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„Umfassende Neuregelung“

Präsidentin DZE Südtirol Martina De Zordo, Direktor Ulrich Seitz, Koordinatorin CSV Trentino Francesca Fiori, Präsident CSV Trentino Giorgio Casagranda, Vizepräsident DZE Südtirol Sergio Bonagura

Gemeinsam im Interesse des Ehrenamtes an einem Strang ziehen: Die Dienstleistungszentren für das Ehrenamt Trentino und Südtirol haben sich erstmals getroffen. 

Auf Vorschlag der Präsidentin des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol, Martina De Zordo hat vor kurzem ein erster Meinungsaustausch zur aktuellen Situation bei der Umsetzung der Reform des Dritten Sektors, mit Auswirkungen auf die beiden Autonomen Provinzen Südtirol und Trentino in Bozen stattgefunden. Dabei kamen eine Reihe wichtiger Thematiken zur Sprache, und vor allem die Möglichkeiten wie die beiden Vereine, die sich um die Interessen von mehreren Tausenden von Vereinen aus den unterschiedlichsten Bereichen kümmern, bestmöglich einsetzen können.

Der Direktor des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol, kurz DZE, Ulrich Seitz zeigte sich dabei vor allem darüber erfreut, dass in wenigen Wochen bereits rund 100 Beratungen an Vertretungen aus dem Vereins- und Verbandswesen garantiert wurden, und somit grundlegende Auskünfte an die Antragsteller weitergegeben wurden.

Tatsache ist und bleibt, dass für Vereine und andere Non-Profit-Organisationen in Italien grundlegende Neuerungen anstehen. Zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren ist nämlich eine umfassende Neuregelung des Dritten Sektors im Gange, die potenziell alle Vereine betrifft.
Der Reformprozess ist noch lange nicht abgeschlossen: Auch wenn der Kodex des Dritten Sektors seit dem 3. August 2017 in Kraft ist, muss noch eine Reihe von unverzichtbaren Ministerialdekreten zur vollen Umsetzung der Vorgaben der Reform verabschiedet werden.
Neben einer Fülle von akuten, juridischen Themenstellungen rund um Haftungsfragen, die zahlreichen Organisationen erhebliche Probleme bereiten, stehen neuerdings ebenso weitere tägliche Herausforderungen in der  Vereinsarbeit an. Denken wir nur an  die digitale Welt, die immer wichtiger im Volontariat wird und weit mehr als das Bedienen von Social Media- Kanälen bedeutet.

Im Vordergrund stehen dabei folgende Fragestellungen:  Wie kann die digitale Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung von Freiwilligen genutzt werden? Welche Tools können die Vernetzung, Kommunikation und Bindung von Freiwilligen stärken? Wie können digitales oder aktionsbezogenes Engagement neue Zielgruppen erreichen?

Die beiden Provinzen Trentino und Südtirol haben sich darauf geeinigt, sich bei komplizierten Sachfragen im Ehrenamt mit den jeweiligen Expertisen zu unterstützen und weiterhin am Aufbau eines effizienten Expertenpools mit Beratern aus Recht und Wirtschaft für die Vereine im genannten Einzugsgebiet aktiv zu sein. Das DZE Südtirol wird, so Martina De Zordo, bei Vereinsrecht, Satzungsfragen, Vereinsgründung, Öffentlichkeitsarbeit, aber ebenso bei Qualifizierung & Fortbildung ansetzen. In diesem Zusammenhang wird das Systemische Denken eine tragende Rolle einnehmen.

Ulrich Seitz erinnert an die Notwendigkeit  noch anderer Anliegen wie im Versicherungsschutz, mit Antworten zu den Voraussetzungen, rund um das Angebot Ziel führender Polizzen.

Die Vorstandsnachfolge und die Analyse von Vereinsstrukturen dürfen ebenso nicht außer Acht gelassen werden. Hier dreht sich die Frage wie man zukünftig in einer Gesellschaft mit völlig veränderten Arbeitszeitmodellen wie noch vor wenigen Jahren,  Mitglieder für die Vorstandsarbeit gewinnt. Wie können wir den Verein oder den Vorstand neu strukturieren?

Im ehrenamtlichen Engagement zeichnen sich demnach gerade auch in einem Land wie Südtirol, das sich über eine rege Tätigkeit im Ehrenamt glücklich schätzen kann, nicht zu unterschätzende rechtliche Aspekte ab – ob Zivilrecht bei Haftungsfragen, Arbeitsrecht zur Abgrenzung dessen, was nicht mehr Ehrenamtlichkeit ist, und Steuerrecht, z.B. bei Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen.

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