Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Bienensterben droht

Bienensterben droht

Foto: 123RF.com

Der Imkerbund spricht anlässlich des Weltbienentages von einem schwierigen Jahr für Südtirols Bienen – und fordert mehr pestizidfreie Zonen.

„Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit und auch für die Landwirtschaft in Südtirol. Nahezu 100 Prozent der Obstbauanlagen in Tallagen und bis zu 90 Prozent in Waldnähe bestäubt die Honigbiene“, schreibt der Südtiroler Imkerbund in einer Aussendung zum Weltbienentag.

Die Biene sei maßgeblich an der Wertschöpfung beteiligt und somit ein fester Partner. Nach erfolgreicher Obstblüte stehe es nun aber sehr schlecht um die Südtiroler Bienen.

„In den letzten Wochen haben die Bienen bei der Kälte und Regenwetter viele Vorräte gebraucht, aber das Nahrungsangebot ist begrenzt“, so der Obmann im Südtiroler Imkerbund, Engelbert Pohl.

Er sagt: „Wir sind gezwungen, unsere Völker zu füttern, auch die Schwarmgefahr ist sehr groß. Dazu kommt, dass wir gezwungen sind, durch den Pflanzenschutzmitteleinsatz nach der Obstblüte unsere Bienenvölker aus den warmen Gebieten im Tal wegzubringen, und am Berg sind die Temperaturen noch niedriger und das Wachstum ist durch die Wetterlage extrem weit hinten.“

Der Südtiroler Imkerbund fordert mehr Ökoanbau, mehr Biodiversität und damit mehr pestizidfreie Zonen in den Tallagen über das ganze Jahr hindurch, „ansonsten steht es schlecht um unsere Bienen und der Bestäubung im Obst- und Gemüseanbau, aber auch um unsere wichtige Honigernte. So kriegen wir die Völker nicht durch.“

Der Südtiroler Imkerbund zählt 3.500 aktive Imker und Imkerinnen mit rund 35.000 Bienenvölkern mit rund 2,1 Milliarden Bienen.

„Wir reden hier von definitiver Existenzfrage vieler in Südtirol. 7 von 10 Gemüse- und Obstpflanzen werden von den Bienen bestäubt. Wenn wir so weitermachen und dann noch ein solches Wetter einsetzt wie heuer, dann kann sich jeder ausmalen, was dann passieren wird“, so Engelbert Pohl.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (8)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • kira2000

    Was muss passieren, auf dass sich die Politik endlich entsinnt, Maßnahmen zu setzen? Es muss doch inzwischen jedem bewußt sein, dass es schon 5 nach 12 ist und endlich gehandelt werden muss!

  • jennifer

    Beim Bienensterben geht nicht um die Imker-Honigbiene. Diese wird es immer geben, denn die regelt sich über Angebot und Nachfrage und somit über den Preis von Honig. Beim Bienensterben geht es um die Wildbienen. Deren Arten haben sich massiv reduziert in den letzten Jahren. Warum weiß niemand genau. Vermutlich sind Pestizide daran schuld. Ökologischer Anbau sollte mehr gefördert werden und vor allem bräuchte es mehr Aufklärung beim Konsumenten.

  • silverdarkline

    So lange die alles dominierende Bauernlobby das Sagen hat und die Politik nach deren Pfeife tanzt, wird sich gar nichts ändern. Dabei sind sie noch zu dumm um zu verstehen, dass sie sich selbst um deren Lebensgrundlage bringen. Aber der Mensch ist ja Experte darin andere Lebewesen auszurotten und sich am Ende selbst zu vernichten.

  • flixoflex

    Was kümmert Südtirols Politiker das Bienensterben oder die Artenvielfalt? Eigentlich nichts. Da ist das angebliche Wolfsproblem schon viel dramatischer, wenn nicht sogar existenzbedrohend für ganz Südtirol. Und nicht zu vergessen: Mit dem Wolf kann man die Leute in Angst und Schrecken versetzen, der hat so scharfe Zähne, die Bienen sind klein und haben keine solche Zähne. Mit dem Wolf kann man Wählerstimmen fangen, mit Bienen anscheinend nicht.

    • issy

      @flixoflex
      Dampfploderer!
      Das Wolfsproblem wäre kein Medienthema wenn Ihresgleichen sich nicht so irrational gegen den Abschuss der Wölfe wehren würde.
      Hingegen das Bienensterben ist wirklich ein Problem. Wenn das aus dem Ruder läuft, dann haben alle Nachteile, Sie, ich eine Menge Pflanzen und Tiere…

      Ich finde es einen Wahnsinn wie abgehoben und Weltfremd inzwischen manche Südtiroler schon geworden sind.

      Überall auf der Welt werden Bauern bedrängt, durch Agrarkonzerne aus dem Spiel geworfen und arbeiten als Knechte/Skalven. Haben Sie verdammtnochmal eine Ahnung welche Instabilitäten dadurch in den Entwicklungsländern entstehen?
      Die Südtiroler Landwirtschaft müsste von der Struktur her ein weltweites Vorbild sein und nicht durch Euch Eiertreter ständig angegangen werden.

      Denn durch eure Eiertreterei wird die Diskussion mit unseren Bauern schwierig sobald es dann um etwas wirklich Wichtiges wie z.B. die Bienen geht…

      • george

        ‚issy‘, du hast wohl nicht verstanden, was ‚flixoflex‘ eigentlich ausgedrückt hat, weil er das sehr ironisch dargestellt hat durch das Gegenteil von dem, was er sonst in direkter Form gesagt hätte. Vielleicht verstehen manche nur in dieser Art und Weise ausgedrückt die extreme Situation, in der wir uns bereits befinden und reagieren darauf.

    • batman

      Flixoflex!
      Bravo und willkommen im Club der Aufgewachten!

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen