im Voraus abrufen, um größere Projekte zu finanzieren und hat die bis zum Jahr 2022 (!) zustehenden Beiträge bereits erhalten…
    Aber allein das Projekt Zivilschutzzentrum (also Grundankauf + Gebäude + neue Straße) kostet über € 9,5 Mio…dann sollte im Jahr 2020 (immer laut Versprechen der Gemeinde) auch mit dem Bau der Volksschule St.Pauls begonnen werden, welche auch um die € 9 Mio. kosten soll…ach ja, das Lido Montiggl soll ja auch neu gemacht werden und würde – samt SPA und Restaurant – ebenfalls € 9 Mio. kosten…
    Dazu kommt noch, dass die Verwaltung durch grobe Fehler viel Geld verbrannt hat! Allein der Grundankauf für jenes Areal neben dem s.g. Tetter-Parkplatz, wo ursprünglich das neue Zivilschutzzentrum geplant war (und wo das Land dann die Bauleitplanänderung verweigert hat) hat den Steuerzahler über € 1 Mio. gekostet! Eine Million für einen halben Hektar Gala – bravo!

    • tiroler

      Beim Geld liegen sie falsch. Das Geld ist für eine der wohlhabendsten Gemeinden Südtirols sicher kein Problem. Das ist im Überfluss vorhanden und sonst gibt es eine Bank, die der Gemeinde die 1,5millionen leiht. Der fehler war wohl eher dass man eine 35jahre alte anlage, = tickede zeitbombe, nicht rechtzeitig erneuert hat. Das ist ein Skandal, insbesonders wenn es, wie oben beschrieben, immer woeder technische probleme gegeben hat. was für ein aufwand, wenn jetzt hunderte sportler und schüler in den verschiedenen eiststadien umhergekarrt werden müssen, verkehr und abgase verursachen, und x stunden der eltern zusätzlich beansprucht werden, um zu den spielen und zum training zu gelangen. auch für die eltern eine ungeheuere belastung.

      • mannik

        Felix ist Gemeinderat in Eppan, ich denke er kennt die Zahlen.

      • felixvonwohlgemuth

        Ich möchte jetzt nicht zu viel „gschaftln“, aber als Gemeinderäte haben wir einen recht guten Einblick in die finanzielle Situation von Eppan. Von „wohlhabend“ kann nicht die Rede sein und auch die Aufnahme neuer Schulden ist durch gesetzliche Bestimmungen genau geregelt (Haushaltsgleichgewicht).

      • tald

        @tiroler, von wegen ungeheuere Belastung für das Umherkarren der Sportler. Ein Eisstadion verursacht nur für den Strom etwa 120.000 bis 150.000 Euro an Spesen. Allein mit dieser Einsparung kann die Gemeinde hunderte von Sportlern in die umliegenden Eisstadien transportieren und die Miete bezahlen.

  • guyfawkes

    Die Gemeinde muss eben Prioritäten setzen.
    Für die Sportvereine ist die aktuelle Situation sicher enttäuschend. Allerdings gibt es kein Recht auf eine funktionierende Eishalle und ob die Gemeinden Eppan und Kaltern jeweils eine eigene Eishalle benötigen, würde ich sowieso in Frage stellen. Die laufenden Kosten dürften auch nicht unerheblich sein.
    So lange die Allgemeinheit brav bezahlt, ist es natürlich angenehmer sich die Halle nicht teilen zu müssen.

  • yannis

    Was wohl Greta und Luisa zu solcherlei Energie und Resourcen verheizenden/verschwendenden Eistempel wohl zu sagen hätten ?
    Oder produzieren sie am Ende Klimarettende Abgase ?
    Also nicht raus aus der Komfortzone sondern weiter machen wie bisher.

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