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„Große Ohnmacht“

sdr

Die kfb hat sich dem Kirchenstreik in Deutschland nicht angeschlossen, wohl aber dem Blog der Tiroler Kolleginnen unter dem Motto: bleiben.erheben.wandeln.

Anlässlich der Diskussionen um die Rolle der Frauen in der Kirche, ausgelöst durch den Blog „bleiben.erheben.wandeln“ in Österreich und der Initiative „Maria 2.0“ in Deutschland, ist die Katholische Frauenbewegung (kfb) in den vergangenen Wochen vor allem auch medial wahrgenommen worden.

Bischof Ivo Muser hat vergangene Woche in einem Gespräch mit dem Diözesanvorstand der kfbbetont, dass die „Kirche in dieser Frage von den Menschen nicht mehr verstanden wird“ und bekräftigte das mehrmals von den Päpsten geäußerte Nein der katholischen Kirche zur Priesterweihe für Frauen, womit diese Frage entschieden sei.

Seit vielen Jahren setzt sich die Katholische Frauenbewegung (kfb) immer wieder dafür ein, dass die Diskussion um die Rolle der Frauen in der Kirche weitergehen muss. Auch bei der diesjährigen Klausurtagung wurde erneut über die Teilhabe von Frauen an den verschiedenen Diensten und Ämtern in der Kirche diskutiert. „Es müssen in unserer Diözese aufgrund der Umstrukturierung der Pfarrgemeinden zunehmend Frauen und Männer gewonnen werden, die nach ihren Fähigkeiten in den Pfarrgemeinden geistliche und pastorale Impulse und Hilfen anbieten können“, so die Vorsitzende der kfbIrene Vieider. „Uns liegt eine zukunftsfähige und geschwisterliche Kirche am Herzen, in der Frauen und Männer als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise Verantwortung übernehmen und gleichberechtigt sind“, so Vieider weiter.

Die kfb hat sich dem Kirchenstreik in Deutschland nicht angeschlossen, wohl aber dem Blog der Tiroler Kolleginnen unter dem Motto: bleiben.erheben.wandeln. „Unsere Haltung ist es, in der Katholischen Kirche die Stimme zu erheben, durch unser Engagement notwendige zukunftsorientierte Veränderungen anzugehen und so an einem Wandel mitzuarbeiten“, betonte Irene Vieider. Bereits 2016 haben sich 90 Frauen aus Südtirol der Schweizer Initiative „Kirche mit* den Frauen“ angeschlossen und Papst Franziskus eine Petition in diesem Anliegen überreicht.

Bischof Ivo Muser sprach den Frauen seine Anerkennung aus, die sich in allen Bereichen aktiv in den Pfarreien einbringen und er werde alles tun, um Frauen mit gleicher Qualifikation bei der Besetzung von Leitungsaufgaben in der Diözese zu unterstützen. Ab Herbst wird am Bischöflichen Ordinariat ein „Beirat für Geschlechtergerechtigkeit“ ernannt, der sich diesen Fragen widmet.

Ein weiteres Thema war die aus Sicht der kfberforderliche hauptamtliche Unterstützung der Ehrenamtlichen in den Seelsorgeeinheiten durch Pastoralassistentinnen und –assistenten, von denen es zur Zeit nur 7 gibt. Besprochen wurde auch die Ausbildung von Priestern aus den Missionsländern im Priesterseminar in Brixen.

„Auch wenn wir als Frauen strukturell in der Kirche nichts verändern können und diesbezüglich eine große Ohnmacht spüren, arbeiten wir an der Verbreitung der Frohbotschaft mit, setzen weiterhin unsere Fähigkeiten ein und betreiben Bewusstseinsbildung“, so Irene Vieider abschließend im Gespräch mit Bischof Ivo.

 

 

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Kommentare (1)

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  • robby

    Ich wäre dafür dass es nur weibliche Priester geben sollte. Das Problem mit den ganzen übergriffigen pädophilen alten Böcken in der katholischen Kirche wäre wahrscheinlich Geschichte.

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