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Der Lockruf

Ein Investitionsprogramm für die Landwirtschaft macht Marokko auch für Südtiroler Unternehmen attraktiv.

Marokkos Landwirtschaft ist ein fruchtbarer Boden auch für Südtiroler Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für den Agrarsektor anbieten: Neben der fortschreitenden Industrialisierung des nordafrikanischen Landes bleibt der Agrarbereich ein enorm wichtiges Standbein für die Wirtschaft des Königreichs. Deshalb organisierte IDM Südtirol eine Unternehmerreise nach Marokko, bei der sich dieser Tage Südtiroler Betriebe des Sektors über Chancen und Möglichkeiten auf diesem aufstrebenden Markt informierten, lokale Unternehmen besichtigten und potentielle Geschäftspartner trafen. Wichtigster Programmpunkt war der Besuch der wichtigsten Landwirtschaftsmesse des Landes, der Messe SIAM in Meknès.

„Marokko ist in Nordafrika sicher mit großem Abstand das am weitesten entwickelte Land. Seine Wirtschaft ist stabil und wächst seit Jahren beständig um durchschnittlich 4 Prozent. Somit ist das Land ein attraktiver Markt auch für Unternehmen aus Europa. Besonders viele Chancen gibt es im Sektor erneuerbare Energien, wo sich Marokkos Regierung ehrgeizige Ziele gesteckt hat, in der Automotive-Branche samt Zulieferindustrie oder auch im Bereich Skianlagen. Aber vor allem der landwirtschaftliche Sektor bietet sehr viele Möglichkeiten“, sagt Marco Wiedemann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Marokko, die für IDM Partner bei der Organisation dieser Unternehmerreise war.

„Der Agrarsektor in Marokkohat einen Anteil von 15 bis 20 Prozent am BIP des Landes und beschäftigt fast 40 Prozent der Arbeitskräfte. Seit einigen Jahren herrscht in der marokkanischen Landwirtschaft Aufbruchsstimmung, denn der seit 1999 amtierende König Mohammed VI will mit dem so genannten ‚Plan Maroc Vert‘ – Plan für ein grünes Marokko – den Sektor modernisieren. Ein umfangreiches Investitionspaket kurbelt die Modernisierung und Erweiterung landwirtschaftlicher Betriebe an. Rund 14 Milliarden Euro werden dabei noch bis 2020 investiert. Hier können sich Südtiroler Unternehmen, die an einem Sprung in diesen Markt interessiert sind, mit ihrem großen Know-how und ihren innovativen Produkten ins Spiel bringen“, ist Vera Leonardelli, Leiterin der Abteilung Business Development von IDM, überzeugt.

Diesen Schritt in den Markt möchten die fünf Unternehmen prüfen, die derzeit für knapp eine Woche mit IDM in Marokko unterwegs sind. Das Portfolio der Betriebe reicht von Wasseraufbereitungsanlagen für die Obst- und Gemüseverarbeitung und Lagerungstechnik über ökokompatible Produkte und Ernte- und Mulchmaschinen für den Obst- und Weinbau bis hin zu computerunterstützten Bewässerungssystemen. Dreh- und Angelpunkt des Besuchs in Marokko war die internationale Landwirtschaftsmesse SIAM in Meknès, mit einer Ausstellungsfläche von 180.000 Quadratmetern, 1.500 Ausstellern aus 72 Ländern und einer Million Besuchern die wichtigste Agrarmesse des Königreichs. Bei Einzelgesprächen trafen die Unternehmer auf potentielle Geschäftspartner und machten sich zudem bei Firmenbesuchen vor Ort ein Bild von den Bedürfnissen der marokkanischen Obst- und Gemüseproduzenten.

„Wir stellen Anlagen für die Wasseraufbereitung in Betrieben her, die Obst und Gemüse verarbeiten. Das spart Wasser und schont die Umwelt. Somit ist unser Produkt für ein Land wie Marokko, das mit dem Klimawandel und sinkenden Wasserreserven zu kämpfen hat, sehr interessant. Dieses Interesse habe ich bereits deutlich in den Gesprächen gespürt, die ich auf der Messe geführt habe. Nun muss man sehen, was sich dann tatsächlich daraus ergibt“, sagt Winfried Felderer von der Ecorecycling aus Lana. Großes Interesse an innovativen Lagerlösungen konnte hingegen Alexander Villa von der Firma Marvil Engeneering aus Magreid feststellen: „Wir haben mit mehreren Unternehmern Kontakt aufgenommen, die sich sehr an unserer Lagerungstechnik interessiert zeigten und bereits mit konkreten Fragen und Anliegen zu uns kamen. Wir hoffen, dass sich daraus interessante Kooperationen ergeben.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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