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Sprachkurse für Ärzte

Franz Ploner

Das Team Köllensperger bringt einen Beschlussantrag zur Verbesserung der Sprachkenntnisse ein: Inhouse-Intensivsprachkurse am Beginn des Anstellungsverhältnisses für das Personal.

Viele Ärzte, Ärztinnen sowie Pflegepersonal kommen aus dem deutschsprachigen Ausland oder von anderen Provinzen Italiens nach Südtirol. „Dafür sind wir dankbar, denn wie in vielen Gebieten Europas, fehlt es auch im Südtiroler Sanitätsbetrieb an Personal. Häufig bringen diese Fachkräfte von außen wenig Sprachkompetenz in unseren Landessprachen mit“, so Franz Ploner vom Team Köllensperger.

Es sollte der Mindeststandard sein, praxistaugliche Arztbriefe und Behandlungsempfehlungen für die Patienten verfassen zu können.

“Die Medizin kennzeichnet sich im Gegensatz zu den anderen Naturwissenschaften vor allem als sprechende Wissenschaften aus, weshalb die Sprache in der Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen eine ganz zentrale Rolle einnimmt. Dessen müssen wir uns bei der Anstellung von Ärzten und Pflegepersonal mit Kenntnissen nur einer Landessprache bewusst sein”, erklärt Franz Ploner.

In mehreren Gesundheitssystemen Europas werden bei der Einstellung ausländischen Mitarbeitern bereits mehrmonatige Sprachkurse angeboten bevor sie in die Betreuung der Patienten eingebunden werden. Sicherlich gibt es auch im Südtiroler Sanitätsbetrieb bereits Initiativen, die diese Fachkräfte beim Erlernen der Sprache unterstützen, doch leider tragen sie nicht die erwarteten Früchte, so Ploner.

Das Team Köllensperger schlägt daher vor, in den ersten zwei Monaten des Anstellungsverhältnisses die Bediensteten zu verpflichten, einen Vollzeit-Intensivsprachkurs zu besuchen und diesen mit einer Prüfung abzuschließen. Der Sprachkurs soll auf die Bedürfnisse von Ärzten, Ärztinnen und dem Pflegepersonal zugeschnitten sein, also medizinische Fachsprache enthalten. “Natürlich muss so eine Maßnahme an eine Verweildauer des Personals in Südtirol geknüpft werden. Wer einen Sprachkurs besucht und während dieser Zeit angestellt ist, der muss für fünf Jahre in Südtirol arbeiten”, führt Ploner weiter aus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (3)

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  • latemarbz

    Ploner verlangt: „Es sollte der Mindeststandard sein, praxistaugliche Arztbriefe und Behandlungsempfehlungen für die Patienten verfassen zu können.“
    Aber vor diesen oben genannten wäre wichtig, ein gutes Erst- und Anamnese-Gespräch zu führen, was vielfach nicht mehr passiert. Lieber schleußt man die Menschen durch ix elektronische und teure Untersuchungen, als sich Zeit zu nehmen, den Patienten ausgiebig zu befragen, so wie es die Alternativ-Mediziner ja tun, das schon die Hälfte ihres Erfolgs ausmacht!

  • malwasneues

    Die Verlängerung des Sprachennachweises von 3 auf 5 Jahre wird damit begründet, dass es einige Ärzte in den 3 Jahren nicht geschafft haben…

    Na bravo!
    In 2 Jahren wird dann auf 7 Jahre verlängert?

    Aber großspurig verkünden, wie gut das bei uns in Südtirol geregelt ist…
    Großartig!!!

  • kritiker

    Guter Vorschlag. Wird wahrscheinlich abgelehnt werden , da er von der falschen Seite kommt. Nicht das, was für die Patienten gut wäre, interessiert, sondern die Parteiräson. Alles x-mal schon beobachtet. Ablehnung üblicherweise mit fadenscheinigen konstruierten Begründungen.

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